Mittwoch, 19. September 2018

Auf die Fähre!

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Fähre. Unser ursprünglicher grober Plan sah eigentlich vor, dass wir nach dem Besuch von Rab (der Insel) mit Rab (der Stadt) die Fähre nach Krk (der Insel) mit Krk (der Stadt) nehmen und dort 1-3 Tage verweilen. Weil wir aber gehört haben, dass es auf Krk (der Insel) keine Vokale gibt und um Zeit zu sparen, haben wir gestern beschlossen, den Besuch auf Krk (der Insel) auf ca. eine ¾ Stunde zu begrenzen und direkt die nächste Fähre auf die Insel Cres zu nehmen, von wo aus man auf die Insel Lošinj kommt, die toll sein soll. Für eine solch exzessive Fährerei war punktgenaues Timing das A und O (besonders, da die Raber Fähre nur 4x am Tag fährt), von daher stellten wir uns wieder mal den Wecker und wurden vorher wach.

Etwas Besseres hätte uns aber kaum passieren können, denn dank unseres inneren Weckdienstes waren wir tatsächlich die Ersten am Fährhafen und fuhren dort erstmal schön das Dach hoch, kochten Kaffee und gönnten uns ein schmackhaftes Frühstück im Bulli. Klingt vielleicht dumm, war aber irgendwie ein echtes Urlaubshighlight. Die Überfahrten nach Krk und anschließend nach Cres verliefen dann relativ reibungs- und ereignislos, bis auf das ein Einbeiniger und ein sehr sehr sehr dicker Mann mit uns an Bord waren.

Auf Cres steuerten wir von unserer Empfehlungsliste Camping Kovačine an. In der ersten Stunde hassten wir den Platz. Die Sonne brannte, es gab wenig Schatten, der Platz war riiiiesig und wir mussten ihn zu Fuß ablaufen, um uns eine freie Parzelle zu suchen, von denen es gefühlt nur noch 4 (von mindestens 4000) gab. Was für ein Urlaubsstress! Irgendwann hatten wir aber doch ein feines Plätzchen gefunden, das ein bisschen Schatten, ein bisschen Ruhe und ein bisschen Meerblick hat und spätestens, als wir unser gewohntes Chaos in Bulli Björn angerichtet hatten und in die kühle Adria gehüpft waren, war wieder alles gut. Jetzt mögen wir es hier und bleiben zum ersten Mal 2 Nächte.

Dienstag, 18. September 2018

Sexy in Rab

Nachdem wir gestern ja unsanft vom Wecker geweckt worden sind, wollten wir heute mal so richtig schön ausschlafen. Leider hatte ein tornadoähnlicher Todessturm etwas dagegen, der gegen 4 Uhr Bulli Björn durchrödelte und uns plötzlich daran erinnerte, dass wir Handtücher und Badezeug zum Trocknen draußen verteilt hatten. Wir brachten es dann lieber mal rein und versuchten danach, einfach weiter zu schlafen, was uns auch so einigermaßen gelang. Zur Strafe duschten wir morgens in der Adria.


Anschließend verließen wir unser Lieblingscamp wohl endgültig und fuhren weiter ab in den Süden und dann irgendwann nach Westen. Dort gab es nämlich eine Fähre, die uns auf die Insel Rab brachte. Die Insel Rab ist eine typische Insel. Ihr Umland besteht zu 100% aus Wasser. Es gibt dort mehrere Orte, der größte davon heißt... Rab. Wie originell. Aber offenbar System in Kroatien, schließlich gab es auch schon Krk auf Krk. Nun ja. Einen richtigen Plan hatten wir für Rab (die Insel) nicht, also steuerten wir den mehr oder weniger erstbesten Campingplatz an und guckten mal, was er so zu bieten hatte. Das war unter anderem: Sandstrand (in Kroatien wirklich selten) und ziemlich lange flaches Wasser. Also ein Paradies für Familien mit kleinen Kindern und für alte Leute, die Angst vor tiefem Gewässer haben. Familien mit Kindern waren aber wenige da. Soviel dazu.

Allerdings ist der Campingplatz auch nicht weit von Rab (der Stadt) entfernt, also entschlossen wir uns, dieser mal einen Besuch abzustatten. Und das hat sich erstaunlicherweise wirklich gelohnt. Rab (die Stadt) ist zwar relativ klein, aber trotzdem unfassbar bekannt für ihre vier Kirchtürme, die wir uns alle nicht aus der Nähe anschauten. Stattdessen streunerten wir durch die vielen kleinen Gassen und erfreuten uns an einem wirklich netten alten Stadtbild, an den ersten wirklichen Touri-Shops der Reise und an den Wassertaxis, die so halboffiziell zwischen Rab (der Stadt) und allen möglichen anderen Orten auf Rab (der Insel) für einen schmalen Taler hin und her fahren - unter anderem gibt es auch eine Haltestelle an unserem Camp, wie praktisch.


Mein persönliches Highlight in Rab (der Stadt) war allerdings unser Essen. Zum einen gab es endlich mal Ćevapčići mit Djuvec-Reis und zum anderen hat Anne die spektakulärste Pizza aller Zeiten bestellt. Die Zutaten waren Schinken, Pilze, Ei und Würstchen und in der Karte lief sie unter "Pizza Sexy". Warum sie so hieß, erfuhren wir dann auch, als sie uns gebracht wurde, denn das Würstchen war nicht geschnitten und mit den Eiern zu einem formschönen Pillemann geformt. Das muss man sich auch erstmal trauen.

