Montag, 4. Juli 2016

Urlaub (Reprise)

Ich weiß ja, dass jeder inklusive mir denkt, dass jetzt, wo der Urlaub vorbei ist, mindestens bis zum nächsten Urlaub (wann immer der auch sein wird) hier wieder Schweigen im Walde vorherrschen wird. Aber einen hab ich noch. Es brennt mir auf der Seele. Es geht hier um ein paar Anmerkungen zu unserem Kurztrip an die Ostsee.

Wie ich bereits erwähnte, waren wir in Zingst. Ein außerordentlich schönes Fleckchen Erde, in der Tat! Selbst für Ostsee-Verhältnisse, und das will schon was heißen. Allerdings ist es auch ein außerordentlich verwirrendes Fleckchen Erde. Und das kommt so: Zingst liegt auf einer Halbinsel. Die heißt Fischland-Darß-Zingst. Aber eigentlich ist das nicht nur eine Halbinsel, sondern gleich drei, die zufällig nebeneinander herumliegen. Die eine heißt Fischland, die andere Darß und die dritte eben Zingst. Das erklärt den komischen Namen mit den vielen Bindestrichen. Zingst (die Stadt) liegt auf Zingst (der Halbinsel), wird aber auch "Zingst a. Darß" genannt, wobei ich mir nicht sicher bin, wofür das "a." steht... Ich hätte ja gesagt, es bedeutet "auf", aber das ergibt ja gar keinen Sinn, denn Zingst (die Stadt) liegt ja nicht auf dem Darß, sondern auf dem Zingst (der Halbinsel - ja, es heißt wirklich "der Zingst", hab ich extra bei Wikipedia rescherschiert). Also sagen wir, das "a. Darß" steht für "am Darß", was soviel bedeuten könnte wie "neben dem Darß", was zwar auch bescheuert ist, aber immerhin sind wir auf der Hinfahrt auch durch meine neue Lieblingsstadt "Bartelshagen II bei Barth" gefahren, also könnte man sagen, dass die Beziehung zu der Nachbar-Halbinsel bzw. -Stadt da gewissermaßen Methode hat (wobei Bartelshagen II bei Barth meines Wissens nach gar nicht so nah an Barth liegt, wie es der Name vermuten lassen könnte, aber das nur am Rande).
Nun gibt es ja wie gesagt auch noch 2 andere Halbinseln, Darß und Fischland. Es gibt aber keine Stadt Darß, weder auf Fischland (hier weiß ich leider nicht, ob es eigentlich "der Fischland" heißt und bin auch zu faul zum Suchen) noch auf dem Zingst. Fischland als Stadt gibt es auch nicht. Dafür gibt es aber einen "Darßer Ort". Der ist auch auf dem Darß, aber eigentlich ist es wenn ich das richtig gesehen habe auch gar keine Stadt, sondern tatsächlich mehr so ein Ort. Leuchtturm und so. Ihr merkt, sehr verwirrend das Ganze. Aber schön.

Schön war auch unsere Urlaubsgestaltung, wobei es hier eigentlich nur eine wirklich erwähnenswerte Sache zu erwähnen gibt (die nicht erwähnenswerten Sachen beinhalten Shopping, Hollywood-Schaukeling, Beaching und Ostsee-Bading). Hierzu ein paar einleitende Worte: Wir hatten einen Reiseführer und unsere Fahrräder dabei. Den Reiseführer, um sicherzustellen, dass es wirklich nur Museen gibt, die wir uns nicht angucken müssen und die Fahrräder, weil es bescheuert ist, durch die kleinen Örtchen da mit dem Auto durchzugurken. Außerdem waren wir ja voll im Training. In dem Reiseführer war u.a. ein großes Waldgebiet beschrieben. Es heißt "Darßer Urwald" und liegt auch tatsächlich auf dem Darß, aber gar nicht so unweit von Zingst entfernt. Der Wald wurde im Reiseführer als "Mückenparadies" beschrieben, wodurch er gleich 2 traumatische Erlebnisse unseres Fahrradurlaubs in sich vereinte. Wir schworen uns also, dass wir - sollten wir mit den Fahrrädern Zingst (die Stadt und die Halbinsel) verlassen - niemals nie in diesen Urwald hineinfahren würden. Hoch und heilig.

Nun trug es sich zu, dass die Frau irgendwann schon einmal auf Fischland-Darß-Zingst Urlaub gemacht hat. In Ahrenshoop. Schon lange her, die Nostalgie war also groß. Wir beschlossen also, mit den Rädern von Zingst nach Ahrenshoop zu fahren und mal zu gucken, wie es da so war. In der Erinnerung der Frau war das alles relativ dicht beieinander. Nun ja, langer Rede kurzer Sinn: Von Zingst bis Ahrenshoop sind es ca. 30 km und man muss einmal quer durch den Darßer Urwald, d.h. wenn man auch wieder zurück möchte, fährt man ca. 60 km und muss 2x durch den Darßer Urwald...

Aber es war trotzdem schön :-)

Montag, 27. Juni 2016

Urlaub 2.0

Hallo Freunde!

Nur, um euch kurz neidisch zu machen: Die Frau und ich haben gestern per Airbnb Peters Bungalow reserviert, sind heute an die Ostsee nach Zingst gefahren, wohnen 3 min Fußweg vom Strand entfernt, haben wieder einmal das schönste Wetter der Welt, waren in der Ostsee baden, lagen am Strand und beobachteten eine schwabbelige Familie, ließen uns von Möwen vollkacken, überbuken Nachos mit Hack und Käse, schaukelten in der Hollywoodschaukel, die im Garten schaukelt und bleiben bis Donnerstag. Wie cool sind wir denn?!?

Schöne Arbeitswoche euch!

Sonntag, 26. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 6: Von Rogätz bis Magdeburg (#Pexit)

Hier kommt noch eine Premiere. Der erste Beitrag in 100 Jahren Schampus mit Lachsfisch-Geschichte, der in einem Zug (und wenn ich Zug schreibe, meine ich Bahn) geschrieben wurde. Glaub ich. Denn: Wir folgen dem Trend, haben den Pexit (ihr wisst schon, Pedersens Exit) gewählt und sind dabei, den Weg, für den wir 6 Tage gebraucht haben, in 3 Stunden wieder zurück zu fahren.

Auch, wenn die Etappe heute nur kurz (und wenn ich kurz schreibe, meine ich fast schon unter unserer Würde) war, war sie doch voller einzigartiger Momente. Zum einen fuhren wir mit einer Fähre über die Elbe. Spektakulär! Zum anderen hatten wir massiv Gegenwind. Unfassbar! Zum ganz anderen war der Radweg wirklich mal wieder ganz schön und abwechslungsreich. Famos! Zum nochmal anderen sind wir tatsächlich an dem extra in unserem Reiseführer erwähnten Fahrradparkplatz des Jahrhunderts (approved by ADFC) vorbei gekommen. Atemberaubend! Zum fünften folgten wir ein Stück dem Elbe-Havel-Kanal. Und das war wirklich verrückt! Der gute Kanal plätschert nämlich einerseits durch die wahrscheinlich tiefste (oder höchste, je nachdem, von wo man guckt) Schleuse, die je von Menschenhand erbaut wurde. Andererseits ist er die Hälfte des Wasserstraßenkreuzes und wird bei Hohenwarthe tatsächlich quer über die Elbe geführt (sieht aus wie ne Autobahnbrücke, nur halt mit Kanal statt Autobahn). Wirklich beeindruckend und nochmal ein schönes Highlight zum Abschluss der Tour.

