Sonntag, 21. April 2019

Von Fietsen und Bollen

Hallo.

Wie schon die guten Musiker von Montreal einst sangen: Endlich wieder Urlaubszeit! Naja, vielleicht sangen sie auch von Discos, aber das ändert ja nichts daran, dass sogar Hamburg gerade mal ein paar Feiertage springen lässt, die für einen kurzen Abstecher in die weite Welt genutzt werden können. Deshalb sattelten auch wir unsere Hühner, bzw. unsere Fahrräder bzw. sattelten wir unsere Fahrräder auf unser Auto und fuhren mit ihm und ihnen knapp 5 Stunden durch die Gegend, unter einer Landebahn hindurch bis in den Westen von Holland, der hier Südholland heißt.

Wir sind dann in Noordwijk gelandet, eigentlich mehr aus Zufall als aus Berechnung. Eigentlich wollte ich den ganzen Trip auch geheim halten und nichts schreiben, aber jetzt ist es hier so schön (in Worten: SO schön!), dass das Internet das doch endlich mal erfahren sollte. Hier ist es nämlich ziemlich schön und das aus mehreren Gründen.

Zuerst mal haben wir unfassbares Wetter. Zuhause war es ja auch schon toll und sollte ja die Tage auch so bleiben, aber hier ist es irgendwie noch toller. Schon richtig Sommer. Also auch schon schweinewarm. Nach einer merkwürdigen Eingebung haben wir zuhause jeder einfach noch ne kurze Hose in den Koffer gepackt, die hier auch gleich mein Lieblingsaccessoire geworden ist und ohne die ich zerschmelzen würde.

Dann haben wir mit das beste Airbnb-Zimmer, das wir je hatten, in einem super schönen kleinen Haus in einer super niedlichen Gegend voller Irrwege und mit einem Kanal, der an unserem Fenster vorbei fließt. Mit einer sehr entspannten und netten Gastgeberin, die uns auch noch Frühstück macht. Besser geht's nicht.

Dann ist Noordwijk ziemlich phänomenal. Es ist sehr sehr fancy, es gibt super hippe Bars, es ist unfassbar voll, an der Promenade reiht sich ein Hotel an das nächste und wenn man keine Vespa hat und damit irre herumknattern kann, ist man sowieso out. Also eigentlich hat die Stadt alles, was kacke ist. Aber irgendwie ist das alles hier nicht kacke. Und außerdem gibt es einen mega langen schönen Strand mit Dünen, es gibt unzählige Strandbars, von denen einige auch für normale Leute sind, es gibt ein ausgeklügeltes Fahrradwegenetz (dazu später noch mehr) und es gibt Pommes spezial. Irgendwie erinnert es hier an eine Mischung aus Sylt und Las Vegas, nur dass es weder eine Insel noch ein Casinoparadies ist. Und schön und nicht nervig.

Und dann die Tulpen. Wegen denen sind wir ja eigentlich hier, weil so ein netter Holländer in Island erzählt hat, zur Tulpenblüte wäre es in Holland toll. Und es ist tatsächlich einfach verrückt. Du fährst aus der Stadt raus, biegst um die Ecke und dann hat da irgendein Bauer so 4 bis drölfzig Streifen Tulpen in allen möglichen Farben angepflanzt. Aber farblich sortiert. Und um die nächste Ecke hat ein anderer Bauer auch sein Feld vollgepflanzt. Und ich frage mich, was die damit machen, weil es sind Abertausende Blumen und die verblühen da alle und dann sehen sie hässlich aus und können nicht verkauft werden, aber es ist mir egal, weil wenn sie so in Reih und Glied auf den Feldern blühen, dann sieht das schon ziemlich toll aus. Ich hätte zwar ehrlicherweise gedacht, dass es noch mehr Blumen sind und das zwischendurch nicht so viele Felder leer oder voll mit verblühten Blumen sind, aber wat soll's?! Es ist der helle Wahnsinn.

So sind wir also heute auf unseren Rädern kreuz und quer durch die Gegend geheizt und haben schöne Blumen und schöne Städtchen gesehen. Wir waren u.a. in Noordwijkerhout und in Voorhout, alles süße kleine Örtchen mit netten Läden und schönen Gassen. Wir sind auch am Keukenhof vorbei gefahren, DER Institution auf dem Gebiet der Zwiebelblumen. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind das auch Tulpenfelder, für die man aber Eintritt bezahlen muss, weil sie in einem Park bzw. Garten liegen. Nach kurzem Blick auf den übervollen Parkplatz und die noch anrollenden Automassen sind wir aber nicht rein gegangen. Gab auch so genug Tulpen zu sehen.

Die Orientierung war übrigens dank des bereits erwähnten ausgezeichneten Fahrradwegenetz auch für mich kein Problem. Es gibt hier keine wirklichen Radwanderwege, sondern einen Haufen nummerierter Punkte, die man beliebig miteinander kombinieren kann. Von jedem Punkt sind dann die angrenzenden Punkte ausgeschildert. Man bastelt sich also zu Beginn seine Route irgendwie zusammen (gibt natürlich auch schon vorgefertigte für so Faulpelze wie Martin P.) und klappert dann nur noch die einzelnen Punkte ab. Super klug, weil sich die Fahrradmassen (es waren wirklich viele Radler unterwegs) so auch ganz gut verteilen und nicht jeder denselben Weg nimmt. Und dass unterwegs eine Schraube aus meinem Sattel abbricht, da kann ja auch der Weg nichts dafür. Dafür haben wir dann auch den Abend bei einer kühlen Flasche Wein in unserer Lieblingsstrandbar ausklingen lassen und dort den schönen Sonnenuntergang genossen. Es könnte schlimmer sein.

Morgen steht ein ähnliches Programm wie heute an, nur dass wir woanders hinfahren. Wahrscheinlich nach Leiden, das so wie Amsterdam sein soll, nur anders. Also kleiner. Dienstag geht es dann wieder zurück in die Heimat. Also möglicherweise war das hier der erste und letzte Beitrag, mit dem die Welt darüber informiert werden soll, das Südholland im Allgemeinen und Noordwijk im Speziellen zur Tulpenzeit tatsächlich sehr sehr schön ist.

Sonntag, 24. Februar 2019

Der vergessliche Abrechner von Reykjavík

Als ich gestern schrob, was hot or not war, hatte ich ein Problem. Mein externes Gedächtnis lag neben mir und schlief schon. Bei unserer heutigen Unterhaltung über den Eintrag fielen dann natürlich doch noch so einige Stichworte, die einfach nicht unerwähnt bleiben können, weswegen es jetzt hier einfach noch eine Extension gibt.

Aber was kann denn noch blöd gewesen sein?

Vielleicht ja die Sprache. Die Sprache ist ein einziges Grauen. Ein Buchstabengemetzel. Normalerweise versuchen wir immer, zumindest die Standardphrasen Hallo, Tschüss, Danke und Bitte in der Landessprache zu kennen, aber auf Isländisch war das einfach unmöglich. Es reicht scheinbar nicht, willkürlich Vokale mit Akzenten zu versehen und Buchstaben zu benutzen, die es eigentlich nicht gibt (ich sag nur ð oder - noch schlimmer - þ, das zwar aussieht wie ein P, aber eigentlich irgendwas in Richtung T ist). Nein, dann muss man auch noch Wörter mit möglichst vielen aufeinander folgenden Konsonanten erfinden und als Krönung des Ganzen alles komplett anders aussprechen als man es schreibt. Da kann man doch nur verrückt werden!