Montag, 17. September 2018

Ein Wasserfall kommt selten allein

Der heutige Tag begann so, wie ein Urlaubstag eigentlich nicht beginnen sollte - mit einem klingelnden Wecker um 6 Uhr. Wir wollten ein früher Vogel sein und den Plitvicer Seewurm so zeitig wie möglich fangen, weil Internetrecherchen im Vorfeld ergeben hatten, dass der Nationalpark voller als ein russischer Partykönig werden kann, wenn man nicht rechtzeitig da ist. Kleiner Spoiler: Das Internet hatte recht. Da wir aber einigermaßen pünktlich gegen 7:30 Uhr am Parkeingang eintrafen, hatten wir uns nur mit einer gemäßigten Anzahl von Mitbesuchern um die besten Fotospots zu streiten und mussten eigentlich nirgendwo wirklich Schlange stehen. Als wir beim Verlassen des Parks einen Blick auf die ersten Meter des Wegs werden konnten, sah das schon deutlich anders aus - Gänsemarsch lässt grüßen!

Sollte sich nun immer noch jemand fragen, was zur Hölle diese Plitvicer Seen eigentlich sind, hier ein kurzer geschichtlicher Abriss. Es ist ein Nationalpark. Ein großer Nationalpark. Vielleicht der größte Kroatiens. Ihn gibt es schon sehr lange. Selbst Winnetou war schon da. Völlig überraschend besteht er aus Seen. Aus vielen Seen. Und aus Wald. Und so. Die Seen sind mal groß, mal sehr groß und mal nicht so groß, aber hauptsächlich liegen sie in unterschiedlichen Höhen und sind alle irgendwie miteinander verbunden. Deswegen gibt es zwischen den Seen einen ganzen Haufen Wasserfälle, über die das Wasser von einem hoch gelegenen See in einen niedriger gelegenen fällt - und genau das ist das Großartige. Ich liebe Wasserfälle und ich glaube, ich habe noch nie so viele auf einmal gesehen. Eigentlich plätschert und rauscht es konstant von links, von rechts, von vorne, von hinten, von oben oder von unten. Und auch die Wasserfälle sind in so ziemlich jeder Größe und Breite vorhanden, von 50 cm bis hin zu (glaube ich) knapp 80 m. Und dann ist da noch das Seewasser. Wie so ziemlich jedes Wasser, das uns bisher hier begegnet ist, ist es schon fast unverschämt türkisblau und klar ohne Ende. Man ahnt es vielleicht schon leicht, aber wir waren begeistert!




Durch den Park führen mehrere Wanderrouten in unterschiedlicher Länge. Wir entschieden uns für die längste und latschten 18,3 km über Stock und über Stein... nicht. Natürlich wählten wir mit Route C die goldene Mitte. Route C maß 8 km und beinhaltete auch noch eine kleine Bootstour über den größten See (dessen Namen ich wie den aller anderen Seen sofort nachdem ich ihn zum 12. Mal gelesen habe, gleich wieder vergaß) und einen Rücktransport via Rentner-Stadtrundfahrtenbus zum Startpunkt. Ich würde auch sagen, die Route ist optimal für einen guten Überblick über den Park, denn zugegebenermaßen erkennt man nach dem 274. Wasserfall und dem 89,2. See auch nicht mehr so große Unterschiede und kurz nachdem es anfängt, langweilig zu werden, ist man auch schon wieder am Ziel und kann sich nach guten 4 Stunden mit vielen tollen Eindrücken und einem guten Gefühl wieder anderen Sachen widmen.

Die Sache, der wir uns nach dem Parkbesuch widmeten, war die Suche nach einer neuen Bleibe. Nach kurzer Recherche, einer groben Reiseplanung für die nächsten Tage und der Feststellung, dass es zwischen Rijeka und Karlobag nicht gerade viele Campingplätze gibt, fiel unsere Wahl erneut auf unser Lieblings-Camp (okay, ist nicht so schwer bei bisher 3 besuchten Plätzen...) Camp Ujča. Und hier sitzen wir nun wieder, dieses Mal in allererster Reihe zum Meer und freuen uns über einen gelungenen heutigen Tag und auf morgen, wo es dann "Auf die Fähre!" heißen wird.

Ach ja, selbstverständlich ist jeder Tag auch nur so gut wie die Leute, die ihn dazu machen (oder so ähnlich). Und davon hatten wir heute eine ganze Menge. So trafen wir bei den Plitvicer Seen auf die folgenden famosen Gestalten: Die 2 aus dem Zwergenwald, Sulley und Glotzkowski von Monster AG, Hinkebein und seine Frau und ein Viertel der Bevölkerung Asiens (offensichtlich gibt es einen Shuttleservice zwischen Schloss Neuschwanstein und den Plitvicer Seen). Am Campingplatz freuten und freuen wir uns zudem über Arielle und Khal Drogo alias Aquaman, die Glotzer, die Ökos und Tarzan. Aber das darf ich nicht so laut schreiben, weil der Platz mittlerweile fast vollständig in deutscher Hand ist. Also pssst!