Fazit(s) des Ganzen: Fahrrad fahren macht braun, keine Panne zu haben macht Spaß, Gepäck aufm Fahrrad mitzunehmen ist ok, gutes Wetter zu haben ist schön, zu gutes Wetter beim Fahrrad fahren zu haben ist anstrengend, Mücken und Bremsen sind scheiße, der Elberadweg zwischen Hitzacker und Hohenwarthe ist sterbenslangweilig, ne Woche fast durchgängig Fahrrad gefahren zu sein macht stolz, das eigene Bett ist das beste.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 35 km
Fahrzeit: 2 h
Pause: ca. 1 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,5 km/h
Arsch-o-Meter: 6,5/10
Wetter: anfangs bewölkt und frisch, dann wieder sonnig

Samstag, 25. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 5: Von Büttnershof bis Rogätz

Heute habe ich keine große Lust, Sachen zu schreiben, deswegen wird es wahrscheinlich kurz. Wegen Wetter ging es wieder früh los. Die Landschaft war wieder langweilig, obwohl der Deichanteil heute wieder relativ gering war. Wir fuhren trotzdem. Zwischendurch sind wir durch Tangermünde gekommen, was tatsächlich mal wieder eine ganz schicke Stadt war. Vorher und nachher kamen auch noch ein paar andere Dörfer, die bestenfalls eine geschlossene und verfallene Gaststätte oder irgendeine andere berühmte Ruine zu bieten hatten. Die Gegend ist wirklich unfassbar einsam und trist...

Eigentlich wollten wir noch bis Magdeburg durchziehen, aber wegen Protesten im Knie bei mir und im Kopf bei Anne (das Wetter war auch nicht wirklich angenehm, obwohl wir es hier wohl im Vergleich zu Restdeutschland noch ziemlich gut getroffen haben) haben wir doch noch einen Übernachtungs-Zwischenstopp in der Metropole Rogätz eingelegt - hier gibt es sogar einen Schalke-Fanclub und einen Supermarkt, der heute bis 20 Uhr offen war. Das Hotel heißt zwar Schmidt, ist aber nicht so großartig, wie es der Name vermuten lässt, also hüllen wir es in den Mantel des Schweigens. Morgen wollen wir die 400 km voll machen und das noch fehlende Stück bis Magdeburg radeln (wir freuen uns dabei schon sehr auf einen vom ADFC empfohlenen 1A Parkplatz) und dann geht es pünktlich zum deutschen Achtelfinale auch schon wieder ab nach Hause.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 80 km
Fahrzeit: 5 h
Pause: 3 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
Arsch-o-Meter: 7/10
Wetter: wieder sehr warm, dabei erst bewölkt, dann kurz mal Regen und dann schwül und sonnig

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Frau (Lidl, kurz): beschissen

Bonus-Content - Anzahl Insektenstiche:
Anne: 92
Martin: 103

Freitag, 24. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 4: Von Wittenberge bis Büttnershof

Nach einem Tag Entspannung stand heute wieder Radeln unter erschwerten Bedingungen auf dem Programm. Wettertechnisch war der heißeste Tag seit dem Ende der Dinosaurier angesagt, was zum Fahrrad fahren nur bedingt optimal ist. Vor allem, wenn man platten Deich mit links und rechts nichts als Wiese vor sich hat, die nicht gerade als Spender riesiger Schatten bekannt ist. Um dem ganzen Elend so gut es geht entgegen wirken zu können, saßen wir bereits um 8 Uhr auf den Rädern und waren müde und hochmotiviert.

Sehr lange hielt die Motivation allerdings nicht an. Danke, nicht besiedelte Gebiete Ostdeutschlands! Danke, Elberadweg-Nicht-Ausschilderer! Dabei war heute endlich mal Abwechslung im Streckenprofil angesagt. Wir fuhren nur wenig über Deiche, dafür öfter mal durch Wälder (zum Glück auf größtenteils asphaltierten Wegen), kleine Dörfer, militärische Übungsgebiete oder die "alte Elbe zwischen Kannenberg und Berge". Alles durchaus nett. Aber versuch da mal zwischendurch eine geeignete Stelle für eine Pause zu finden! Wo es vielleicht etwas zu kaufen gibt. Und ich rede hier nicht von Hubschraubern oder Ölplattformen oder sonstwas Exotischem. Sondern zum Beispiel von Getränken oder Eis. Es. Ist. Nicht. Möglich. Nicht im Nordwesten Brandenburgs oder im Norden Sachsen-Anhalts im Dunstkreis des Elberadwegs.

Dazu kommt, dass der Radweg eigentlich wirklich gut ausgeschildert ist und an jeder Furzkreuzung ein Pfeil irgendwo hin zeigt. Außer natürlich an den Kreuzungen, die entscheiden, ob man noch 5 oder noch 25 km zu fahren hat. Welchen Weg wir gewählt haben, muss ich hier wohl nicht sagen...

Unser Weg heute ging übrigens so: Los in Wittenberge, irgendwann nicht mehr an der Elbe, sondern an der Havel entlang (mit Absicht), vorbei an Havelberg, irgendwo dann per Gierseilfähre (einem Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst) auf die andere Elbseite, hier wieder ein Stück zurück, damit wir noch durch das Weltdorf Werben holpern konnten und schließlich nach Büttnershof, einem ziemlich großen Gutshof, der uns in unserer letzten Pension empfohlen wurde.

Der Laden hier ist auch tatsächlich ganz witzig. Es gibt eine Seilbahn und einen eigenen kleinen Tierpark (größtenteils Vögel) und seit wir hier angekommen sind (ca. 12:30 Uhr) bis 19 Uhr hat ein Typ auf nem Rasenmähertraktor für eine akkurate Grasnabe auf dem Anwesen gesorgt. Außerdem residiert hier diese Nacht auch das ältere kölsche Ehepaar Ute und Uterich (Namen von uns erfunden, Ähnlichkeiten zu lebenden Personen können nicht vollständig ausgeschlossen werden), bei denen Ute heute schon nen Krümmel inne Trööt hatte.

Morgen wollen wir wieder früh los, hoffen auf angenehmeres Wetter und haben Großes vor. Mal schauen, ob das auch klappt. Bis dahin zählen wir weiter unsere Mücken- und Bremsenstiche und warten auf Mitleid.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: ca. 65 km
Fahrzeit: ca. 4 h
Pause: 45 min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
Arsch-o-Meter: 7/10
Wetter: sehr warm und sonnig
Passierte Bundesländer: Brandenburg, Sachsen-Anhalt

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Mann (Lidl, kurz): richtig doof

Bonus-Content - Anzahl Insektenstiche:
Anne: 37
Martin: 53

Donnerstag, 23. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Intermezzo: Abgammeln in Wittenberge

Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wir saßen, aßen und badeten. Morgen wird es wieder sportlich.

...

Na gut, da heute kein Fußball läuft, bin ich nicht unter Zeitdruck und kann auch etwas ausführlicher berichten. Toll!

Nachdem wir gestern Abend ja schon ganz Wittenberge abgelatscht haben, konnten wir heute gezielt vorgehen und uns die Rosinen heraus picken. Also fuhren wir zum weltberühmten Friedensteich. Der Teich ist eigentlich ein kleiner See (ich würde mal schätzen (und ich kann nicht schätzen), ca. 1000 qm - das ist wichtig für nachfolgende Infos!) mit einer Infrastruktur, die ihresgleichen sucht. Campingplatz, Minigolfanlage und Strandbad sind nur 3 der mannigfaltigen Möglichkeiten für die Wittenberger, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Außerdem gibt es noch - und das ist eigentlich das Beste - einen Bootsverleih! Gar nicht mal so schlecht für einen See, der keinen Zufluss hat. Nun ja. Wir wollten eigentlich ins Strandbad, aber da wir leider die Kasse nicht finden konnten, sind wir wieder gegangen, um den halben See gefahren und haben uns dort ein schattiges Plätzchen mit eigenem Sandstrand gesucht. Dort haben wir uns von Mücken und Bremsen zerstechen lassen, haben Erdbeeren gegessen, sind ab und zu ins Wasser gegangen und haben die Wittenberger Dorfjugend beim Drachenboottraining beobachtet (erst 5 kräftige Schläge, dann 10 schnelle und dann 10 sogenannte Streckenschläge - Bumm Bumm Bumm). Jetzt sind wir sowas von entspannt, dass wir morgen schon in aller Herrgottsfrühe aufstehen und weiter radeln wollen, um der großen Hitze so gut es geht zu entgehen.