Zum Glück haben wir auch noch Sachen gefunden, die gut gewesen sind. Zum einen herrscht hier eine sehr angenehme Neidkultur. Also genauer gesagt gar keine. Ob im Schwimmbad oder wenn man an fremden Fenstern vorbei geht - man glotzt einfach nicht rum. Zugegeben, das war nicht so ganz einfach für mich - ich beobachte gerne Menschen - aber im Endeffekt sehr angenehm. Hatte was von leeve un leeve losse.

Letztlich muss einfach auch nochmal gesagt werden: Island ist landschaftlich und wettertechnisch oft sehr wild und grob, aber sobald man sich innerhalb von vier Wänden befindet, ist es überall urgemütlich. Dazu passt auch, dass Reykjavík als mit Abstand größte Stadt sich nie wie eine Metropole anfühlt. Ich glaube, ich habe kein einziges großes Hotel gesehen. Dafür aber ganz viele kleinere und einladend aussehende Gasthäuser. Das war schön.

Der Abrechner von Reykjavík

Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wir bereiten uns langsam auf die Heimat vor und haben uns deshalb heute mal keinen Wasserfall angeguckt. Stattdessen waren wir am Hafen, auf dem Flohmarkt und im Schwimmbad, das gibt es ja alles in Hamburg auch. Die Temperaturen liegen hier mittlerweile auch ein ganzes Stück über dem Gefrierpunkt und so konnten wir das Reykjavík ohne Schnee mit dem verschneiten Reykjavík von letzter Woche vergleichen - wir haben uns auf Unentschieden geeinigt.

Da es von heute tatsächlich nicht viel mehr zu erzählen gibt, bietet es sich an, ein kleines Fazit zu ziehen. Starten wir mit den doofen Sachen.

  • Der Wind war scheiße. Da hilft kein Schönreden, der kack Wind hat einfach nur hart genervt. Er ist relativ oft aufgetaucht und war dann natürlich nicht einfach nur Wind, sondern gleich ein Tornado. Beim ersten Mal ist es noch einigermaßen witzig, wenn man versucht, normalen Schrittes vorwärts zu kommen und froh sein kann, sich überhaupt vorwärts zu bewegen, aber wenn man nicht mal mehr Lust hat, aus dem Auto auszusteigen, weil es wackelt und scheppert, obwohl man nur auf dem Parkplatz steht, dann reicht es halt auch mal irgendwann.
  • Die Währung ist bescheuert. Als wenn es nicht schon reichen würde, dass es teuer ist. Nein, die Isländer müssen das auch noch mit einem irrwitzigen Wechselkurs verschleiern. 1€ entspricht ungefähr 135 Kronen - wer denkt sich denn sowas aus? Niemand kann im Kopf spontan durch 135 teilen! Da kommt man nicht mal ungefähr hin und es nützt auch nichts, überschlagsmäßig durch 100 oder 150 zu teilen. Im Endeffekt hab ich einfach gar nicht umgerechnet. Es hat ja auch eh nichts gebracht, weil sowieso alles mindestens doppelt so teuer war wie zuhause. 
  • Wir hätten uns mehr Polarlichter gewünscht. Die ersten Tage haben wir die Jagd ein bisschen verpennt und hinterher waren zu oft zu viele Wolken an der falschen Stelle. Und wir waren wohl auch zu bequem, da wir keine Lust hatten, nachts kilometerweit irgendwo in die Pampa zu fahren und dort stundenlang in der Kälte (und im Wind - s.o.) auszuharren - vor allem nicht, wenn unser Bett ohnehin schon in der Pampa stand. Trotz allem haben wir 3x Polarlichter gesehen, allerdings kein Mal richtig intensiv. Aber es war trotzdem schon ziemlich irre, wenn plötzlich einfach der Himmel irgendwie anfängt zu leuchten.

Es gab natürlich auch coolen Scheiß. Neben dem Offensichtlichen (also dem ganzen beeindruckenden Kram, den wir hier so machen und sehen konnten und der hier auch ordnungsgemäß dokumentiert wurde) war das vor allem folgendes.

  • Ich bin verliebt in die Schwimmbadkultur. Da ist eigentlich alles fantastisch dran. Es gibt ein eigenes Verkehrsschild. Es gibt Trockengeräte für die Badesachen. Das Wasser ist weniger gechlort. Es ist weniger Spaßbad und mehr Entspannung. Es gibt Trockengeräte für die Badesachen. Man bekommt gratis Seife. Manchmal kann man sich auch gratis Schwimmbrillen oder Schwimmflügel ausleihen. Es gibt Trockengeräte für die Badesachen. 
  • Das Land ist so unglaublich dünn besiedelt und trotzdem hatte ich fast überall LTE.
  • Es war nicht möglich, schlechten Kaffee zu trinken. 
  • Das Leitungswasser ist der Hammer. Kalk kennt hier kein Mensch. Ein Hoch auf die Erdwärme! 
  • Die meisten der Sehenswürdigkeiten sind gratis zugänglich. Ich glaube, ich habe nur 1x für einen Parkplatz zahlen müssen und bis auf den Turm der Hallgrímskirkja hat nichts Eintritt gekostet. 
  • Wir haben das erste Mal nicht einen Pfennig Bargeld ausgegeben. In jedem Tante Emma Laden (und davon gibt es hier auch einige) konnte man mit Kreditkarte bezahlen und man wurde auch nie komisch angeguckt. 
  • Im Großen und Ganzen war das Wetter ganz gut. In der zweiten Hälfte hätte es gerne etwas sonniger sein können, aber ich hatte mit deutlich mehr Winter und vor allem mit deutlich schwierigeren Straßenverhältnissen gerechnet. Klimawandel hurra! :-/
  • Es gibt Burger mit Sauce Bernaise. 

Freitag, 22. Februar 2019

Back to the roots

Da es am Sonntagmittag schon wieder nach Hause geht, haben wir heute schon mal langsam wieder einen Schritt in die Zivilisation gewagt, haben unseren Privatpool im Nirgendwo verlassen und sind zurück nach Reykjavík gefahren. Aber wir wären nicht wir und Island wäre nicht Island, wenn wir uns nicht auch heute unsere tägliche Dosis Wasserfall geholt hätten.

Unsere Opfer hießen heute Hraunfossar, Barnafoss und Tröllafossar und zumindest die ersten beiden lagen nicht nur direkt nebeneinander, sondern waren auch absolut sehenswert. Eigentlich waren es gar keine richtigen Wasserfälle, würde ich sagen. Eher ein ziemlich reißender unfassbar blauer Fluss durch Lavagestein, der an einem langgezogenen Hügel vorbeirauscht, aus dem auch noch immer wieder Wasser sprudelt. Es war verrückt.

Die Tröllafossar hatten zwar den schöneren Namen, waren aber im Vergleich weit unspektakulärer, was aber vielleicht auch daran lag, dass es hier geregnet hat. Das ganze Drumherum war allerdings ganz nett anzusehen, denn die Gegend stand ganz im Zeichen der Trolle. Es gab Trollfiguren, Trollgeschichten, Trollspiele, trollige Ferienhäuser und ziemlich viel Matsch.