Sonntag, 16. September 2018

Blau, blau, blau

Liebes Tagebuch,

tchuligom, dass ich dich gestern so schmählich ignoriert habe. Es lag nicht an dir, es lag an mir. Ich hatte keine Lust. Außerdem ist auch nicht so viel passiert. Heute ist auch nicht so viel passiert, aber ich möchte trotzdem einige Gedanken in die Welt hinausschreiben. Aktuell campieren wir auf einem Campingplatz kurz vorm Nationalpark Plitvicer Seen, den wir morgen Länge mal Breite mal Höhe vermessen wollen. Danach wird es bestimmt hoffentlich einiges mehr zu erzählen geben. Dafür kann ich aber jetzt schon mal ein erstes kleines Zwischenfazit zu allem ziehen. Ich weiß, du wirst es mir verzeihen, wenn das nun eine mehr oder weniger zusammenhanglose Aufzählung wird...
  • Bulli Björn und wir verstehen uns super. Es ist immer ein kleiner Kampf, das Chaos, das man innerhalb von 5 Minuten nach der Ankunft am Campingplatz angerichtet hat, zur Abreise wieder zu beseitigen, aber abgesehen davon ist er ausgesprochen handzahm. Er ist super geräumig und alles ist mit wenigen Handgriffen zu erledigen. Gut fahren lässt er sich auch noch. Mittlerweile haben wir sogar den Dreh mit dem Licht im Schrank raus und ich bin auch erst zwei Mal fast beim Rückwärtsfahren gegen eine Mauer oder einen Baum geballert. Also falls jemand noch ein Weihnachtsgeschenk für uns sucht, so nen Kumpel von Björn würden wir nehmen...
  • Kroatien hat wie Australien und die USA auch seine Great Ocean Road bzw. seinen Highway 1. Das Biest heißt hier "Jadranska Magistrala" und ist so, wie eine Küstenstraße sein soll: toll! Wir sind zwar erst ein relativ kleines Stück gefahren und werden auch definitiv nicht die ganze Strecke abreißen, aber das, was wir bisher gesehen haben, ist definitiv sehr geil. Steile Abhänge, mal fährt man weit oben und dann wieder fast direkt am Ufer entlang, immer wieder findet man kleine Buchten und dann dieses ekelhafte türkisfarbene Wasser, bei dem man fast von der Straße aus noch bis zum Grund sehen kann.
  • Der Tourenberatung von Ahoi Bullis (ein weiterer Grund dafür, dass diese Leute einfach top sind) kann man offenbar vorbehaltslos vertrauen. Gestern haben wir auf deren Empfehlung Camp Ujča angesteuert, einen kleinen Platz kurz hinter Senj direkt an einer der besagten kleinen Buchten. Heute konnten wir mit frischen Brötchen und Blick auf das Meer vor Bulli Björn frühstücken. Wird schwer, das zu toppen. Die Anfahrt zum Camp war übrigens auch fantastisch, mit gefühlt 45° Gefälle und einer 2,50 m breiten Unterführung.
  • An der Küste Kroatiens besteht gefühlt alles aus Stein. Die Strände sind aus Stein. Der Meeresgrund ist aus Stein. Der Boden der Camingplätze ist aus Stein. Die Straßen sind aus Stein. Die Häuser sind aus Stein. Die Berge sind aus Stein. Sogar die Wälder sind aus Stein. Und aus Baum. Es ist verrückt. Aber es hat auch was. Irgendwo muss das mit dem kristallklaren Wasser ja herkommen.
  • Das Klima hier ist spektakulär angenehm. Regen ist bisher weit und breit nicht in Sicht, die Tage sind sonnig und angenehm warm bis "lässt sich gerade noch so aushalten" heiß, meistens weht ein lauer Wind und abends/nachts kühlt es sich immer gut ab und man bekommt einen schönen sternenklaren Himmel zu sehen.
  • Die Kroaten machen ausgezeichnetes Alster. Sie nennen es zwar Radler, aber es ist trotzdem sehr schmackhaft. Das Geheimnis ist, dass es nicht mit Limonade gemischt wird, sondern nur mit naturtrübem Zitronensaft. Beste Idee! 
  • Der Preis für die coolste Campersocke geht an den Dude, der im Camp Ujča bei uns in der Nähe stand und der sich einfach eine Matratze in den Kofferraum seines Kombis gelegt hat. Daumen hoch!
So, das war es erst einmal wieder. Hasta la Pasta!
Dein Turbomartin

Freitag, 14. September 2018

Berge und Knochen

Dobra večer, prijatelji!

Sicherlich interessiert es nicht nur mich brennend, wie unser heutiger Tag so verlaufen ist. Nun, nichts leichter als das.

Alles fing im Regen an. Deutschland fand es offensichtlich äußerst schade, uns gehen zu lassen und verabschiedete uns heute morgen mit einem schmackhaften Tiefdruckgebiet. Für uns als ausgebuffte Bulli-Profis war es natürlich überhaupt kein Problem, beim Zusammenräumen und Verstauen dieses Mal so wenig Türen und Fenster wie möglich zu öffnen. Mit einem halben Liter frischster Ziegenmilch im Gepäck rollten wir wenig später über die deutsch/österreichische Grenze (nur echt mit seehoferschen Kontrollen in der Gegenrichtung) und durch die Alpen. Ich glaube, ich bin noch nie über eine schönere Autobahn gefahren. Kilometerweit sahen wir nichts anderes als Berge, Täler, Tunnel und kleine Dörfer und grüne Wiesen an den Hängen - wirklich traumhaft! Zwischendurch hatte es übrigens auch wieder aufgehört zu regnen.


Nachdem wir für alle möglichen Brücken, Tunnel, Mülltonnen und Leitplanken Mautgebühren gelatzt und ein paar kaum erwähnenswerte slowenische Dörfer hinter uns gebracht hatten, hatten wir es dann irgendwann auch endlich nach Kroatien geschafft. Hier zeigten sich dann relativ schnell mehrere Dinge:
  1. Kroatische Grenzbeamte verfügen offensichtlich über telepathische Kräfte. Ich aber leider nicht, was dazu führte, dass ich ihre imaginäre Aufforderung, nach der Passkontrolle einfach weiterzufahren, gleich 2x nacheinander nicht verstand.
  2. Von oben auf Küstenstädte und die dazu gehörigen Küsten und die dazu gehörigen Meere herabzublicken ist ziemlich toll.
  3. Nicht nur in Deutschland gehört das Reißverschlussverfahren zu den größten Herausforderungen der motorisierten Menschheit.
Unser erstes Nachtlager haben wir nun auf der Insel mit dem hervorragenden Namen Krk aufgeschlagen. Leider ist der Campingplatz ziemlich groß und ziemlich voll, aber erstens hatten wir keine Lust, viele Plätze abzuklappern, zweitens kostet er eine akzeptable Menge Knochen (so nennt der Fachmann die kroatische Währung), drittens wurden wir mit einem fancy Golfcaddy über den Platz kutschiert, um uns unsere Parzelle auszusuchen und viertens und wichtigstens liegt er am Strand, sodass ein erstes Bad in der Adria schon mal drin gewesen ist.