Aufgrund zahlreicher Nachfragen unserer Fans noch eine kurze Info zu unseren Fahrradhosen. Unsere hochprofessionelle Vorbereitung auf diesen Aktivurlaub bestand nicht nur darin, uns das offizielle Elberadweg-Handbuch zu erschnorren und 4 Fahrradtouren zu machen, sondern auch darin, bei jedem Sonderangebot für Fahrradhosen (also die mit der eingebauten Windel) zuzuschlagen und diese auf keiner unserer Vorbereitungstouren zu tragen. Jeder von uns ist daher stolzer Besitzer der folgenden Hosen:
- Lidl kurz
- Lidl lang
- Penny
- Tchibo
Ob die Teile was bringen? Keine Ahnung. Aber wenigstens läuft man wie ein Idiot und fühlt sich wie ein Profi!

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 11 km
Fahrzeit: 1 h
Pause: ca. 9 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11 km/h
Arsch-o-Meter: 6/10
Wetter: hot, hot, hot, aber manchmal auch mit angenehmem Wind

Mittwoch, 22. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 3: Von Hitzacker bis Wittenberge

Liebes Tagebuch,

heute war der Tag der Rekorde. Die meisten Kilometer, die höchste Geschwindigkeit, die ödeste Strecke, die meisten Viecher, die meisten Schafe, die wenigsten Seeungeheuer und und und.

Fangen wir doch einfach von vorne an. Wir verließen unsere Villa Romantika und frühstückten beim Bäcker. Lecker. Dann fuhren wir los. Groß. Wir fuhren über eine Brücke und waren in Dömitz. Dort gab es eine Festung und wir waren auch wirklich motiviert, sie uns anzugucken, aber als wir den Eintrittspreis sahen, siegte relativ schnell unser Kulturbanauserismus und wir fuhren weiter. Aufm Deich. Links und rechts: Nix. Ab und zu passierten wir Schafe. Oder einen mal mehr, mal weniger abgeranzten Bauernhof. Oder Schwärme winziger Arschloch-Fliegen, die sich zu Tausenden auf arme Radfahrer stürzten, um ihnen an sämtlichen Extremitäten kleben zu bleiben. Oder den Hof eines Schafhirten mit eigenem Friedhof. Oder Bäume. Aber alles in allem war es schon ziemlich öde. Man muss allerdings dazu sagen (das auch noch als Ergänzung zu gestern), dass wir so ziemlich die ganze Zeit durch ehemaliges Grenzgebiet gefahren sind, also ist die Ödnis nicht ganz so verwunderlich. Langweilig war sie aber trotzdem.

Eigentlich war unser Plan, irgendwo wieder die Elbe zu überqueren und dann in Gartow (da, wo der Oberst wohnt...) zu übernachten. Als wir an der Fähre ankamen, fühlten wir uns aber noch frisch wie der junge Morgen und schmiedeten Plan B: Bis zur nächsten Fähre fahren und dann in Schnackenburg übernachten. Als wir an der Fähre ankamen, fühlten wir uns aber noch frisch wie der junge Morgen und schmiedeten Plan C: Nicht ans andere Ufer und durchziehen bis Wittenberge. Unterwegs noch in ein schönes Café setzen, Latte Macchiato schlürfen und unseren allmächtigen Radwegführer nach einer Übernachtungsmöglichkeit durchsuchen. Ein famoser Plan! Einziger Haken: Wo nix ist, ist auch kein Café. Und wo nix ist, macht es auch keinen Spaß, einfach so anzuhalten. Und wenn die Sonne ballert und man wo ist, wo sonst nix ist und man nur von fiesen kleinen Fliegen attackiert wird, durch Schaafscheiße fährt, einem das Knie schmerzt und man den größten blauen Fleck der Welt am Bein hat, dann sind auch 5 km schon mal länger als sonst. Aber die gute Nachricht ist, auch wenn es sich nicht danach anhören mag: Ich habe die Strecke tatsächlich überlebt!

Nach gefühlten 374 km waren wir dann endlich in Wittenberge (weder zu verwechseln mit Wittenberg noch mit Wittenburg) und stürzten uns auf die erste Pension, die wir sahen - Zur Möwe. Und hier sind wir jetzt. Und es ist das bisher schönste Zimmer und das bisher schönste Haus des Urlaubs. Und da es morgen richtig heiß werden soll und wir kleine Schnuffis sind und eigentlich erst morgen hier sein wollten, bleiben wir einfach 2 Nächte und gehen morgen annen See. So.

Heute Abend haben wir übrigens auch schon einen Rundgang durch fast ganz Wittenberge gemacht. Wir haben die Herde Hunde, die hier begraben sein muss, aber leider nicht gefunden.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 80 km
Fahrzeit: 4,5 h
Pause: 1 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h
Arsch-o-Meter: 7/10
Wetter: anfangs schwül, zwischendurch perfekt, am Ende wieder sehr warm
Passierte Bundesländer: Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Frau (Tchibo): doof
Mann (Penny): okay

Dienstag, 21. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 2: Von Lauenburg bis Hitzacker

Hallo, liebe Lesenden,

unglaublich, aber wahr. Nach mehrjähriger Durststrecke kommt hier tatsächlich nur einen Tag nach Teil 1 schon Teil 2. Ich bin selber ganz begeistert von mir. Außerdem bin ich mindestens genau so begeistert darüber, dass wir heute trotz eines Arsch-o-Meters von 8/10 fast genau so weit geradelt sind wie gestern.

Alles fing an in Lauenburg. Im Omma-Hotel gab es ein sehr großartiges Frühstück und 1 Sekunde vor der Abfahrt hat sich auch meine Sonnenbrille wieder eingefunden, die ich seit gestern Abend vermisst hatte. Nach einer ca. einer halben Stunde andauernden Orientierungslosigkeit mit einem etwas längerem Spaziergang über fiesestes Kopfsteinpflaster und der ersten Elbquerung des Tages waren wir dann auch irgendwann wieder auf dem Radweg unserer Wahl. Ab dann wurde es aus dramaturgischer Sicht extrem langweilig. Es gab Deich, Deich und Deich. Außerdem: Deich. Super zu fahren, uninteressant zu erzählen. Zwischendurch ein paar Schafe. In Bleckede ging es wieder auf die Fähre. Der Radwegführer sah auf unserer aktuellen Elbseite wieder ein großes Stück mit "naturbelassenem Wegebelag" vor, darauf hatten wir irgendwie nicht ganz so viel Lust... Rechtselbisch war die Abwechslung dann auch richtig groß. Neben Deich gab es auch Deich mit Gras und Deich mit Schaaf. Na gut, Störche gab es auch. Außerdem fanden wir in Stiepelse ein richtig gutes Café (Plan B), in Darchau die Stelle, an der wir vor Jahren eine mittlerweile wieder geschiedene Hochzeit gefeiert haben und wegen leerem Tank fast nicht mehr nach Hause gekommen wären und in Konau die Filzwerkstatt unseres Vertrauens (Eigengut). Alles ganz ungeplant und zufällig. Verrückt! Irgendwann waren wir dann in Bitter und setzten mit der niedlichsten Fähre der Welt über nach Hitzacker.