Zwischen den Wasserfällen machten wir noch Halt an den Deildartunguhver. Falls ihr nicht gleich erkannt habt, was das sein soll: das sind die ertragreichsten geothermischen Quellen Europas. Angeblich. Genau genommen sieht man nur einen kleinen Hügel, um den herum es blubbert, dampft und stinkt. Ist aber trotzdem eindrucksvoll, wenn man es nicht gewohnt ist, kochend heißes Grundwasser zu haben.

Nun haben wir eine Unterkunft mit Meerblick am äußersten Zipfel von Reykjavík bezogen, in der Ecke, in der wir zu Beginn unseres Abenteuers noch nicht waren. Übrigens die erste Unterkunft mit Fernseher. Den haben wir bei all den Highlights und Eindrücken allerdings auch bisher noch am wenigsten vermisst.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Island in a nutshell

Eigentlich wollten wir ja heute den ganzen Tag in unserem Wasserfass bleiben, aber da Anne dann ihre 10.000 Schritte nicht hätte laufen können, sind wir doch ein bisschen in der Gegend herum gefahren und gelaufen. Mit "Gegend" meine ich in diesem Fall Snæfellsnes, eine Halbinsel in Islands Westen, ein paar hundert Kilometer nördlich von Reykjavík.

Snæfellsnes wird auch das Island des kleinen Mannes genannt (naja, eigentlich Miniatur-Island oder so ähnlich, aber das andere klingt einfach besser), weil es dort alles gibt, was es im Rest des Landes auch gibt, nur in kleiner - Berge, Schnee, Gletscher, Wasserfälle, einen Vulkan, Küste, Zeug aus Lava, schwarze Strände, Straßen, Orte mit wenigen Häusern, Tankstellen, Supermärkte, Schwimmbäder und Touristen aus Asien. Und wir sind einmal komplett drumrum geheizt. Außer, wenn es bergauf ging, dann hat Walter wieder in seinen Energiesparmodus geschaltet.

Am spektakulärsten fand ich den Ort Arnarstapi mit seiner krassen schroffen Küste, die mich an unseren Südengland-Trip 2017 erinnert hat. Hier stehen auch einige Felsen rum (ich glaube aus Lava, bin aber nicht sicher und zu faul zum googeln), die ziemlich toll aussehen. Aber es gab auch noch andere Nettigkeiten. Natürlich Wasserfälle, die ja irgendwie immer toll sind. Berglandschaften, die aussehen wie von einem anderen Planeten - oder von Star Wars. Weite mit Lavasteinen übersäte Felder, die aussehen wie Trollplantagen (hier gibt es viele Geschichten mit Trollen, da fängt man tatsächlich an, in allem und jedem was Trolliges zu sehen). Und den Kirkjufell, den angeblich meistfotografierten Berg Islands, den wir uns aber nur aus dem Auto heraus angeguckt haben, weil schon wieder Windstärke 6000 herrschte. Es gibt übrigens auch wieder ein Wrack an Strand, das dieses Mal zwar vom Schiff ist, dafür aber auch tatsächlich in fußläufiger Entfernung liegt, aber nicht annähernd so scifi-mäßig aussieht wie das Flugzeug, sondern eher wie Müll, den jemand hat liegen lassen. Aber vielleicht sind wir auch einfach nur Banausen.

Und apropos Windstärke 7000: die Wettervorhersage ist hier ungefähr genauso präzise wie zuhause. Für heute war durchgängig strahlender Sonnenschein angesagt. Stattdessen hatten wir Wolken, Sonne, Sturm, Sonne, Sturm, Regen, Wolken, Sturm, Schneeregen, Wolken, Regen, Sturm. Ende offen.

Die Ruhe nach dem Sturm

Freunde, ihr könnt damit aufhören, euch Sorgen zu machen. Trotz Windstärke 5000 gestern sind eure Lieblingsurlauber noch immer hart am Urlauben. In der Nacht hat der Sturm noch weiter getobt und da unser Zimmer schön im Wind lag, hat es auch ordentlich gescheppert und geklappert. Aber sowohl wir als auch das Haus und (am wichtigsten) Walter haben alles schadlos überstanden.

Trotzdem haben wir heute die Hütte im südlichen Nirgendwo verlassen und sind in eine Hütte im westlichen Nirgendwo aufgebrochen und eigentlich war es das auch schon an Aktivität heute. Die Hälfte der Route war so wie am Sonntag, nur umgekehrt, aber dank des Tauwetters sah es doch irgendwie ganz anders aus. In Wirklichkeit ist Island wohl gar nicht weiß, sondern eher so grün, gelb und braun, manchmal auch schwarz. Und aus einem fetten Berg, an dem wir mehrere Minuten vorbei gefahren sind, sprossen plötzlich hier und da kleine Wasserfälle. Außerdem erwähnenswert: es regnete die ganze Fahrt, wir haben einen Regenbogen gesehen und ich habe kurz vor unserer Hütte Walter im angetauten Schnee festgefahren. Tolle Wurst. Dank unserer Hosts kam er aber auch relativ schnell wieder raus.

Unsere aktuelle Behausung ist definitiv die idyllischste. Ein kleines Holzhaus, keine Menschenseele in Sicht, nebenan nur ein zugefrorener See umgeben von Bergen. Und der Kracher: wir haben einen eigenen Hot Pot! Eigentlich wollten wir morgen die Halbinsel Snaefellsnes erkunden, aber vielleicht hängen wir auch lieber den ganzen Tag im Wasser ab.

Dienstag, 19. Februar 2019

Windstärke 1000

Liebe Freunde der sanften Brise, ihr müsst jetzt ganz stark sein... Heute ist nicht euer Tag, zumindest nicht, wenn ihr im Süden Islands unterwegs seid. Seit dem Vormittag wütet hier ein laues Lüftchen mit ungefähr Windstärke 2000, zu dem sich heute Abend auch noch Schnee gesellt hat, der gerade mit Lichtgeschwindigkeit waagerecht an unserem Fenster vorbeifliegt.

Das bisher schlechteste Wetter des Urlaubs hat uns aber nicht davon abgehalten, heute einmal unsere einigermaßen nähere Umgebung unter die Lupe zu nehmen und in Richtung Vik zu fahren, dem südlichsten Städtchen der Insel. Kurz vorher sind wir allerdings abgebogen, um eine Höhle zu suchen, von der es in einer Bewertung bei Google hieß, wenn man drinnen stünde, sähe der Ausgang aus wie Meister Yoda. Nachdem wir erst nur einen kleinen Wasserfall und ein paar Hausruinen gefunden, ein paar sehr gefährliche Berge er- und wieder abklommen (kein allzu leichtes Unterfangen bei immer noch teilweise vereistem Boden und Windstärke 3000) und die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, fanden wir sie aber doch. Und der Ausgang sah von drinnen tatsächlich aus wie Meister Yoda! :-D

Auch ansonsten war die ganze Umgebung zwar nicht hochspektakulär, aber wie schon so oft hier ziemlich mystisch und irgendwie interessant (und vor allem auch mal vollkommen ohne Touris). Ich habe während des Urlaubs schon ganz oft an Herr der Ringe oder Game of Thrones (den Norden und Jenseits der Mauer) gedacht. Letzteres wurde auch tatsächlich teilweise hier gedreht, aber da ich die entsprechenden Szenen in den meisten Fällen eh nie im Kopf habe, haben wir uns bisher noch nicht die Mühe gehabt, irgendwelche Drehorte abzuklappern. Nun ja.