Donnerstag, 13. September 2018

Aller guten Höfe sind drei

Eigentlich läuft die ganze Chose hier ja unter dem Deckmantel "Kroatienurlaub". Davon haben wir aber auch heute noch nicht sehr viel gesehen. Genauer gesagt, hängen wir immer noch in Deutschland ab. Aber wenigstens schon so nah an der Grenze, dass wir österreiche Handystrahlen empfangen.

Das hat aber auch Gründe. Also eigentlich hat es nur einen Grund und der fängt mit N an und hört mit euschwanstein auf. Wir dachten, wenn wir schon mal mit dem Auto in Süddeutschland sind, muss Anne in ihrer Funktion als Adelsexpertin ja mal das berühmteste deutsche Schloss (also Neuschwanstein) mit dem schönsten deutschen Schloss (also Schwerin) vergleichen. Wir fuhren also hin, waren kurz verwirrt von den Hundertschaften asiatischer Touristen, ließen Bulli Björn am Alpsee zurück, kraxelten im Schweiße unseres Angesichts den steilen Pfad zum Schloss herauf... und waren erstmal ziemlich unterwältigt. Das dumme Teil war viel kleiner als in unserer Vorstellung, es war teilweise eingerüstet und dann standen wir noch irgendwie auf der falschen Seite. Tolle Wurst. Zum Glück gingen wir noch etwas weiter und kamen dann irgendwann zur Marienbrücke. Von da sah das Ding dann auch endlich mal gut aus und außerdem plätscherte auf der anderen Seite der Brücke noch ein schöner Wasserfall herab. Hat sich der Trip also doch einigermaßen gelohnt. Fanden übrigens nicht nur wir so, sondern auch ca. 384618 andere Leute, die sich mit uns über die Brücke rempelten. Schwerin ist trotzdem schöner. So.


Anschließend haben wir auch nicht mehr viel gemacht, sondern haben die bayerischen Landstraßen genossen mit ihren urigen kleinen Ortschaften mit weißen Häusern mit Holzbalkonen, an denen kiloweise Blumen herunterranken. Nun sind wir wie gesagt nah an der österreichischen Grenze und genießen zum vorerst letzten Mal die Vorzüge des Landvergnügens, dieses Mal auf Attl's Bio-Ziegenhof. Man könnte auch meinen, es wäre Attl's Bio-Fliegenhof. Aber abgesehen davon ist es auch hier wieder ausgesprochen toll. Wir haben eine kleine Hofführung bekommen, durften beim Melken zugucken, haben frische Ziegenmilch probiert (die erstaunlicherweise ziemlich normal milchig schmeckt) und schon ein wenig im obligatorischen Hofladen geshoppt. Und morgen geht's dann auch endlich nach Kroatien, versprochen.

Mittwoch, 12. September 2018

Ein Viertel Deutschland

Servus miteinand,

während ich diesen Text schreibe, sitze ich im Allgäu neben einem Haus voller Käse. Das klingt komisch, ist aber so.

Von heute gibt es nicht sehr viel zu berichten, da wir die meiste Zeit gefahren sind. Das gibt mir aber Gelegenheit, zwei Fragen zu beantworten, die mir in 100% meiner 0 Leserbriefe gestellt worden sind: Was hat das mit diesen Höfen auf sich und wie war es gestern?

Das kommt so: Solange wir in Deutschland unterwegs sind, dürfen wir kostenlos auf Bauern-, Land- oder sonstigen Höfen stehen, die beim Landvergnügen mitmachen. Bulli Björn kam mit einer inkludierten Jahresmitgliedschaft zu uns, was nur eine der vielen tollen Sachen ist, die zum Standardpaket bei Ahoi Bullis gehören. Vielleicht verrate ich am nächsten langweiligen Tag auch noch die anderen tollen Sachen.

Gestern führte uns unser Landvergnügen-Katalog auf jeden Fall zur Moosbeerhütte in der Lüneburger Heide, wo es sehr sehr toll und empfehlenswert war. Dort werden Blaubeeren und (sehr unüblich für Deutschland) Cranberries angebaut, die auf deutsch wohl tatsächlich Moosbeeren heißen und - ihr ahnt es schon - dem Kind seinen Namen gaben. Außerdem gibt es dort ein paar Ziegen, supernette Besitzer und einen schönen Hofladen mit allem, was die Beeren hergeben: Saft, Kekse, Marmelade, Honig (kein Witz), Schnaps und... naja, Beeren. Bestimmt auch noch ganz viele andere Sachen, die ich alle schon wieder vergessen habe. Was ich aber definitiv nicht vergessen werde, war das super Frühstück mit lauter selbstgemachtem Kram, das wir dort bekommen haben und, dass für diese Hütte nicht genug Werbung gemacht werden kann.

Ansonsten sind wir wie gesagt heute bis ins Allgäu gefahren, was erstaunlich stau- und stressfrei vonstatten ging und stehen nun bei der Feinkäserei Stich - dem place to be für echte Gourmets (stand so im Katalog)! Hier riecht es zwar nach Kuh (obwohl es gar keine Kühe gibt) und wir stehen nicht ganz so idyllisch wie gestern, aber dafür gehört ein Restaurant dazu, in dem es famose Käsespätzle (in Landessprache: Kässpatz'n oder so ähnlich) und Schnitzel in Käsepanade gibt.

In diesem Sinne: Obazda sei mit euch!

Dienstag, 11. September 2018

Hit the Road, Björn!

Liebe Freunde der selten aktualisierten Blogs,

ihr seht richtig, hier tut sich wieder etwas. Und ihr wisst genau so gut wie ich, dass es dafür nur einen Grund geben kann: Ich bin im Urlaub und will angeben habe keine Lust, Karten zu schreiben möchte meine Liebsten beruhigen, dass es mir trotzdem gut geht.