Hitzacker ist schick. Ziemlich klein, aber schick. Wir residieren in einer Art Pension (Villa Romantika), die nur ein bisschen kitschig, aber eigentlich sehr passabel ist. Während des Einzugs ins Achtelfinale spachtelten wir vom sehr sehr guten Buffet im Canaletto, wo uns derselbe Oppa dauernd ins Bild watschelte, den wir danach 3 Straßen weiter bei unserem Stadtrundgang aus dem Fenster glotzen sahen. Wahrscheinlich der einzige Bewohner (oder der Bürgermeister) der Stadt. Ansonsten pflegen wir unsere Sonnenbrände und sind gespannt, welche Abenteuer der morgige Tag für uns bereit hält.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 60 km
Fahrzeit: gut 3,5 h
Pause: ca. 2 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,5 km/h (aber nur, weil wir durch Lauenburg schieben mussten)
Arsch-o-Meter: 8,5/10 (Anne: 6,5/10 - Streberin!)
Wetter: anfangs perfekt, bisschen bewölkt, aber trocken, nachmittags wieder viel Sonne und sehr warm
Passierte Bundesländer: Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Frau (Penny): okay
Mann (Lidl, lang): doofer

Update! Es ist unglaublich! Der Bürgermeister von Hitzacker sitzt jetzt in der Kneipe gegenüber unserer Herberge! 😂

Montag, 20. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 1: Von Hamburg bis Lauenburg

Freunde der Einsamkeit! Ihr seht richtig, der fleißigste Nicht-Blogger der Welt meldet sich zurück. Keine Ahnung für wie lange, aber auf jeden Fall für heute.

Der Grund ist der: Die beste Frau der Welt und ich sind im Urlaub und ich brauche ein externes Gedächtnis. Es passiert nämlich richtig viel. Da ich den Kram hier allerdings maximal unkomfortabel mit dem Handy schreiben muss, muss ich mich kurz halten.

Also, der Plan ist, von Hamburg aus den Elberadweg entlang zu radeln. Bis wir keine Lust mehr haben, maximal 1,5 Wochen. Dann mit Zug zurück. Heute ging es los und das ging so:

Start gegen 11:30 Uhr, erstmal beim Fahrradladen Luft holen. Dann Richtung Vier- und Marschlande, bekannt aus zahlreichen (also 3) Probe-Radtouren. Durch Fünfhausen bis Zollenspieker. Dort Pommes. Auf die Fähre! Rüber nach Hoopte. Erstmal verfahren und nach 5 km Umweg wieder am Elbufer. Irgendwo im Nirgendwo auf nem Spielplatz gebaggert und mit der Seilbahn gefahren, dann in Drennhausen in einem ausgezeichneten Café (Das Elbcafé) ausgezeichneten Kaffee getrunken. Weiter durch eine Schaafherde bis hinter Stove, dort wieder auf die rechte Elbseite nach Geesthacht gewechselt, diesmal unter Zuhilfenahme einer Brücke. Laut Elberadwegführer die beste Brücke der Welt, mit Fischtreppe und Schleuse und Trallalla. Schön durchs Geesthachter Industriegebiet geradelt, vorbei am AKW Krümmel. Ein Traum! Hinter Tesperhude dann ein noch größeres Highlight: 10 km durch Wald, mit Hoch und Runter! Der Führer sagt euphemistisch: "Naturbelassener Wegebelag mit schönen Aussichten vom Steilufer" - am Arsch die Räuber! Schöne Aussicht heißt hier Baum, Baum und nochmal Baum. Mit dem Rad voller Gepäck kein so richtig großer Spaß. Die Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, aber dank eiserner Disziplin und zusammengebissener Zähne noch immer an meiner Seite. Irgendwann dann in Lauenburg gelandet, dort seit kurzem nach 18 Uhr lustiges Abgammeln im Omma-Hotel Bellevue. Morgen geht's weiter!

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 65 km
Fahrzeit: knapp 5 h
Pause: ca. 1,5 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 km/h (aber nur, weil wir im bekackten Wald ab und zu schieben mussten)
Arsch-o-Meter: 8/10
Wetter: fast perfekt, bisschen viel Sonne, aber nicht zu warm
Passierte Bundesländer: Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Frau (Lidl, lang): doof
Mann (Tchibo): doof

Sonntag, 24. März 2013

Australien - Die Abrechnung

Mittlerweile sind wir seit 2 Wochen, die sich wie 2 Monate anfühlten, wieder zuhause. Zeit genug, um sich noch einmal eingehend mit dem wahrscheinlich besten Urlaub der Welt auseinandergesetzt zu haben gekonnt dürfen und eine schöne Gelegenheit, um (noch) einmal alles zu sagen, was gesagt werden muss, aber schon gesagt wurde oder noch nicht gesagt werden konnte. Und natürlich um die große Linksverkehr-Statistik zu veröffentlichen. Selbstverständlich wird das hier auf keinen Fall geordnet vonstatten gehen, sondern so, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Guck:
  • Australier haben keine Esskultur! Zum Frühstück gibt es labberiges Brot mit Marmelade, Erdnussbutter oder Hefe. Oder Klumpen, die in Milch aufgelöst nach nichts schmeckende Pampe ergeben. Zum Mittag und Abendbrot gibt es irgendwas mit Roter Bete. Ich denke, es sagt schon einigermaßen viel aus, dass es das beste Essen, das wir während unseres Urlaubs hatten, während unserer Outback-Tour gab (u.a. als wir keinen Strom und kein fließendes Wasser hatten)...
  • Australier haben eine Grillkultur! In so ziemlich jeder Stadt stehen irgendwo (in Parks oder so) große Gasgrills rum, die oft sogar kostenlos benutzt werden können. Hostels mit BBQ-Grill und regelmäßigem BBQ-Abend sind auch Standard. Schäbig eigentlich, dass wir sowas nie mitgemacht haben.
  • Australier haben keine Klokultur! Einlagiges Klopapier ist voll angesagt. Überall.
  • Burger King heißt Hungry Jack's!
  • Die Fast Food-Verteilung ist das komplette Gegenteil im Vergleich zu Deutschland! Wir haben in empirischen Studien folgende Marktpositionen erarbeitet:
    1. Subway
    2. KFC
    3. Hungry Jack's
    4. McDonald's
  • Bei Subway gibt es Meatball!
  • Das Geld ist total verrückt! Banknoten sind aus Plastik und Münzen haben merkwürdige Größen (die 2$-Münze ist am kleinsten und die 50ct-Münze am größten).
  • Das Land hat ein großartiges Ampelsystem! Zum einen machen die Fußgängerampeln unaufgefordert ein fantastisches Geräusch, wenn sie auf grün springen (ungefähr so: "PIJUH!"). Zum anderen steht auch immer(!) am hinteren Ende der Kreuzung/Abbiegung/wasauchimmerdergrundfürdieampelist eine zweite Ampel, sodass man, auch wenn man ganz vorne an der Ampel steht, keine Verrenkungen anstellen muss, um mitzubekommen, wann grün ist. Geiles Ding und bisher von mir mit am meisten vermisst.
  • Beim Tanken kann man nicht das Gerät festklemmen, sondern muss den Rüssel die ganze Zeit festhalten - megaanstrengend! Dafür ist aber wenigstens das Benzin günstiger als in Deutschland.
  • Auto fahren in Melbourne ist kein Problem. Auto fahren in Sydney ist der blanke Horror! Und dann gibt's in Sydney auch noch keinen vernünftigen Radiosender.
  • Song des Urlaubs: Olly Murs & Flo Rida - Troublemaker (lief während unserer Mietwagenzeit in Melbourne und Adelaide mindestens 3x am Tag)
Last but not least - Die einzig wahre Linksverkehr-Statistik:
Scheibenwischer angemacht, obwohl geblinkt werden sollte7x
Schaltknüppel nicht gefunden, weil an die falsche Seite gegriffen wurde3x
Zum Einsteigen auf die falsche Seite gegangen (Anne)7x
Zum Einsteigen auf die falsche Seite gegangen (Martin)4x
Bonus-Content: Scheibenwischer in Deutschland angemacht, obwohl geblinkt werden sollte2x

Montag, 11. März 2013

Diaabend, Teil 3

So, mittlerweile sind wir (leider) wieder gut im heimischen Schnee angekommen. Für alle, die wir noch nicht persönlich mit unseren 69 Millionen Fotos belästigen konnten und für uns selber, um die Urlaubsstimmung noch ein bisschen aufrecht zu erhalten, kommen jetzt noch ein letztes Mal einige Bilder von unseren letzten Etappen.