Nach unserem Yoda-Triumph wollten wir noch einem anderen isländischen Promi einen Besuch abstatten, einem 1973 abgestürzten Flugzeug der US Navy, das seitdem am Strand von Sólheimasandur das Leben genießt. Was wir vorher nicht wussten: das Wrack liegt ganz am Ende des Strands, der Strand ist nicht befahrbar und sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr lang. Und mit lang meine ich tief. Also weit. Ihr wisst schon. Es gab auf jeden Fall einen Weg vom Parkplatz zum Flugzeug und dieser Weg war ein ganz besonders langer und öder Weg, dessen Länge nur durch seine Ödnis übertroffen wurde. Es ging nur geradeaus, links, rechts, vorne und hinten schwarze Kieselsteine soweit die Augen reichten und das alles bei Windstärke 4000. Wir brauchten ungelogene 50 min. Und dann mussten wir ja auch das ganze Elend noch wieder zurück. Ich sag es euch, ein Weg direkt aus dem rauchenden Schlund der Hölle! Aber das Flugzeugwrack sah ganz nett aus.

Montag, 18. Februar 2019

Ice Ice Bergi

Nachdem wir in der letzten Nacht ein ganz besonderes Spektakel dargeboten bekommen haben (dazu später mehr), sind wir heute zu unserem östlichsten Ziel aufgebrochen - der Gletscherlagune Jökulsárlón. Wenn ich das richtig verstanden habe, kommt da ein Gletscher den Berg runter, fällt ins Wasser und zerspringt vor Schreck in 1000 Teile. Und ungefähr so verrückt, wie sich das anhört, sieht es auch aus. Genauer gesagt sieht es aus wie ein See, in dem ganz viele blaue, weiße, schwarze oder transparente Eisberge schwimmen. Und Robben! In der Tat sehr sehr verrückt, faszinierend und schön.

Fast noch verrückter ist das, was anschließend mit den Eisbergen passiert. Sie treiben ins Meer und treffen dort auf die Todeswellen von gestern, die das Eis dann an den Strand befördern. Am (schwarzen) Strand gegenüber von der Lagune liegen also unzählige Eisklumpen herum und sehen ziemlich spektakulär aus. Der Name "Diamond Beach" kommt da nicht von ungefähr.

Normalerweise kann man die Lagune auch mit Booten befahren, nur nicht im Winter. Also gingen (oder schlidderten, da es immer noch überall ziemlich vereist ist) wir nur ein bisschen hin und her, staunten, fotografierten, waren beeindruckt, beobachteten komische Menschen und fuhren dann wieder zurück.

Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch im Skaftafell Park (ich hab 3x nachgeguckt, es ist tatsächlich ein Name ohne Umlaute, komische Buchstaben, Akzente oder 17 Konsonanten hintereinander) zum Wasserfall Svartifoss (schon wieder, ich werd verrückt!) wandern, aber das ging leider nicht, weil der Weg aktuell auch so eisig ist, dass Spikes zum Unter-die-Schuhe-schnallen wärmstens empfohlen werden, die wir leider nicht haben. Also ging es traurig weiter, bis wir von einem anderen Wasserfall, der so klein war, dass ich keinen Namen gefunden habe, von einem Abstecher in den Hot Pot des Schwimmbads von Kirkjubæjarklaustur und von dem erneut großartigen Abendessen in unserer Absteige wieder getröstet werden konnten.

Übrigens, das Spektakel in der letzten Nacht war ein einigermaßen schwaches Auftreten von Polarlichtern! Praktischerweise bot unsere Unterkunft ein persönliches Alarmsystem made in China, sodass wir gar keine Chance hatten, sie zu verpassen. Wir lagen schon im Bett, als vor unserem Fenster ein Haufen Asiaten wild durcheinander schrie. Es klang nach der Hälfte der Bevölkerung von China, waren aber am Ende nur 3 oder 4 Leute, die sehr sehr aufgeregt waren, wirr hin und her rannten und versuchten, die Lichter irgendwie zu fotografieren. Wir konnten das ganze Theater schön im Schlafanzug von unserem Zimmerfenster aus beobachten und hatten hinterher nur Schwierigkeiten damit zu sagen, ob uns die Nordlichter oder die Ostmenschen besser gefallen hatten. Knapper Sieg für die Nordlichter, würde ich sagen ;-)

Sonntag, 17. Februar 2019

Fösse und Wellen

Achtung. Der folgende Beitrag enthält viele isländische Namen. Bitte fragt nicht, wie man die ausspricht, das scheint hier auch niemand zu wissen...

Heute haben wir unsere liebgewonnene Garagenwohnung verlassen und in den Osten rübergemacht. Also genauer gesagt sind wir die Südküste entlang gefahren. Das war fantastisch! Es hat erst geregnet, dann war es windig, dann wolkig, dann sonnig, dann wieder wolkig und dann dunkel.

Den ersten ernstzunehmenden Zwischenhalt haben wir am Seljalandsfoss gemacht. Das ist ein Wasserfall, um den man herum gehen kann. Nur nicht heute, da war der Weg gesperrt wegen Glatteis. Es war auch wirklich schweineglatt, wir haben einige Leute durch die Gegend rutschen sehen. Der Wasserfall war aber trotzdem toll. Es ist auch eigentlich nicht nur ein Wasserfall, sondern es ist ein Berg, aus dem immer wieder kleine und größere Wasser fallen. Einer der größeren davon ist so cool, dass er auch noch einen eigenen Namen hat. Er heißt Gljúfrabúi und das Coole an ihm ist, dass er sich mehr oder weniger in einer Höhle bzw. hinter einer Felsspalte befindet.

Auf dem Weg zu unserer nächsten Station sind wir übrigens am Eyjafjallajökull vorbei gekommen, dem Todesvulkan von vor ein paar Jahren. Wir haben aber nicht viel davon gesehen und auch nicht angehalten. Was wir allerdings bemerkten war, dass sich die Vegetation verändert hat. Bzw. hatten wir überhaupt mal Vegetation. Bisher war ja so ziemlich alles schneebedeckt, aber heute war Tauwetter angesagt und so konnten wir links und rechts auch mal ein bisschen grün/braune Landschaft sehen. Aber mal unter uns... Wegen der aufregenden Felder ist glaube ich noch niemand nach Island gekommen. Nun ja.

Zweiter Stopp, zweiter Wasserfall. Dieser hier hieß Skógafoss und war auch nett. Wir hatten hier ziemliches Glück mit dem Wetter, denn zum einen schien die Sonne und zum anderen schien sie so auf den Wasserfall, dass wir einen Regenbogen sehen konnten. Vor lauter Freude haben wir die 429 Stufen, die man neben dem Wasserfall hochgehen konnte, elfengleich und mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen heldenhaft erklommen. Es war auch gar nicht anstrengend.