Für dieses Jahr haben die beste Frau und ich uns wieder eine ganz besonders grandiose Aktion überlegt. Hoffen wir zumindest. Wir haben uns bei den tollen Leuten von Ahoi Bullis einen VW Bulli gemietet und wollen durch Kroatien heizen. Hammer! Eigentlich geht es morgen erst los, aber weil wir nett gefragt haben, durften wir heute Abend schon unseren bereiften Gefährten in Empfang nehmen, der uns die nächsten 2½ Wochen durch die Gegend kutschieren wird. Wir tauften ihn Bulli Björn. Dann fuhren wir bis kurz hinter das legendäre Hodenhagen und stehen nun auf irgendeinem netten Hof in irgendeinem Dorf. Näheres wissen wir selber noch nicht, weil es dunkel ist. Vielleicht dazu morgen mehr.

Die ersten Stunden des hippen Bullilebens haben wir nun schon einigermaßen gut gemeistert. In den letzten Tagen haben wir unsere Klamotten und das restliche Hab und Gut fachmännisch in ca. 72 Plastikbeutel verstaut. Von der Autovermietung bis nach Hause (10 km) haben wir nur ca. 1 Stunde gebraucht, weil ich einmal falsch abgebogen und in eine wahre Höllenmaschine von Berufsverkehr gekommen bin. Zuhause haben wir Björni (Höhe: 2,02 m) wie junge Götter in unsere Tiefgarage (Höhe: 2,00 m) gezirkelt und die fachmännisch gepackten Plastikbeutel akkurat im Innenraum verteilt. In unserem Nachtlager angekommen, haben wir die akkurat verteilten Beutel wieder weitsichtig umverteilt und auch nur wenige halbe Stunden gebraucht, um zu verstehen, wie das Licht im sog. "Kleiderschrank" (ein durch eine Lamellenschiebetür abgetrenntes Loch) ausgemacht wird. Beinahe hätten wir hierzu nicht in die Bedienungsanleitung gucken müssen. Dann haben wir einige Plastikbeutel wieder hin und her geräumt. Morgen wollen wir sie vielleicht mal etwas ausräumen und hier die sog. "Schränke" auch einigermaßen sinnvoll nutzen. Aber wenigstens haben wir sowohl das Bett im Fond als auch das im Dach unfallfrei und problemlos aufgebaut bekommen. Leider sind beide Betten absolut ehe-unkompatible 1,20 m breit, sodass wir auch definitiv immer beide brauchen werden. Auch sonst ist es hier noch etwas ungewohnt eng, aber mit Potential zu gut. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Urlaub der beste wird, den wir in diesem Monat machen.

Gute Nacht

Donnerstag, 25. Mai 2017

The real End

Hier sitzen wir nun. In der Premium-VIP-Super-Lounge auf der Fähre (auf der Fähre!) von Dover nach Dünkirchen, die Insel im Rücken. Heute morgen wurde es nochmal richtig britisch, mit fettem english breakfast (inklusive der awesomesten Pancakes der Welt) und einem kurzen Bummel bei bestem Wetter durch das gute Canterbury, um die letzten Pfunde loszuwerden.

Ich hoffe, es ist in den letzten Tagen so rüber gekommen, wie es sollte. Nämlich dass Südengland ein verdammt gutes Institut ist und dass wir eine richtig tolle Zeit hatten. Wir liebten die Landschaft, wir liebten die Küste, wir liebten die Strände (aber nur die aus Sand), wir liebten die Menschen, wir liebten die Schafe, wir liebten Cornwall, wir liebten die Schlösser, wir liebten die Steine, wir liebten die Städtchen, wir liebten die Wiesen, wir liebten die Straßen, wir liebten den Tee, wir liebten die Scones, wir liebten die Clotted Cream, wir liebten die Cadbury Schokolade, wir (Anne) liebten die Cider, wir (Martin) liebten die Ales, wir liebten alles, was gut war und ich jetzt vergessen habe.

Dieses Wochenende lassen wir den Urlaub gemeinsam mit meiner Familie und diesem Trump-Typen beim NATO-Gipfel in Brüssel ausklingen. So schließt sich dann auch der Kreis, wir haben bei Familie begonnen und enden bei Familie. Lovely.

Tag 18: Ein halbes Mal um die Welt

Der aufmerksame Leser weiß wahrscheinlich schon, was es heute zu erzählen gibt: Nicht viel. Da wir morgen besser unsere gebuchte Fähre erwischen sollten, sind wir heute schon mal in die Nähe gefahren. Dover ist allerdings einigermaßen hässlich, von daher übernachten wir heute noch einmal in Canterbury, was schön und auch nur ca. 30 min vom Fährhafen entfernt ist. In Canterbury waren wir ja zu Beginn unserer Reise schon mal - die Kathedrale angucken kostet aber immer noch Geld und sie ist auch immer noch voll mit Gerüst. Da ist man mal 2 Wochen nicht da und alles ist noch genau wie vorher.

Weil wir Canterbury ja bereits gesehen hatten und dachten, Küste wäre an dem heißesten Tag des Urlaubs (der natürlich heute sein musste und nicht, während wir an coolen Stränden abschimmeln, mimimi) eine gute Idee, haben wir noch ein paar Stunden in Whitstable verbracht. Das ist ein kleines Fischerdorf an der Ostküste mit hässlichem Steinstrand und ohne Schatten. Ganz nett, aber ansonsten nicht weiter erwähnenswert.

Zum Abschluss möchte ich noch eine kleine Anekdote über englische Eigenheiten zum Besten geben, damit die Überschrift wenigstens einigermaßen Sinn ergibt. Wir sind heute von Bath nach Whitstable gefahren. Mit dem Auto. Ca. 300 km. Von Dover bis nach Land's End, was so die größte Spannbreite zwischen unseren Reisezielen ist, sind es ca. 600 km. So weit ist es von Hamburg bis Nürnberg. So ziemlich jedes Mal, wenn wir hier jemandem von unserer Reise erzählt haben, wurden wir mehr oder weniger frenetisch bejubelt, wie krass wir doch sind und angeguckt, als hätten wir gerade erzählt, wir würden 3x um die Welt wandern wollen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass tatsächlich die Engländer damals angefangen haben, Amerika zu besiedeln, wo manchmal zwei Nachbarorte so weit auseinander sind wie hier das Land breit ist...