Ach so, wen es interessiert: Unser Ausflug in die Blue Mountains war (mal wieder, man kann sich da einfach nicht oft genug wiederholen) sehr fantastisch. Tolle Bäume, stellenweise echtes Regenwaldfeeling, hammerharte Wasserfälle, dolle Felsen (ganz bekannt - die Three Sisters), unendlich viele Asiaten und tatsächlich eine bläulich gefärbte Luft (wegen Eukalyptusdämpfen - kein Scherz). Weil wir die Wochen zuvor sparsam gelebt hatten, konnten wir uns auch Tickets für die super Touri-Falle "Scenic World" leisten, wo wir mit der steilsten und der höchsten Seilbahn außerhalb Castrop-Rauxels fahren (aber nicht mit der steilsten Eisenbahn, die war zu) und auf dem längsten Brett der Welt (oder sowas in der Art) laufen konnten. Hat sich nicht gelohnt, aber egal, es war trotzdem tip top Lollipop. Unseren letzten Strandtag haben wir dann am Manly Beach verbracht, wo man ein bisschen günstiger parken konnte als in Bondi (15€ vs. 16€ für 2 Stunden), der aber nicht ganz so schön war. Aber immer noch schöner als die weiße Hölle, die uns hier empfangen hat... ;-)

Übrigens wird es demnächst noch einen letzten Australien-Bericht geben, in dem ich u.a. die große Linksverkehrs-Statistik veröffentlichen werde. Es lohnt sich also, jeden Tag 3x vorbeizuschauen und in den Kommentaren zu betteln.

Aber ich schwiff ab. Hier kommen jetzt die Fotos. Natürlich wieder so sortiert wie beim Aldi die Sonderangebote zum Schulanfang.

Foto 1: Wentworth Falls, Blue Mountains
Foto 2: Opernhaus bei Nacht, Sydney
Foto 3: Opernhaus und Harbour Bridge, Sydney
Foto 4: Three Sisters (+ Inge), Blue Mountains
Foto 5: Barron Falls, Regenwald bei Cairns
Foto 6: Cairns Lagune
Foto 7: Martin und Paddington, Cairns EKZ
Foto 8: Skyrail, zwischen Cairns und Kuranda

Dienstag, 5. März 2013

Sydney - The final Countdown

Meine Damen und Herren,

ich hoffe, ihr seid genau so aufgeregt wie ich auf diese absolute Premiere. Zum ersten Mal auf unserer Reise hat der unglaublich langsame und faule Blogger die unglaublich schnellen und fleißigen Urlauber eingeholt! Ich kann endlich das schreiben, was euch am wenigsten interessiert - wann wir heute aufgewacht sind, was wir gegessen haben und wie lange Anne im Bad gebraucht hat - ohne dass der Text 47 km lang wird. Ein Traum!

Mittlerweile sind wir übrigens in Sydney angekommen, der letzten Station unserer Reise. Und auch hier haben wir schon einiges erlebt, allerdings bisher nur mittelmäßig Herausragendes. Wir sind jetzt seit 6 Tagen hier und sind die meiste Zeit durch die Stadt gestrolcht, weil das Wetter es das erste Mal nicht so gut mit uns meinte (die ersten 2-3 Tage hat es entweder geregnet oder es war bewölkt, aber wenigstens war es nie kälter als 15°C). Die Stadt ist aber auch im Regen schön. Sehr viel Grün (wie eigentlich jede Stadt, in der wir waren), beeindruckende Hochhäuser, schöne alte Stadtviertel, nette Märkte für Klimbim, fantastische Strände (wir waren am ersten Sonnentag hier natürlich auch schon am Bondi Beach - sooo krasse Wellen!) und über allem natürlich dieses großartige Opernhaus und die nicht viel weniger mögige Harbour Bridge. Geilomat! Aber ständig geht's bergauf oder bergab - ein Hoch auf denjenigen, der die Wochenkarte für den ÖPNV erfunden hat, sodass man wenigstens zwischendurch mal andere für sich arbeiten lassen kann, während man selber faul herumsitzt und die Füße qualmen lässt.

Seit gestern sind wir aber wieder stolze Besitzer eines Mietwagens, sodass wir wenigstens die Latscherei in andere Stadtteile oder Städte verlegen können. Heute sind wir damit nach Port Stephens gefahren, in der Theorie (Reiseführer) die Delfinhauptstadt Australiens und nur knappe 150 km entfernt. Praktisch saßen wir fast 3 Stunden in der Karre, hätten Port Stephens fast nicht gefunden, weil es ein ganzes Gebiet und keine einzelne Stadt und damit kaum ausgeschildert ist und haben keinen einzigen Delfin gesehen. :-( Aber wenigstens sind wir in einem netten Dorf mit schönen Küsten und einem atemberaubenden Aussichtspunkt gelandet, sodass die Fahrt nicht völlig umsonst war.

Morgen (Mittwoch) soll es in die Blue Mountains gehen, ein spektakuläres (Regen-)Waldgebiet nicht weit von Sydney entfernt, übermorgen wollen wir nochmal einen Strandtag einlegen und dann geht es auch schon wieder ab nach Hause. Aber daran wird momentan noch nicht gedacht.

Ach so, die spektakulären Antworten auf die interessanten Fragen vom Anfang sind: 8 Uhr, Brot, Kuchen und KFC und ca. 20 Minuten.

Sonntag, 3. März 2013

Cairns - Von der Wüste in die Tropen

Als vierte Station unserer Rundreise hatten wir uns Cairns im Nordosten des Landes ausgeguckt. Obwohl wir mehr oder weniger damit gerechnet hatten, war das Verlassen des Fliegers ein kleiner Kulturschock. Statt 40°C trockener Hitze erwarteten uns plötzlich gute 30°C und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 85%. Ächz. Von der Stadt als solcher haben wir auch leider gar nicht viel mitbekommen, weil uns, sobald wir unser halbwegs klimatisiertes Hostel verlassen hatten, der Schweiß sämtliche Sinnesorgane verklebte. Ich glaube aber, Cairns war auch ganz nett. :-) Witzig war auf jeden Fall die Lagune, eine Art kostenloses Freibad direkt an der Küstenpromenade.

Die Stadt war aber ohnehin nicht der Hauptgrund für unseren Aufenthalt, sondern eher das Drumherum. Und das ist wirklich - mal wieder - atemberaubend. 2 Tage hatten wir zur Verfügung und viel unterschiedlicher hätten unsere Tagesausflüge kaum sein können. Den ersten Tag fuhren wir ein paar Berge rauf und wieder runter. Das Krasse war: Auf den Bergen wuchs Regenwald! Es gab eine Gondel-Seilbahn (ich glaube, die längste von irgendwas oder so), die ca. 1 Stunde unterwegs war und mit der man nur wenige Meter über den Baumwipfeln entlang fuhr. Zwischendurch konnte man 2x aussteigen und stand dann entweder im tiefsten Urwald oder an einem tollen Wasserfall. Am Ende der Fahrt landete man in einem kleinen Dorf, in dem man Nippes und Jedöns kaufen konnte. Zurück fuhren wir den ganzen Weg mit einem Bummelzug auf einer hundertnochwas Jahre alten Bahnstrecke. Aber wie krass war das? 48 Stunden vorher haben wir im tiefsten Nirgendwo einen Felsen und Fliegen bestaunt und nur 2 Flugstunden weiter standen wir plötzlich in einem echten Regenwald und konnten hässliche Magnete und von Aborigines handgeklöppeltes Porzellan kaufen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber dieses Land ist der Wahnsinn!