Als letztes hielten wir dann noch eher zufällig am Reynisfjara Strand und das war eine richtige Bombe. Es ist schwer zu beschreiben, aber es geht ungefähr so: Du stehst an einem pechschwarzen Strand, hast in deinem Rücken schneebedeckte Berge und vor dir ein sowas von tosendes Meer mit meterhohen Wellen mit weißen Schaumkronen, die sich aber gar nicht so tosend anhören und dann stehen links und rechts auch noch fette Basaltzinken im Wasser (ich sag nur Dyrhólaey) und die Gischt dampft und alles sieht einfach nur total verrückt und surreal aus. Bisher für mich das beste Erlebnis des Urlaubs und übrigens wohl auch eine der gefährlichsten Ecken des Landes. Es gab wohl schon einige Touris, die von den Wellen überrascht und in den Ozean gezogen worden sind. Aber trotzdem ein unfassbarer Ort.

Unser Lager für die nächsten Nächte ist nun irgendwo im Nirgendwo (they call it Hrifunes), am Ende der vereistesten Straße der Welt, aber mit einem Gemeinschaftsesszimmer, in dem alle Gäste heute selbstgemachte Lammkeule und viele andere Leckereien an einer großen Tafel verspeist haben. Es war verrückt, aber lecker und gemütlich.

Samstag, 16. Februar 2019

Tag der Elemente

Die gute Nachricht des Tages: Wir haben die Fahrt mit Walter überlebt! So schlimm war es auch gar nicht, er hat seine Sache schon ganz ordentlich gemacht. Er ist zwar ein Schuhkarton auf Rädern und schon wenn er eine leichte Steigung erahnt, fährt er von alleine vorsichtshalber nicht mehr als 60 km/h, aber er hat Sitzheizung - eine Ausstattung, die wir heute ganz besonders zu schätzen gelernt haben. Außerdem hat er Spikes an den Rädern, die bei niedrigen Geschwindigkeiten immer lustig klackern.

Die Fahrt ging schon recht spektakulär los. Sobald wir aus der Stadt heraus waren, fuhren wir nur noch durch unendliche weiße Weiten, links und rechts nur Schnee und weite Felder und beeindruckende Berge. Ab und zu wehte der Wind Schnee über die Fahrbahn und ich fühlte mich wie in der Mini Playback Show, wenn der Zaubertunnel aufgeht und der Nebel über die Bühne zieht. Den Gesang habe ich mir nur schwer verkneifen können, aber dafür bin ich jetzt auch noch immer verheiratet.

Als wir schließlich an unserem ersten Ziel, dem Wasserfall Gullfoss, angekommen waren und den heimelig warmen Walter verließen, froren wir fast augenblicklich fest. Es war arschkalt! Wir hatten am Morgen was von -10°C gelesen und uns versucht darauf einzustellen, sind damit aber kläglich gescheitert. Zusätzlich zur Kälte pfiff uns nämlich noch so ein fieser eisiger Wind um die Ohren.
Der Wasserfall war ziemlich beeindruckend, ein zweistufiges majestätisches Gerät, dass sich in eine Schlucht ergießt und dann auch noch halb eingefroren war, aber es war wirklich so unfassbar schweinekalt, dass wir es wohl nicht angemessen bewundern konnten. Annes Handyakku ist übrigens innerhalb von vielleicht 5 min von über 50% auf 2% gefallen und als sie ihn im Auto laden wollte, sagte das Gerät, es wäre zu kalt dafür.

Wir fuhren trotzdem weiter in ein Geothermalgebiet. Hier war es nicht ganz so windig und dadurch deutlich angenehmer. Wir sind dort auch ein bisschen länger herumspaziert, haben schwefelige Dämpfe geschnüffelt, uns darüber gewundert, dass 30 cm neben einer dicken Schneeschicht eine Wasserpfütze mit 100°C heißem Wasser vor sich hin blubbert und natürlich den Geysir Strokkur gefeiert. Der bricht alle paar Minuten aus, was tatsächlich ziemlich spektakulär aussieht - wenn man nicht in dem Moment gerade Menschen beobachtet. Zum Glück bekommt man öfter die Chance, es zu sehen.

Irgendwann hatten wir aber auch genug gegeysirt und fuhren dann weiter zum nächsten Wasserfall. Der hieß Faxi, war deutlich weniger gut besucht als Gullfoss, auch "nur" einstufig, aber trotzdem ziemlich mächtig und eigentlich fast noch schöner, weil wir ihn für uns hatten und die Sonne auch gerade günstig stand. Nur kalt und windig war es dort auch. Sehr kalt und windig.

Den Rest des Tages verbrachten wir dann auch damit, uns aufzuwärmen - erst auf Walters Sitzheizung, dann beim Kochen und Essen und schließlich in unserem jetzt fast schon traditionellen Besuch des Schwimmbads um die Ecke.

Freitag, 15. Februar 2019

Die Vermessung von Reykjavík

Eigentlich wollte ich den Beitrag "Walking in a Winter Wonderland" nennen, aber Anne sagt, Weihnachten ist vorbei und dann darf man sowas nicht. Recht hat sie. So oder so sind wir aber heute kreuz und quer durch die Hauptstadt gewandert. Also, das heißt, erstmal haben wir Müsli gegessen und darauf gewartet, dass es hell wurde. Das passierte erst so gegen 9:30 Uhr. Aber dann ging es richtig los.

Wir sind zur Hallgrímskirkja gegangen. Wir waren sogar drin. Und drauf. Gerade noch rechtzeitig, bevor dort jemand beerdigt und die Kirche dafür kurz mal zugemacht wurde. Wir sind zur Wikingerschiffskulptur "Sun Voyager" gegangen, die man vielleicht auch für ein Walgerippe halten könnte, wenn man schnell guckt und schielt. Wir sind zur Harpa gegangen, der isländischen Elbphilharmonie. Wir sind zum Denkmal von Ingolf Amazon, dem Erfinder von Reykjavík gegangen. Wir sind sogar zur Perlan gegangen, so einer Kuppel auf Bottichen, die auf einem Hügel etwas außerhalb der Stadt steht und ein Museum beinhaltet, welches wir uns nicht angeguckt haben, die aber auch eine Aussichtsplattform ihr Eigen nennt, von der aus man bis Wanne-Eickel gucken kann. Wir waren wirklich ü-ber-all. Und alles war hübsch und nett und dann lag da auch noch überall toller knirschender Pulverschnee und meistens schien die Sonne. Ein Traum. Reykjavík, wir mögen dich.



Am Abend haben wir dann noch was typisch Isländisches gemacht. Wir waren im Freibad. Spektakulär! Draußen sind Temperaturen um die 2°C und die Isländer haben nichts besseres zu tun, als Becken auf 36-45°C aufzuheizen und dort abzuhängen. Hat aber auch tatsächlich was, da rumzuliegen, während die Sonne langsam untergeht und man vor sich hin schrumpelt. Heißer Scheiß, im wahrsten Sinne des Wortes, sofern man nur das erste Wort in Betracht zieht und nicht das zweite. Äh... Ja. Ein weiteres ultralässiges Feature war übrigens ein Mini-Trockner für die Badekleidung. Ich mein, wie cool ist das denn? Und warum ist da außer den Isländern noch niemand drauf gekommen? 