Dienstag, 23. Mai 2017

Tag 17: Old and older

Heute konnten wir ein weiteres Stück unseres Downton Abbey Traumas aufarbeiten, denn wir sind nach Lacock gefahren, wo aus Versehen auch ein kleiner Teil der Serie gedreht worden ist. Eigentlich waren wir aber da, weil es dort ein altes Kloster gibt, das stellenweise als Kulisse für Hogwarts im ersten Harry Potter Teil genutzt wurde. Das Kloster wurde dann irgendwann zum Wohnhaus umgebaut und dann hat da ein Mann gewohnt und das Fotografieren erfunden. Neben Lacock Abbey (eben jenes Kloster) ist aber auch Lacock selber (das Dorf) sehenswert. Irgendwann in den 20er Jahren ist hier offensichtlich die Zeit stehen geblieben und so bestehen die drei Straßen des Örtchens durchweg aus uralten und tatsächlich noch bewohnten Häuschen. Nur die absolut modernen Autos, die die Straßen säumen, passen irgendwie nicht so ganz ins Bild. Das mit den drei Straßen war übrigens keine Übertreibung - während wir unseren Rundgang machten, ist uns nämlich fünf oder sechs Mal derselbe Typ auf seinem Fahrrad entgegen gekommen, der wohl sein tägliches Sportprogramm abspulte...

Außerdem haben wir heute (dieses Mal klugerweise vor dem Essen) unsere derzeitige Heimat Bath genauer unter die Lupe genommen. Im Grunde kann man Bath auch als Stadt vom Typ K bezeichnen, schließlich gibt es eine Kathedrale. Davon abgesehen sieht die Stadt aber einigermaßen unenglisch aus (zumindest wenn man sie mit so Sachen wie Winchester vergleicht), denn ein Großteil der Häuser und Straßen ist aus dem 18. Jahrhundert und aus braunem Gestein (offensichtlich war der heiße Scheiß in Sachen Stein zu der Zeit nicht besonders farbenfroh). Aus dieser Zeit stammen auch noch zwei kuriose Reihenhaussiedlungen, eine rund (The Circus) und eine halbrund (Royal Crescent). Außerdem hat die Stadt namensgebende original römische Bäder in petto, die man besichtigen kann, wozu wir aber keine Lust hatten. Alles in allem hat uns Bath jetzt auch nicht so richtig umgehauen, möglicherweise sind wir aber auch mittlerweile schon ziemlich mit Eindrücken übersättigt. Deswegen sieht der Plan für morgen - unseren letzten vollen Tag in England - auch nur Auto fahren und Seele baumeln lassen vor.

Montag, 22. Mai 2017

Tag 16: So ein Käse!

Falls ihr euch immer schon gefragt habt, wohin ihr mit eurem ganzen Geld sollt, kommt hier ein heißer Tipp: Ab nach Cheddar! Sinnloser haben wir in diesem Urlaub noch nie Kohle zum Fenster heraus geworfen. Dabei standen die Vorzeichen eigentlich ganz gut, denn Cheddar ist ja nicht nur ein schmackhafter Käse, sondern auch eine Stadt, eine Schlucht und ein paar Höhlen.

Leider war so ziemlich alles hier ein großer Reinfall. Die Stadt ist eine Aneinanderreihung von Läden mit Nippes. Die Schlucht kann man so halb durchfahren, was ganz nett und umsonst ist, wir aber erst mitbekommen haben, als alles schon zu spät war. Außerdem kann man sie von oben angucken, was nicht nett und erst recht nicht umsonst ist. Hierzu muss man zuerst 84841 stinkende Stufen hochlatschen (die berühmte Jacob's Ladder), dann kann man auf einen klapprigen Aussichtsturm gehen, von dem aus man Bäume sieht. Wow. Die Höhlen sind halt so, wie Höhlen so sind - innen hohl. Es gibt auch noch ein Museum mit dem berühmten Cheddar-Man, aber da das kein Superheld aus Käse, sondern nur ein altes Skelett ist, haben wir uns das geschenkt, aber trotzdem dafür bezahlt, weil es nur ein Ticket für alles gibt. Außer fürs Parken, das kostet extra.

Was in diesem Ticket außerdem nicht enthalten, aber das einzig Interessante in dieser Geldvernichtungszone ist: Man kann in der Cheddar Cheese Company zugucken, wie der einzige Cheddar aus Cheddar gemacht wird. Und man kann probieren. Dieser ganze Spaß kostet natürlich auch, aber wenigstens nicht so viel.

Naja. Im Anschluss an diese spektakuläre Erfahrung sind wir nach Bath gefahren, wo wir unsere vorletzte Unterkunft bezogen haben, die einen 1A-Blick über die Stadt bietet. Eigentlich wollten wir uns hier heute auch noch etwas umgucken, aber da wir in einem Restaurant von Jamie Oliver essen waren, in dem es zwar gute Köche, aber auch den langsamsten Kellner der Welt gab, müssen wir die Erkundung auf morgen verschieben.