Dieser Eindruck sollte sich am folgenden Tag noch weiter verstärken, bei der aus meiner Sicht allerbeeindruckendsten Unternehmung aller unserer beeindruckenden Unternehmungen - wir fuhren ans Great Barrier Reef. Mein lieber Herr Gesangsverein, war das großartig! Ich kann ja sonst mit Fischen und so überhaupt nichts anfangen, aber das. War. So. Krass. Wir fuhren anderthalb Stunden mit nem Schiff raus, fielen ins Wasser, schnorchelten rum (mein erstes Mal schnorcheln - sehr aufregend!) und sahen keine 2 Meter unter uns tatsächlich Korallen und so unglaublich viele unterschiedliche Fischarten - der Wahnsinn! Nemo haben wir übrigens auch gefunden. :-) Anschließend fuhren wir nochmal ne halbe Stunde weiter und sahen noch viel mehr Fischarten (leider keinen Hai, obwohl die da wohl auch abhängen sollten) und sogar Schildkröten! Ich hätte da wahrscheinlich den ganzen Tag verbringen und einfach nur im Wasser rumliegen und beobachten können. Man hat sich wie in einem überdimensionalen Aquarium gefühlt - nur, dass es interessant war. Granatenstark!

Dummerweise haben wir vor lauter Staunerei das Eincremen etwas vernachlässigt, sodass wir uns beide nen schönen Ganzkörper-Sonnenbrand eingefangen haben. So bescheuert, wir latschen 3 Tage lang bei prallster Sonne in der Wüste rum und es passiert nichts und dann fahren wir nen halben Tag auf See (es war sogar größtenteils bewölkt) und werden prompt so rot wie ein sich schämender Wombat. Wenigstens haben wir danach tatsächlich unsere ersten Regentage des Urlaubs durchgemacht, sodass wir uns in Ruhe auskurieren konnten.

Freitag, 1. März 2013

The Rock - Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen

Wenn man schonmal in Australien ist, kann man sich ja auch gleich den größten Felsklumpen der Welt ansehen, dachten wir. Zu diesem Zweck hatten wir eine 3-tägige Campingtour gebucht, in der wir nicht nur den Ayers Rock bzw. Uluru zu Gesicht bekommen sollten, sondern auch gleich noch einige andere interessante Steinhaufen drumherum. Der Startpunkt dieses Abenteuers war Alice Springs, so ziemlich die einzige richtige Stadt im Outback. Wobei Stadt hier eigentlich auch übertrieben ist, das ganze Leben (oder nennen wir es besser Vegetieren) spielt sich dort in ca. 3 Straßen ab. Und ja, es ist wirklich so öde, wie es klingt. Wenigstens war unser Hostel ganz witzig und beherbergte einen Pool.

Zur Tour wurden wir pünktlich um 6:15 Uhr abgeholt, um dann erstmal ca. 6 Stunden lang durch das pure Nichts zu fahren. Während der Fahrt kamen wir an ungefähr 4 Kreuzungen und 2 Tankstellen mit Kneipe vorbei und bogen ca. 3x ab, abgesehen davon passierten wir unzählige Grasbüschel, mehrere Bäume, viel rote Erde und ab und zu mal ein paar Gesteinsansammlungen. Dabei wurden wir von 3 Autos überholt, während uns 7 Autos entgegen kamen (zum Glück passierte nicht beides gleichzeitig). Es war wirklich sehr sehr einsam. Aber wir hatten ja uns und in diesem Fall bestanden "wir" aus uns, unserem Guide Sam, dessen guter Musik und 13 anderen Leuten, mehrheitlich (natürlich) Asiaten.

Irgendwann waren wir am Kings Canyon angekommen, einem... nun ja, Canyon halt. Wir gingen rum, aber nur den kleinen Weg, weil der große wegen Hitze gesperrt war. Es war aber auch so schon elend genug. Der Weg war nicht anspruchsvoll, aber es war schweineheiß (irgendwas über 40°C) und es wimmelte von Fliegen. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne Stunde durch die Einöde und hielten an einer Tankstelle mit Pool, wo es von Fliegen wimmelte. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne Stunde durch die Einöde und hielten an ein paar Bäumen, die wir zwecks Feuerholzgewinnung rodeten und wo es von Fliegen wimmelte. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne halbe Stunde durch die Einöde und hielten an einem unglaublich großen, imposanten Felsen, bei dem wir alle dachten, es wäre der Uluru, war aber nur der Mount Connor (bzw. Fooluru, wie ihn Sam liebevoll nannte). Fliegen waren aber trotzdem da. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne halbe Stunde durch die Einöde und hielten irgendwo im Nirgendwo ohne Strom, Wasser und Klo, machten ein großes Feuer, kochten ein fantastisches Essen und schliefen dann in (bzw. bei immer noch ca. 22°C eher auf) Schlafsäcken ums Feuer herum. Es war sehr romantisch, sogar die Fliegen verschwanden nach Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen wurden wir noch vor Sonnenaufgang geweckt. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne Stunde durch die Einöde und hielten an den Olgas bzw. Kata Tjuta, mehreren sehr sehr eindrucksvollen Haufen aus Stein, an denen es von Fliegen wimmelte. Wir gingen ca. 3 Stunden rum und es war sehr heiß (deswegen war der Weg auch ab 11 Uhr gesperrt), sehr fliegig und sehr anstrengend, aber auch sehr schön. Paradox. Aber so muss das wohl im Outback. Danach fuhren wir dann erstmal noch ne halbe Stunde durch die Einöde und hielten an unserem neuen Camp, in dem es Strom, Duschen, Klos, Fliegen und einen Pool gab, den wir ausgiebig nutzten. Danach fuhren wir dann erstmal noch kurz durch die Einöde und bekamen dann endlich den Uluru zu sehen. Mann, ist das ein Brocken! Ich meine, es ist tatsächlich nur ein riesengroßer Brocken, der mitten im Nichts steht, aber es ist verdammt nochmal ein riesengroßer Brocken, der mitten im verdammten Nichts steht! Einfach so. Und vor wasweißich wievielen Jahren wurde er von einer uralten Kultur/Gesellschaft bewohnt! Und weit und breit drum herum ist einfach mal Nichts. Ein paar Grasbüschel und ab und zu mal ein Baum, aber sonst: Nichts. Nur dieser 350 m hohe rote Klumpen mit seinen ca. 9 km (!!!) Umfang. Das ist so unfassbar beeindruckend. Wahrscheinlich das Beeindruckendste, was ich bis dahin gesehen habe. Wir sahen ihn dann noch im Sonnenunter- und -aufgang und latschten einmal komplett drum herum (hat ca. 2 Stunden gedauert) und er war immer noch beeindruckend. Nur den Fliegen war das alles wumpe, die schwirrten, sobald die Sonne zu sehen war, in Scharen um uns herum und ließen sich auf jedem Körperteil nieder, das ihnen gerade in den Weg kam.

Auf dem Rückweg nach Alice Springs sind wir übrigens noch auf Kamelen geritten und haben ein Känguru mit Baby im Beutel gesehen. Ich weiß aber nicht, wie ich das noch einigermaßen sinnvoll in den restlichen Text integrieren kann. Und wo ich gerade bei sinnlosen unzusammenhängenden Aufzählungen bin: An den 3 Tagen sind wir insgesamt 1400 km mit dem Bus unterwegs gewesen. Alles nur, um 3 Stellen zu sehen, an denen Steine aus der Erde kommen. Und dann lohnt sich die ganze Fahrerei auch noch. Krasses Land.