Morgen wollen wir das erste Mal mit Walter ausreiten. Man darf gespannt sein, ob wir auch ankommen, aber zur Not gehen wir einfach wieder planschen.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Kom til Íslands

Nach unserem "kurzen" dänischen Intermezzo sind wir nun tatsächlich in Island angekommen. Hurra! Es war sogar noch hell, aber nicht mehr sehr lange. Und es lag Schnee und war ein bisschen kalt, aber nicht zu sehr.

Unser Mietwagen ist eine Brotdose auf Rädern und heißt Walter. Es ist ein Suzuki Jimny. Das engste Auto, in dem ich je gesessen habe. Aber er fährt, unsere Koffer haben einigermaßen problemlos reingepasst und er wird wohl hoffentlich für unsere Belange ausreichen. Man darf gespannt sein :-)

Für die ersten Nächte haben wir uns in einem auf den ersten Blick sehr gemütlichen Ein-Raum-Appartement in Reykjavík untergebracht. Ins Zentrum der Action sind wir höchstens 15 min zu Fuß unterwegs. Das haben wir natürlich auch direkt mal ausgenutzt, sind ins Zentrum der Action gelatscht, haben für knapp 80€ leckere Burger und Pizza gegessen (ich glaube, Island ist ein bisschen teurer o_O) und uns dann fürs Frühstück lieber Müsli gekauft. Ist bestimmt auch lecker.

Starten mit Warten

Hey Fans!

Ihr wisst, was es bedeutet, wenn hier etwas passiert. Turbomartins Vater sein Sohn und dessen Fraus Mutter ihre Tochter machen mal wieder Urlaub, die Schweine. Und damit Turbomartin (Superkraft: Kopf wie Sieb) sich auch in 2 Wochen noch an den Urlaub erinnern kann, muss er alles aufschreiben. Schonungslos. Vielleicht auch mal hier und da einen kleinen Scherz einstreuen.

Heute morgen sind wir in Richtung Island aufgebrochen. Endlich auch mal Winterurlaub und das dann noch im Land of the Schnee, in freudiger Erwartung von Wasserfällen, heißen Quellen, Geysiren, Polarlichtern und ganz viel anderem heißen Scheiß. Es wird großartig!

Bis es tatsächlich soweit ist, müssen wir aber geduldig sein (Annes Superkraft). Wegen Nebensaison und Winter gab es keine Direktflüge ab Hamburg, dafür aber Verbindungen mit 2,5 Stunden Aufenthalt in Kopenhagen. Weil unser Flieger von Hamburg eine halbe Stunde früher angekommen ist, dafür der Anschlussflug aber eine Stunde Verspätung hat, schimmeln wir hier nun schon den gefühlten halben Urlaub am Flughafen ab. Wenigstens gibt es Hot Dogs. Und bald dann hoffentlich auch Hot Pots.

Stay tuned for more happy days!

Freitag, 28. September 2018

Die letzte Fahrt des Bullis Björn

Schon Gottlieb Wendehals wusste, dass alles bis auf die Wurst ein Ende hat. So ist es nun auch fast mit unserem Bulli-Abenteuer. Heute schließt sich auch so ein bisschen unser Urlaubskreis, denn wir stehen wie zu Beginn unserer Reise auf dem besten Cranberryhof südlich des Nordpols und sind wieder erst im Dunkeln hier angekommen.

Die letzten 2 Tage sind vielleicht einigermaßen schnell erzählt. Gestern sind wir vormittags abgestartet und haben noch einen kurzen Abstecher zum Lim Fjord, das auf deutsch Limski-Kanal heißt und eigentlich gar kein Fjord ist, weil es dazu wohl einen Gletscher braucht, den es nicht gibt und nie gegeben hat, gemacht. Das ist so ein Fluss, der schön ist, weil das Wasser blau ist und ringsrum Berge mit Wald sind. Eigentlich kann er am besten mit einem Kajak oder einem ähnlich bootigen Fortbewegungsmittel erkundet werden, was wir ursprünglich auch mal angedacht hatten, aber wozu wir dann irgendwie doch nicht gekommen sind. Jetzt sind wir wenigstens mal mit Björn zu der angeblich einzigen Stelle gefahren, von der aus man den Kanal auch von der Straße aus sehen kann - ein großer Parkplatz, der von mehreren Bretterbuden gesäumt ist, in denen findige Gesellen Olivenöl und Grappa an arglose Renter verhökern, die dort busweise angekarrt werden. Der Blick war aber trotzdem wirklich schön.


Anschließend heizten wir wieder erstaunlich staufrei durch Slowenien, Österreich und die Alpen, bestaunten erneut die tolle Berglandschaft, zahlten widerstandslos für jeden Tunnel, der uns in die Quere kam, erfreuten uns am guten Wetter und schlugen unser Nachtlager schließlich auf einem unfassbar schön gelegenen bayerischen Bauernhof auf, der nicht nur Fliegen und Kuhfladen, sondern auch ein paar Esel zu bieten hatte. Wenn die losgrunzten, hörte man das Echo wahrscheinlich noch in München. Heute morgen wurden wir dann auch stilecht von Kuhglocken und Iahen (das heißt wirklich so, hab ich extra im Duden nachgeguckt) geweckt.


Ansonsten war heute der Tag des langen Ritts, denn irgendwie mussten wir ja auch noch in die Nähe von Zuhause kommen. Nur 2½ Stunden später als geplant (wegen Pausen, Baustellen und Staus) haben wir das nun auch geschafft. Morgen decken wir uns hier auf dem Hof noch mit leckerem Cranberry-Zeugs ein, juckeln die letzten Meter nach Hause, geben Bulli Björn widerwillig wieder in fähigere Hände ab und freuen uns über die tolle Zeit, die wir mit ihm in der Sonne verbracht haben. Aber angesichts der Nächte bei unter 10°C sind wir auch ganz froh auf die Aussicht, wieder innerhalb von massiven Wänden und auf richtigen Matratzen schlafen zu können.

Mittwoch, 26. September 2018

Mit Josip auf Speed

Samstag müssen wir ja leider unseren Lieblingsbjörn schon wieder abgeben und da wir ja im Urlaub sind und uns nicht stressen lassen wollen, müssen wir uns wohl oder übel ab morgen auf die Heimreise begeben. Für den letzten "richtigen" Urlaubstag hatten wir uns aber noch was Besonderes überlegt. Rovinj ist nämlich nicht nur wegen enger (Sack-)Gassen mit Meerblick toll, sondern auch, weil sich vor seinen (oder ihren?) Toren auch Delfine tummeln.

Wo Delfine sind, sind natürlich Delfingucktouren nicht weit und so besteht mehr oder weniger der ganze Rovinjer Hafen aus Werbung für 648 Anbieter von Bootstouren. Die meisten pferchen so viele Leute wie geht auf klapprige Kähne und schippern die dann gemütlich irgendwo hin. Und es gibt Josip. Josip hat ein Speedboat von der ukrainischen Armee und tourt nur eine Handvoll Leute kreuz und quer durch die Gegend. Logisch, dass er unsere letzten Knochen erhalten sollte.