Sonntag, 21. Mai 2017

Tag 15: King Arthur's Haufen

Nachdem wir gestern ja einen richtig anstrengenden Tag hinter uns hatten, stand heute mal wieder etwas geschichtliche Weiterbildung auf dem Programm. Wir waren nämlich in König Artus Vadder seinem Sohn ihm sein Schloss. Aber es war nicht Camelot, sondern Tintagel und das kommt daher, weil der Arthur (so heißt Artus ja hier) da keine Sachen gemacht hat (wie z.B. ein Schwert hoch halten), sondern angeblich dort geboren worden ist. Also, historisch betrachtet wohl nicht mal das, aber die Legende geht halt so. Und eigentlich gibt es da auch gar kein richtiges Schloss, sondern nur dessen Ruine. Und nochmal eigentlich war das auch als es noch keine Ruine war, gar kein richtiges Schloss, sondern eher ein Ein-Zimmer-Apartment. Also zusammengefasst guckt man sich einen riesigen Fake an, der nur aus ein paar alten Steinen besteht und um den ein riesen Bohei gemacht wird. Aber es war trotzdem super anzusehen und ziemlich cool. Der Steinhaufen ist nämlich auf einer fetten Klippe gelegen, wo links und rechts das kornische Meer tobt, es steht eine supercoole King Arthur-Skulptur herum, es gibt einen Wasserfall und man muss ordentlich kraxeln, um überall hinzukommen. Aber das Geile an den meisten englischen Sehenswürdigkeiten ist ja, dass man auch tatsächlich überall hinkommt. Oh, hier sind 8000 m hohe monstersteile Klippen? Naja, hämmern wir mal so ein 5x5 cm großes Holzschild ins Gras, dass man da vielleicht runterfallen könnte, wenn man zu dumm ist, sein Gehirn zu benutzen... In Deutschland wäre wahrscheinlich 20 m vom Klippenrand entfernt alles mit Stacheldraht abgesperrt worden. Also, in Tintagel konnte man das gesamte Gelände erkunden und da das Wetter heute wieder super war, haben wir das auch getan und waren begeistert. So.

Vorher haben wir noch auf Anraten unseres Hosts Gail aus Newquay (die mit dem Bad im Schrank aka. die beste Unterkunft unserer Reise) das Dorf Padstow besucht. Das erwähne ich nur, weil es endlich eine zweite Stadt der Kategorie K ist. Abgesehen davon war es halt ein nettes kleines Fischerdorf mit ein paar Geschäften und engen Gassen.

Diese Nacht schlafen wir übrigens aus durchreisetechnischen Gründen am Arsch der Heide. Der Ort ist so klein, dass die Häuser nicht mal Hausnummern haben, dafür aber Namen. Irgendwann hat hier ein sehr berühmter Schriftsteller eine Geschichte über einen Otter geschrieben. Als Ausgleich für die fehlende Relevanz des Ortes gibt es hier aber gleich 2 Pubs. Man muss halt Prioritäten setzen. Cheers!

Tag 14: Newquay in the Blog

Zu unserem heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten, weil wir nicht viel gemacht haben. Wir haben Newquay vermessen, ein paar gute Sachen eingekauft, ein paar gute Sachen gegessen und getrunken und am Strand gesessen und den Wellen zugeschaut. Ende der Geschichte.

Na gut, hier noch ein paar statische Informationen. Newquay ist eine relativ typische K-Typ-Stadt und wir fühlen uns wohl. Die Stadt gilt als die britische Surferhochburg, weil es hier viele Surfer gibt. Es gibt auch ca. 18 Sandstrände, einen Fluss, einen mini Hafen, einen Golfplatz und ein Haus auf einem Felsen, das nur über eine Brücke erreichbar ist.

Wo wir nun endlich mal einen Tag erwischt haben, an dem wenig Erwähnenswertes passiert ist, habe ich mal wieder die Gelegenheit, ein paar Eindrücke und Beobachtungen in Form von Stichpunkten festzuhalten.

- In so ziemlich jeder Stadt des K-Typs, die über Sandstrände verfügt, läuft gegen Abend jemand mit einem Metalldetektor durch den Sand. Wir vermuten, dass dieser Trend auch bald Deutschland erreichen wird, sollte hier jemals das Dosenpfand wieder abgeschafft werden.
- Wer in Großbritannien sozial akzeptiert werden möchte, braucht ein Haustier. Am besten einen Hund. Wahrscheinlich gibt es mehr Hunde als Menschen. Es ist auch so ziemlich jeder Laden und jedes Pub, Restaurant und Klo, das etwas auf sich hält, "dog-friendly". Es gibt sogar Souvenirs mit Hundemotiven. Genau das Richtige für Tierfreunde wie uns, aber wir schlagen uns wacker.
- Als Brite wird man offensichtlich ohne Kälteempfinden geboren. Wir haben schon in so vielen Städten so viele Leute gesehen, die auch im Regen mit kurzer Hose und T-Shirt durch die Gegend gelaufen sind, dass das kein Zufall sein kann.
- Ich verstehe das System der Straßenkennzeichnung nicht. Offensichtlich gibt es 3 Arten von Straßen: M-Straßen, A-Straßen und B-Straßen. Die Ms sind wohl Autobahnen und die Bs vergleichbar mit unseren Landstraßen. Aber die As machen mich fertig. Mal sind das Holperwege und mal 78-spurige Highways. Was soll das?
- Die Straßen, die weder M noch A noch B sind, sind der Hammer. Wir sind mittlerweile nicht gerade selten durch Straßen gefahren, die gerade mal breit genug für ein halbes Auto sind. Links und rechts ist entweder Hecke oder Mauer, Seitenstreifen oder Bürgersteige sind nicht vorhanden. Aber glaub mal nicht, dass das dann Einbahnstraßen sind... Und da fahren sogar LKW. Sowas will ich Zuhause auch.
- Ich mag Cornwall.
- Ich mag Südengland.
- Ich mag unseren Urlaub.

Freitag, 19. Mai 2017

Tag 13: House & Garden

Liebe besorgte Bürger. Seit heute müsst ihr nicht mehr befürchten, dass wir aufgrund des Downton-Fiaskos in der letzten Woche einen abscheulichen Urlaub verbringen, denn wir haben einen einigermaßen würdigen Ersatz gefunden. Wir besuchten heute Lanhydrock House, was eigentlich gar nicht nur ein Haus, sondern ein ganzes riesiges Anwesen ist. Es ist so groß, dass es dort sogar einen eigenen Fahrradverleih gibt, um das Gelände auf Rädern zu erkunden. Da es wieder einmal regnete (aber nur leicht und später kam auch wieder die Sonne raus), sahen wir uns allerdings nur in dem ehemaligen Herrenhaus um. Das Coole an Lanhydrock ist, dass das Haus zum einen sehr gut erhalten ist, es zum anderen durch viele liebevolle Details (Musik, herumliegende Küchenutensilien oder loskuckunde Uhren) sehr belebt wirkt und man sich zum Dritten auch fast im gesamten Haus relativ frei bewegen kann. Vor allem hat man auch Einblick in einige Dienstbotenzimmer, was uns als alte Downton-Experten natürlich besonders interessierte. Ich meine sogar, kurz Mrs. Patmore in der Küche gesehen zu haben...