Montag, 25. Februar 2013

Von Melbourne bis Adelaide - Great Ocean Road

Nach unserem Gastspiel in Melbourne stand das erste richtige Abenteuer auf dem Plan. Mit unserem Mietwagen wollten wir knapp 1000 km nordwestlich nach Adelaide fahren. Das erste Drittel der Strecke sollte dabei über die Great Ocean Road führen, eine angeblich spektakuläre Küstenstraße. Für diesen Teil unserer Reise hatten wir mehr oder weniger bewusst keine Unterkünfte im Voraus gebucht, was zuerst für einige Bauchschmerzen gesorgt, sich hinterher aber als absoluter Glücksfall erwiesen hat. An unserem letzten Abend in Melbourne planten wir unsere Fahrt etwas genauer und entschieden, eine Nacht in Apollo Bay, was ungefähr auf der Hälfte der GOR liegt, zu verbringen, eine an deren Ende oder wahrscheinlich eher 100-200 km dahinter und dann bis Adelaide durchzubrettern. Als wir daraufhin in den entsprechenden Orten Hostels buchen wollten, fanden wir genau nichts, bzw. nichts, was frei war bzw. nichts, was frei und bezahlbar war. Tolle Wurst. Also hieß es, erstmal loszufahren und dabei zu hoffen, unterwegs irgendwas zu finden.

Einige Kilometer vor Apollo Bay hielten wir dann mal nach Motels oder ähnlichem Ausschau. Davon gab es reichlich, aber auch genau so viele "No Vacancy"-Schilder. Nachdem wir auch in Apollo Bay selber erfolglos durch die Straßen gekurvt sind, suchten wir als letzte Hoffnung die Touristeninformation auf. Und hier kommt jetzt was, was neben diesem ganzen krassen Landschaftskram so großartig an Australien ist: Die Leute sind so unglaublich nett und freundlich! Ausnahmslos. Sogar Busfahrer. Die Informiererin in Apollo Bay telefonierte 5 oder 6 Unterkünfte ab - fast alle davon erfolglos - und empfahl uns dann eine Art Campingplatz ca. 30 min entfernt mitten im Nationalpark. Als wir dort unseren Raum mit Bett bezogen, fiel uns fast ein Koala auf den Kopf, der es sich in dem Baum neben unserem Raum gemütlich gemacht hatte. Nach genauerer Untersuchung der Umgebung stellte sich heraus, dass es auf dem ganzen Gelände von Koalas nur so wimmelte! Verrückt! Bei der Übernachtungsmöglichkeitssuche am Tag darauf steuerten wir dann gleich die Touristeninformation in Warrnambool, dem letzten Ort auf der GOR, an, hier gestaltete sich die Bettensuche aber auch wesentlich einfacher. Letztlich landeten wir hier in einem richtigen kleinen Appartement mit Küchenzeile und eigenem Bad. Luxus pur!

Eigentlich war ja aber der Weg das Ziel. Und was das für eins war! So großartige Landschaften! So viele Kurven! So eine tolle Klimaanlage! Aber ernsthaft, die GOR ist in der Tat ausgesprochen schön. Fast alle 5 km ein Aussichtspunkt, an dem sich das Aussteigen auch tatsächlich lohnt, weil die Küste wirklich atemberaubend ist (und nach jedem Aussichtspunkt ein Verkehrsschild, das darauf hinweist, dass man doch in Australien bitte links zu fahren hat). Und immer mal wieder kann man ins Hinterland abbiegen und landet nach kurzer Fahrt plötzlich in einem Urwaldgebiet mit Wasserfällen, hoher Luftfeuchtigkeit und allem Pipapo. Der Höhepunkt der ganzen Fahrerei (der auch als solcher mit Hubschrauberumflügen und so ausgeschlachtet wird), sind aber eindeutig die Twelve Apostels, ein paar krasse Stücke Fels, die einfach so im Wasser rumstehen. Klingt bescheuert, ist aber tatsächlich sehr beeindruckend.

Nachdem wir am Ende der GOR angekommen waren, hatten wir dummerweise noch ca. 2/3 des Weges vor uns. Da wir keine andere Wahl hatten (das Hostel in Adelaide war bereits gebucht), zogen wir es einfach an einem Tag durch. Hat sich auch nicht als die dümmste Entscheidung der Welt herausgestellt, da wir bei Temperaturen von um die 40°C schön im klimatisierten Auto sitzen konnten und die Landschaft zu 90% unfassbar langweilig und eintönig war. Ganz schön groß, dieses Australien. Glücklicherweise hielten wir aus Blasenerleichterungsgründen in irgendeinem Kuhkaff auf dem Weg (von denen wir tatsächlich während der ganzen 7-stündigen Fahrt nur 5 oder 6 passierten) an der Touristeninfo an, wo wir vor Buschfeuern gewarnt wurden, in die wir sonst vermutlich volles Mett reingebrettert wären.

Irgendwann am Abend hatte uns die Zivilisation dann wieder - wir hatten Adelaide erreicht. Die Zeit dort war dann aber einigermaßen unspektakulär. Ursprünglich wollten wir einen Abstecher nach Kangaroo Island machen, einer für ihre großartige Tierwelt und Landschaft bekannten Insel südlich von Adelaide, verwarfen diesen Plan dann aber aus Zeit- und Geldgründen. Stattdessen fuhren wir in einen nahegelegenen Wildpark und nahmen Koalas auf den Arm, kehrten kurz in Hahndorf ein, einem deutschen Dorf, in dem man Kuckucksuhren kaufen konnte, suchten erfolglos einen angeblich tollen Strand und ließen uns dann an einem nicht ganz so tollen Strand nieder und schlenderten durch Adelaides durchaus nett anzusehende Innenstadt. Und dann ging es auch schon weiter ins Outback. Aber das, liebe Kinder, ist eine andere Geschichte.

Diaabend, Teil 2

Tadaa, es gibt neue Fooootooos, die euch eventuell richtig neidisch machen werden. Wie man so hört, liegt noch schön Schnee in Deutschland und es ist allgemein auch ziemlich... nun ja, doof? Naja, kein Grund zum Jammern. Wir sind die letzten Tage bei 40°C durch die Wüste gelatscht, ist auch kein Zuckerschlecken gewesen. Aber besser als im Schnee zur Arbeit zu fahren, sag ich mal :-P

Berichte folgen in den nächsten Tagen irgendwann noch, jetzt erstmal ein paar Fotos. Natürlich wie immer in vollkommen zufälliger Reihenfolge.

Foto 1: Inge am Uluru (Ayers Rock)
Foto 2: Ein paar der Twelve Apostels, Great Ocean Road
Foto 3: Gruppenfoto der Outbacktourcrew, Alice Springs
Foto 4: Anne am Uluru
Foto 5: Sonnenaufgang am Uluru
Foto 6: Koala im Bimbi Park, bei Apollo Bay
Foto 7: Kurze Ausrastung, Great Ocean Road
Foto 8: Inge an den Triplet Falls, bei der Great Ocean Road
Foto 9: Melbourne City von oben
Foto 10: Buschcamp im Nirgendwo

Dienstag, 19. Februar 2013

Melbourne - 3 Tage wach

Mittlerweile haben wir die erste richtige Station unserer Reise hinter uns gebracht und Melbourne in Richtung Adelaide verlassen. Der Anfang war auch in Melbourne etwas beschwerlich - Hotelsuche ist irgendwie nicht so unser Spezialgebiet. Nach einer guten Dreiviertelstunde, die wir mit vollem Gepäck und bei 30°C von der fast richtigen Tram-Station durch die Straßen stapfen mussten (ja, wir sind wirklich nicht zu beneiden), waren wir dann aber endlich angekommen. Als Entschädigung haben wir uns anschließend erstmal ein paar Stunden an den Strand gepackt, der sich praktischerweise nicht allzu weit von unserem Hostel befunden hat. Hier hat Anne sich auch sofort ihr erstes Andenken mitgenommen - einen formschönen Sonnenbrand.