Leider war es heute recht windig und damit das Wasser auch ziemlich aufgewühlt, was Delfinsichtungen deutlich schwerer macht. Wir haben aber tatsächlich ein paar gesehen! Den Rest der Zeit sind wir einfach wie die Irren übers Wasser gepest, haben Rovinj von außen bewundert, die vielen vorgelagerten kleinen Inseln begutachtet und einen tollen Sonnenuntergang erlebt. Alles in allem ein würdiger und spaßiger Abschluss des Urlaubs.


Dienstag, 25. September 2018

Rovinjische Rutschpartie

Freunde,

heute waren wir in der schönsten Stadt des Urlaubs. Aber lasst mich der Reihe nach erzählen.

Der Tag begann mit dem camping'schen Ironman - Frühstück mit Meerblick, Fußmarsch zum Waschraum (wie ihr wisst, ist der für uns dieses Mal seeeeehr lang), Abwasch. Abwasch ist übrigens auf kroatischen Campingplätzen im Allgemeinen und in unserem Bulli-Fall im Besonderen immer eine außerordentliche Herausforderung, denn die Kroaten kennen sich mit Abflüssen offenbar sehr sehr gut aus, mit Abflussstopfen aber sehr sehr schlecht. Deswegen besitzt der kroatische Proficamper entweder einen ausreichend großen Eimer, in dem er den Abwasch vollzieht oder einen eigenen Abflussstopfen, mit dem er den Abfluss stopft oder er verbraucht auf einen Abwasch 76 Liter Wasser und 12 Liter Spüli. Bulli Björn hat einen Abwascheimer, allerdings ist der nach ½ Tasse und 2 Esslöffeln schon übervoll. Bulli Björn hat auch einen Abflussstopfen, allerdings habe ich den direkt bei seinem ersten Einsatz auf dem Campingplatz vergessen. Also haben wir eine XXL-Flasche Spüli gekauft ¯\_(ツ)_/¯


Nach dieser sportlichen Höchstleistung sattelten wir die Hühner und fuhren nach Rovinj. Und wie schon gespoilert, ist diese Stadt großartig. Wirklich großartig. Zuerst mal liegt sie am Meer, was ja schon mal per se gut ist. Dann findet man auch in ihr die obligatorischen bunten Häuser, engen Gassen und schicken Sportboote, alles ein alter Hut. Aber Leute, die Altstadt ist mehr oder weniger eine kleine Insel, die Häuser dort wurden bis direkt ans Wasser gebaut und es gibt ständig Gassen, die zwischen zwei Häusern anfangen und im Meer enden! Wie cool ist das denn bitte?! Die bisher von uns besuchten Städte waren zweifellos nett und süß, aber Rovinj hat dem echt die Krone aufgesetzt. Und das nicht nur, weil es hier auch ziemlich perverses Fast Food in Form von Ćevapčići-Döner (also Fladenbrot mit Ćevapčićis statt mit Dönerfleisch) gibt. Allerdings sollte man zur Erkundung dieser Stadt definitiv festes Schuhwerk wählen, denn das dort vorherrschende Kopfsteinpflaster ist rutschiger als eine Bananenschale bei Mario Kart.


Morgen fahren wir gleich nochmal hin, aber der Grund ist noch ein großes Geheimnis, harr harr harr!

PS: Diesen Text habe ich geschrieben, während ich im Schatten einer Steineiche in der Hängematte lag und neben mir das Meer plätschern hörte. Urlaub kann schon ekelhaft sein.

Montag, 24. September 2018

Gut getimed ist halbtrocken

Wie ich bereits erwähnte, sind wir auf Lošinj einen Tag länger geblieben als geplant. Das hatte neben dem schönen Campingplatz den Grund, dass für heute auch in Kroatien, dem Land, wo Sonne und Hitze fließen, deutlich schlechteres Wetter prophezeiht worden ist. Ausnahmsweise hatte die Wettervorhersage sogar tatsächlich recht, sodass wir den gestrigen Tag noch bei strahlendem Sonnenschein und 26°C im und am Wasser verbringen konnten und heute gerade in dem Moment, als wir mit Bulli Björn zur Abrechnung bei der Campingplatzrezeption vorstellig wurden, der Regen einsetzte. Besser ging's eigentlich nicht. Wobei, ein wenig mehr als 13°C hätten es schon sein dürfen, aber wir wollen hier mal nicht mäkeln.

Der Plan war, das Inselhopping zu beenden und nach Istrien (dem westlichsten Teil Kroatiens) zur Stadt Rovinj zu fahren. Hierzu hieß es dann ein letztes Mal in diesem Jahr "Auf die Fähre!" Die Überfahrt von Cres zum Festland hat zwar nicht mal ½ Stunde gedauert, war aber mit Abstand die aufregendste des ganzen Urlaubs. Schon die Zufahrt zur Fähre war leicht abenteuerlich. Bis 500 m vor dem Anleger ging es fast nur über eine Buckelpiste, die von der Breite und der Beschaffenheit her eher an einen Wanderweg erinnerte. Dann war zwar pünktlich zur Überfahrt der Regen schon wieder vorbei, aber der Wind noch nicht, sodass man auch mal merkte, dass man auf einem Schiff unterwegs war und die Autos, die nicht überdacht standen, die eine oder andere Gischtdusche verpasst bekamen. Hat Spaß gemacht (ᵔᴥᵔ)


Wieder festen Boden unter den Füßen, ging es dann auf direktem Weg in Richtung Rovinj. Aus unserer Ahoi Bullis-Campingplatzempfehlungsliste hatten wir uns hier einen richtig schnuckeligen Geheimtipp herausgesucht. Der war so geheim, dass er durch die schlechteste Straße Kroatiens (bestand aus mehr Schlaglöchern als Straße) geschützt wurde und voll war. Schade. Jetzt sind wir auf einem deutlich größeren Platz direkt ums Eck gelandet, bei dem wir uns noch nicht sicher sind, ob wir ihn gut oder schlecht finden. Eigentlich ist er recht schön angelegt und wir haben uns auch einen tollen Stellplatz sichern können, an dem ich zum ersten Mal unsere Hängematte ausprobieren konnte. Andererseits heißt es hier aber noch mehr "The Nachsaison strikes back", was sich vor allem darin äußert, dass von 7 Klohäuschen nur noch 3 geöffnet sind, wovon sich genau 0 in der Nähe unseres Stellplatzes befinden. Allerdings muss das wohl so total spontan passiert sein, dass nicht mal die Mitarbeiter bei der Anmeldung davon wussten. Nun ja, mal schauen, ob das hier tatsächlich der letzte Stopp auf kroatischem Boden sein wird, wie wir es ursprünglich angedacht hatten.

Samstag, 22. September 2018

Be in on Lošinj

Hey Fans,

ich weiß, schon wieder ein Tag ohne Update und jetzt ist es auch schon fast morgen, aber das hatte soziale Gründe. Dazu später mehr. Jetzt gibt es erstmal die wichtige Information, dass wir noch leben, Bulli Björn noch steht und wir gestern (also Freitag) wieder weiter gezogen sind. Von Cres (der Insel) ging es zur Insel Lošinj. Also im Grunde sind wir auf derselben Insel geblieben, aber wir sind in den Süden gefahren, dann gab es eine ca. 20 cm lange Brücke und danach hieß Cres auf einmal Lošinj. Die Kroaten...

