Dienstag, 25. April 2006

Büchertag: Sapperlot!

Martins Multimediatag, Teil 1: Nach knapp 1 Monat kann Turbomartin die Lektüre von "Sapperlot!" beenden, woraufhin er den Plan fasst, die Welt über dieses Buch aufzuklären. Als Kommunikationsmedium wählt er sein Blog, der Argumentationsaufbau ist klar strukturiert: Zuerst kommt die Inhaltsangabe und dann der Senf aus eigener Herstellung.

Robert Langbeyn, der führende Anagrammologe der Universität London, wird unsanft und durch eine unappetitliche Nachricht aus dem Schlaf gerissen: Jacques Sauná-Spannér wurde in der Londoner Nationalgalerie, deren Direktor er war, durch einen in seiner Luftröhre steckenden Kabeljau ermordet. In seinen letzten Atemzügen konnte Sauná-Spannér jedoch mit seinem eigenen Blut eine Nachricht an die Wand pinseln, die es zu entschlüsseln gilt - denkt Langbeyn. In Wahrheit befinden sich Langbeyns Fingerabdrücke auf dem Kabeljau und er gilt als Hauptverdächtiger.
Glücklicherweise taucht plötzlich Sophie Nerveuse - eine französische Spezialagentin - auf, mit deren Hilfe Robert die Flucht gelingt. Gemeinsam mit Jacques altem Freund Sir Herbert Teeboytle machen sie sich auf die Suche nach dem wahren mysteriösen Geheimnis und nach Antworten auf Fragen wie z.B. "Was hat die Conspiratio Opus Dei (C.O.D.) mit der Sache zu tun?", "Wo und was ist die Mona Eda?", "Was für ein dunkles Geheimnis hütet Langbeyn?" und "Wer zur Hölle ist der Mörder?"

Wie unschwer zu erkennen ist, ist "Sapperlot!" eine Parodie auf Dan Browns Bestseller "Sakrileg". Zu ihrem Unglück fehlt dieser Parodie allerdings ein ganz entscheidenes Merkmal, das eine Parodie besitzen sollte: Humor. Zwar war der Beknackheitsgrad der Story einer Parodie mehr als würdig, leider nimmt man dies aber überhaupt nicht wahr, weil man viel zu sehr damit beschäftigt ist, sich über die sog. "Witze" zu ärgern. Die beschränken sich nämlich größtenteils auf Wortspiele, die schon im Englischen schlecht sind und durch die Übersetzung ins Deutsche nicht unbedingt an Qualität gewinnen und auf eingestreute Kommentare des Autors nach dem Motto "Interessant ist außerdem, dass Buckelwale größer sind als Erdmännchen. In Wahrheit sind sie mehr als 30 Mal so groß. Aber nun weiter mit der spannenden Szene, bei der ich gerade stehengeblieben bin." Über die Namen kann man auch nur beim ersten Lesen lachen (die Ausnahme bildet hier Teeboytle, der die Angriffsfläche für ein paar wenigstens akzeptable Wortspiele bietet) und es gibt genau eine Stelle, die ich wirklich uneingeschränkt lustig fand.

Der größte Vorteil von "Sapperlot!" ist übrigens der, dass das Buch noch nichtmal 200 Seiten dick und in recht großer Schrift geschrieben ist. Abgesehen davon ist das Gerät allerdings nicht zu empfehlen.

Gerade läuft: Nix

10 Kommentar/e:

Wieze hat gesagt…

Wann haste denn gemerkt, dass das ein doofes Buch ist? Auf der letzten Seite? Wieso liest du ein Buch zu Ende, wenn es lustig sein soll, es aber gar nicht ist? Ist das Ehrgeiz?

Martin hat gesagt…

Nee, das ist die Hoffnung, dass es ja vielleicht noch besser wird. Ich tu mich generell schwer damit, Bücher wegzulegen, bevor ich die durch hab, egal wie doof die sind. Ist übrigens bei Filmen genau so.

Stuessy hat gesagt…

Hm? Finde ich irgendwie recht normal. Mache ich eigentlich auch oft so. Wenn ich einmal angefangen habe, dann kann ich ja nicht einfach mittendrin wieder aufhören bloß weil's scheiße ist. Ist halt wie beim Sex!! ;)

Ich habe nur letztens Michael Crichtons Timeline abgebrochen. Das war anfangs noch spannend und faszinierend und dann hat's mich so gelangweilt, dass ich dann doch mit lesen aufgehört und es gelöscht habe.

Martin hat gesagt…

Timeline fand ich aber ziemlich gut. Hab das sogar 2x gelesen :)

Stuessy hat gesagt…

Echt? Ich fand das voll lahm. Anfangs noch richtig gut, aber als das nur noch im Mittelalter spielte fand ich's total langweilig. Und ich lese viele Fantasy und Mittelalterromane, aber vielleicht fand ich's auch genau deshalb öde.

Wieze hat gesagt…

Ach Jungs, wenn ihr mal so steinalt seid wie ich, dann kommt ihr auch noch dahinter, dass es reine Zeitverschwendung ist, schlechte oder langweilige Bücher zu Ende zu lesen. Ich habe mir vor kurzem vorgenommen, diesen Ehrgeiz abzulegen. Jetzt les ich nur noch das, was mir gefällt, so lange es mir gefällt.

fargü hat gesagt…

da könnte in der tat was wahres dran sein...

Martin hat gesagt…

Und wenn's dann gerade ab der Stelle, an der du aufgehört hast, zum besten Buch aller Zeiten mutiert?

@Timeline: Ich fand das eigentlich durchgehend ziemlich spannend. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich eigentlich nie Mittelalter-Romane lese ;)

Wieze hat gesagt…

Wenn das beste Buch der Welt und aller Zeiten aber so lahm anfängt, dann hat der Autor doch was falsch gemacht. Dann kann ich ja auch noch irgendwann das Hörbuch hören. Vielleicht ist es dann ja besser.

cg hat gesagt…

Das Lustigste am ganzen Buch sind die Sprüche auf der Rückseite. Sapperlot, schade fürs Geld.

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