Am nächsten Tag konnten wir einen Mietwagen abholen und uns mit dem Linksverkehr vertraut machen. Das heißt, ich konnte mich mit dem Fahren vertraut machen und Anne damit, nicht ständig zu erschrecken. ;-) Nach einiger Zeit hat man sich aber so einigermaßen an alles gewöhnt - außer daran, dass Türen und Blinker vertauscht sind (eine detaillierte Statistik über sämtliche Missgeschicke wird vermutlich zum Ende der Reise folgen). Zum Glück haben wir keinen Schaltwagen, das würde mich wahrscheinlich völlig überfordern.

Mit dem Auto fuhren wir bis Phillip Island, einer kleinen Insel im Süden von Melbourne und erlebten dort den bis dahin schönsten Tag - wir bestaunten unfassbare Küsten, tosende Brandung und sahen unsere ersten australischen Tiere in freier Wildbahn: süüüße kleine Wallabies. Für den Abend hatten wir uns Tickets für die berühmte Penguin Parade zugelegt - ein skurriles Naturschauspiel. Auf Phillip Island leben nämlich Hunderte kleiner Zwergpinguine, die bei Tagesanbruch in den Ozean abdampfen und nach Sonnenuntergang wieder zurück in ihre Höhlen marschieren. Auf ihrem Weg vom Meer über den Strand wurden sie dabei von Millionen Asiaten und uns bestaunt. Ob die ganze Watschelei jetzt tatsächlich umgerechnet 18€ pro Person wert war, sei mal dahingestellt, aber witzig und erstaunlich wars auf jeden Fall.

Am Freitag ließen wir das Auto stehen und erkundeten endlich mal die Melbourner Innenstadt, die tatsächlich ziemlich beeindruckend ist. Leider aber auch ziemlich teuer, wie übrigens so ziemlich alles in Australien. Wir haben z.B. Freudentänze aufgeführt, als wir im Woolworths Wasser für 50 Cent pro Liter gefunden hatten - in den Kiosken in der Stadt hatten wir vorher immer ca. 3€ pro Liter latzen müssen! Die restlichen Lebensmittelpreise sind dann auch entsprechend. Aber zurück zur Innenstadt. Sie ist beeindruckend. Drumherum ist viel Grün und innendrin viel Hoch. Wir machten eine todlangweilige Bootstour, guckten uns große und schöne Häuser von außen an und kauften uns nach langer Überlegung noch teure Eintrittskarten für das Skydeck im 88. Stock des Eureka Towers - die höchste Aussichtsplattform der Südhalbkugel oder sowas in der Art. Und hier hatten wir dann auch endlich die erste Attraktion, die all ihr Geld wert war. Es gab kostenloses funktionierendes W-LAN (kostenloses W-LAN gibt es öfter, aber in ca. 50% der Fälle funktioniert es nicht), man hatte ordentlich Platz und musste sich nirgendwo durchquetschen und der Ausblick war absolut gigantisch. Ein würdiger Abschluss für unsere Zeit in Melbourne, die dadurch veredelt wurde, dass wir auf unserer letzten Fahrt mit der Tram direkt mal nach dem Weg gefragt wurden. Wir konnten selbstverständlich auch sofort weiterhelfen. Leider ist der Typ, nachdem er sich mit einem anderen Typen unterhalten hatte, dann aber doch woanders ausgestiegen.

Freitag, 15. Februar 2013

Diaabend, Teil 1

Hier sind ein paar erste Fotos aus Dubai, Melbourne und Phillip Island. Leider ist das Formatieren übers Tablet etwas schwierig, deswegen kommen jetzt erst die Beschreibungen und danach die Fotos in chaotischer Sortierung.

Foto 1: The Nobbies, Phillip Island
Foto 2: St. Kilda Beach, Melbourne (15 min von unserem Hostel entfernt)
Foto 3: Burj al Arab, Dubai
Foto 4: Wallaby im Oswin Roberts Reserve, Phillip Island
Foto 5: Phillip Island
Foto 6: Melbourne
Foto 7: Flughafen Dubai

Mittwoch, 13. Februar 2013

Die 28 Stunden von Dubai

Der erste Teil unserer Reise liegt nun hinter uns und eine Sache ist uns bereits jetzt klar geworden: Nach Dubai müssen wir nicht nochmal. Eine komische Stadt mit großen Kontrasten. Auf der einen Seite hochmodern, elitär und fast schon steril, mit vollautomatischer Metro, stylischer Architektur und einer Telefongesellschaft, die heißt wie etwas zu essen, auf der anderen Seite (vor allem in den hoch gepriesenen Souks und in der Nähe des Creeks) aber auch dreckig, stinkend, laut und unfassbar chaotisch. Vor allem aber ist Dubai eins: seeeehr weitläufig. Nicht gerade die allerbesten Voraussetzungen für zwei coole Leute, die während ihres Nachtflugs ungefähr 8 Minuten dösen konnten, um 6 Uhr morgens über eine Stunde vor der Passkontrolle warten mussten und keine genaue Ahnung hatten, wo sich ihr Hotel befindet (Hausnummern sind scheinbar unemiratisch). Nach einer mittellangen kofferbepackten Odyssee durch die Gegend, in der unser Hotel ungefähr sein musste, haben wir es aber doch noch gefunden und durften sogar vor der offiziellen Check-In-Zeit auf unser Zimmer, um uns die Erschöpfung aus den Knochen zu duschen. Man muss hier dann auch mal sagen, dass die Dubaianer (wenn sie nicht gerade in den o.g. Gebieten arbeiten und dich mit aller Macht in ihre Läden quatschen wollen) sehr sehr freundlich und höflich sind - Anne ist z.b. in der Metro so gut wie immer ein Sitzplatz angeboten worden.

Als wir wieder halbwegs frisch waren, haben wir uns auf große Erkundungstour begeben. Und wenn ich groß schreibe, meine ich unglaublich megagroß. Wir durchritten die Stadt Länge mal Höhe mal Breite, fuhren in einer Nussschale über den Creek, latschten zum imposanten Burj Khalifa (dem höchsten Gebäude der Welt) und guckten uns das Burj al Aab (das Sieben-Sterne-Hotel in Segelform) von weitem an, weil Inge und unsere Füße keine Lust auf Nähe hatten. Nach einem kurzen Nachmittagsschlaf guckten wir uns während einer (unfreiwillig privaten) Bootstour dann nochmal die imposante Skyline vom Wasser aus und bei Nacht an und gönnten uns zum Abschluss ein überaus leckeres Eis beim mega abgefahrenen Cold Stone (dem besten Eisladen der Welt). Danach fielen wir halbtot ins Bett. Leider war es den ganzen Tag über ziemlich diesig, sodass unsere Fotos wohl eher nur so mittelgut geworden sind. Aber irgendwas ist ja immer.

Ironischerweise wird dieser Bericht über den kurzen Prolog unserer Reise wahrscheinlich der längste des gesamten Abenteuers. Wir brauchen halt nicht immer 68 Stunden, um von A nach B zu kommen. Aber seid euch sicher: die nächsten Stationen werden mit Sicherheit mindestens genau so schön :-P Und vielleicht gibt's auch bald ein paar Fotos...

Sonntag, 10. Februar 2013

Hallo Inge!

Keine Reise ohne Reiseleitung. Damit uns unterwegs nichts passiert, wir uns nicht verlaufen, die Koffer nicht zu voll nehmen, Kontakte mit Würfelquallen und Trichternetzspinnen minimieren und uns ganz auf unsere Erholung konzentrieren können, legen wir alles in die fachkundigen Flossen unseres neuesten Familienmitglieds.

Sagt Hallo zu Inge Pinge!

Inge Pinge