Auf Lošinj steuerten wir das Camping Village Poljana an, das uns von mehreren unabhängigen Quellen empfohlen worden ist. Das Internetz ist hier richtig gruselig, aber abgesehen davon ist der Platz ein absoluter Traum! Er hat eine tolle Badebucht, ganz viele Stellplätze mit Meerblick und wir merken das erste Mal so richtig, dass wir in der Nebensaison unterwegs sind, denn der Platz ist vielleicht zu ¼ belegt und das Kiddy-Camp hat schon zu. Jetzt genießen wir wieder einen großartigen room with a view und haben uns überlegt, eine Nacht länger zu bleiben als geplant und am Montag erst weiter zu reisen.


Dazu kommt nämlich noch, dass wir hier auch auf unsere Bulli-Buddies aus Hamburg getroffen sind, mit denen wir mehr oder weniger zeitgleich nach Kroatien aufgebrochen sind und die die schon angeteaserten sozialen Gründe für die Blogflaute sind. Abends zusammen sitzen, erzählen und Radler trinken ist dann irgendwie doch etwas geselliger als einsam in seine Tastatur anzugeben. Aber ehrlich gesagt halten sich die Aktivitäten auch wieder in recht engen Grenzen und bestehen im Wesentlichen aus baden und Urlaub machen.

Heute (Samstag) haben wir uns allerdings wieder ein bisschen in unserer Umgebung bzw. im Hauptort von Lošinj umgesehen. Und hau mir aufs Maul, der Hauptort der Insel Lošinj heißt tatsächlich mal nicht auch Lošinj, sondern... Mali Lošinj! Naja, man ist ja schon für kleine Dinge dankbar. Wobei, auch hier konnten die Kroaten ihre Verwirrungstaktik nicht so richtig sein lassen, denn ein paar Kilometer weiter gibt es auch noch die Stadt Veli Lošinj und mali bedeutet klein und veli groß, aber Mali Lošinj ist größer als Veli Lošinj... Was. Zur. Hölle. Aber egal, auf jeden Fall war auch Mali Lošinj wie schon Cres (die Stadt) und Rab (die Stadt) äußerst schön anzusehen. Sie war ein bisschen größer als die anderen beiden, aber wieder mit einem schönen Hafen, niedlichen Gässchen und bunten Häusern, sodass es Spaß gemacht hat, sie zu erkunden.


Morgen wird dann aber sicherheitshalber wieder nichts gemacht.

Donnerstag, 20. September 2018

No Stress on Cres

Das Kulturkonto unseres Urlaubs war bisher zugegebenermaßen noch nicht sehr prall gefüllt. Wenn man ehrlich ist, haben wir bisher dort nur den Besuch der Plitzwitzer Seen (schönen Gruß nach Lüdinghausen an dieser Stelle) und den von Rab (der Stadt) eingezahlt. Ein krasses Ungleichgewicht, wenn man sich zum Vergleich mal das Bade-, das Schlaf-, das Fähr-, das Kilometer- oder das Imbulliessenzubereitungskonto anschaut. Heute haben wir versucht, dem entgegenzuwirken und haben Cres (die Insel) ein wenig erkundet.

Genauer gesagt, sind wir in den Hauptort der Insel gelaufen, der nicht weit von unserem Camp entfernt ist und... (an dieser Stelle bitte einen nervenzerreißenden Trommelwirbel denken) Cres heißt (enttäuschtes Stöhnen aus dem Publikum, erste Buhrufe). Ich kann ja auch nichts dafür, dass die Kroaten sich so wenig Mühe bei der Namensfindung gegeben haben! Nichtsdestotrotz war auch Cres (die Stadt) wieder sehr nett. Die Innenstadt besteht zu 80% aus Hafen und drumherum gibt es ein paar Tourishops, Restaurants, bunte Häuser, enge Gassen und einen Brunnen, der aussieht wie eine Pusteblume. Hmm, klingt vielleicht ein bisschen negativ, aber hat uns wirklich sehr gut gefallen.


Den Rest des Tages haben wir dann einfach verprasst. Wir haben Wäsche gewaschen und unseren Stellplatz damit schön dekoriert (besonders stolz sind wir auf die Unterhosen, die an den Markisenstreben hängen), waren einkaufen, haben am Strand den sehr sehr sehr dicken Mann von der Fähre wiedergesehen und im Meer die Seele baumeln lassen. Man könnte wirklich meinen, wir wären gerade im Urlaub.

PS: Fun Fact am Rande... Auf dem Meeresgrund sieht man hier eigentlich überall Seeigel und kleine schwarze Kackewürste. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass die Würste wohl tatsächlich Seegurken sind, die so ziemlich die krassesten Meerestiere ever sind. Ihre Verteidigungsstrategie gegen Angreifer ist das Auskotzen der Gedärme, die dann innerhalb von 2 Wochen wieder nachwachsen. Außerdem werden sie in Italien auch Meeres-Penisse genannt (natürlich auf italienisch, aber das spreche ich ja nicht). In diesem Sinne...

Mittwoch, 19. September 2018

Auf die Fähre!

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Fähre. Unser ursprünglicher grober Plan sah eigentlich vor, dass wir nach dem Besuch von Rab (der Insel) mit Rab (der Stadt) die Fähre nach Krk (der Insel) mit Krk (der Stadt) nehmen und dort 1-3 Tage verweilen. Weil wir aber gehört haben, dass es auf Krk (der Insel) keine Vokale gibt und um Zeit zu sparen, haben wir gestern beschlossen, den Besuch auf Krk (der Insel) auf ca. eine ¾ Stunde zu begrenzen und direkt die nächste Fähre auf die Insel Cres zu nehmen, von wo aus man auf die Insel Lošinj kommt, die toll sein soll. Für eine solch exzessive Fährerei war punktgenaues Timing das A und O (besonders, da die Raber Fähre nur 4x am Tag fährt), von daher stellten wir uns wieder mal den Wecker und wurden vorher wach.

Etwas Besseres hätte uns aber kaum passieren können, denn dank unseres inneren Weckdienstes waren wir tatsächlich die Ersten am Fährhafen und fuhren dort erstmal schön das Dach hoch, kochten Kaffee und gönnten uns ein schmackhaftes Frühstück im Bulli. Klingt vielleicht dumm, war aber irgendwie ein echtes Urlaubshighlight. Die Überfahrten nach Krk und anschließend nach Cres verliefen dann relativ reibungs- und ereignislos, bis auf das ein Einbeiniger und ein sehr sehr sehr dicker Mann mit uns an Bord waren.

Auf Cres steuerten wir von unserer Empfehlungsliste Camping Kovačine an. In der ersten Stunde hassten wir den Platz. Die Sonne brannte, es gab wenig Schatten, der Platz war riiiiesig und wir mussten ihn zu Fuß ablaufen, um uns eine freie Parzelle zu suchen, von denen es gefühlt nur noch 4 (von mindestens 4000) gab. Was für ein Urlaubsstress! Irgendwann hatten wir aber doch ein feines Plätzchen gefunden, das ein bisschen Schatten, ein bisschen Ruhe und ein bisschen Meerblick hat und spätestens, als wir unser gewohntes Chaos in Bulli Björn angerichtet hatten und in die kühle Adria gehüpft waren, war wieder alles gut. Jetzt mögen wir es hier und bleiben zum ersten Mal 2 Nächte.