Vor unserem Besuch bei den Crawleys haben wir noch den Lost Gardens of Heligan einen Besuch abgestattet. Diese Gardens sind schon mehrere hunderttausend Milliarden Jahre alt und waren tatsächlich lange Zeit lost (d.h. niemand hat sich nen Furz für sie interessiert und sie gammelten vor sich hin), bis sie dann vor ca. 25 Jahren langsam wieder hergerichtet wurden. Naja, es sind halt Gärten mit Blumen und Pflanzen und so, von daher gibt es dazu nicht so viel zu zu sagen. Aber sie sind toll angelegt, es gibt abseits der großen Hauptwege viele kleine enge naturbelassene Trampelpfade, auf denen man die ganze Historie der Anlage förmlich spürt, man kann eine Hängebrücke überqueren und sich endlich mal wie im Dschungelcamp fühlen, es gibt einen lustigen Graskobold und ein paar andere künstlerische Skulpturen und wir konnten beobachten, wie Schafen der Arsch geschoren wurde.

Unser Nachtlager haben wir heute nach Newquay verlegt, wo wir ein Badezimmer im Schrank haben. Funky!

Donnerstag, 18. Mai 2017

Tag 12: The End

Bei der Überschrift habt ihr wohl alle einen Schock bekommen oder? "Waaas? The End? Die Dödel sind doch noch tagelang unterwegs und haben noch nicht mal erzählt, wie sie durch die heiligen Höhlen des allmächtigen Cheddars gefahren oder durch Hogwarts gelaufen sind!" Stimmt genau, ich habe mir auch nur einen kleinen Spaß erlaubt, hihihi. Natürlich sind wir immer noch mitten drin am Reisen. Die vollkommen verblüffende Auflösung folgt später...

Heute morgen haben wir erst einmal Penzance erkundet. War langweilig und eigentlich nicht der Rede wert. Allerdings haben wir uns hier noch typisch cornwallische Pasteten gekauft, von denen meine (mit Steak) ganz okay und Annes (angeblich mit Käse) richtig ekelhaft war. Als Ersatz haben wir für Anne dann noch ihre geliebten Süßkartoffelpommes am Veganer-Foodtruck bestellt (so verzweifelt waren wir schon...), die dummerweise mit Schale frittiert worden sind, was auch nicht die allerbeste Idee gewesen ist. Also verließen wir schleunigst diesen Ort der schlechten Ernährung und fuhren nach St Ives.

St Ives war sehr toll! Ein Ort vom K-Typ, aber deutlich kleiner als die bisher besuchten, was es auch deutlich einfacher gemacht hat, ihn zur Hälfte erkunden. Es gab eine ganze Menge steiler Straßen, eine Strandpromenade, ein paar nette Läden, Sonne, Sonne, Sonne, keinen Pier, aber trotzdem die obligatorische Spielhalle, super Sandstrände, über die wir barfuß (mit den Füßen im Wasser!) spazierten und sogar einen kleinen süßen Hafen, wo wir das erste Mal so richtig Bekanntschaft mit dem echt krassen Tidenhub hier machten - als wir kamen, lagen alle Boote im Wasser, anderthalb Stunden später lagen alle auf dem Trockenen. Ebbe und Flut werden auch später nochmal von entscheidender Bedeutung sein, also auf jeden Fall weiterlesen! Anne blieb ihr heutiges Essensglück aber auch weiter treu und so teilte sie sich ihr original kornisches Eis unfreiwillig mit einer Möwe im Sturzflug. Trotzdem gammelten wir länger als gedacht am Strand ab und fühlten uns wie im Urlaub.

Zweites Highlight (natürlich nach St Ives und nicht nach der Möwe) war der Besuch von St Michael's Mount. Ihr wisst, das Gerät, was wir vom Klo aus sehen können... Ich hoffe, ihr habt alle eure Google-Hausaufgabe gemacht und ich muss jetzt nicht erklären, dass das eine Art Mini-Festung ist, die man bei Ebbe zu Fuß und bei Flut nur per Boot erreicht. Wir konnten zu Fuß gehen, waren aber leider (unser Portemonnaie würde sagen: zum Glück) zu spät dran, um uns das Schloss angucken zu können, das auf dem höchsten Punkt der Insel steht. Es gibt tatsächlich noch ein paar Insel- und Schlossbewohner (hoffentlich alle mit Bootsführerschein) und irgendwann wollen die ja auch mal ihre Ruhe haben. Aber auch, wenn wir nicht ganz hoch konnten, war das schon ein extrem majestätischer und toller Anblick.

Am Ende des Tages waren wir dann noch am Ende. Am Ende des englischen Festlands, am westlichsten Punkt aller Zeiten, am Land's End. Hier war es ähnlich wie am südlichsten Punkt, eine wilde, schroffe Küste mit heftiger Brandung und einfach nur mega schön. Da wir am Abend da waren, hatte das ganze Touri-Brimborium auch schon geschlossen (das ist auch echt hart hier, es gibt ein 4D-Kino, 100 Shops mit Nippes, Shaun das Schaf und noch viele andere sinnlose Spielereien, um den Leuten das Geld aus den Rippen zu leiern) und es war allgemein nur von wenig Leuten besucht, was sehr angenehm war. Ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Tag 11: Cornish and Nature

Ich hatte ja gedacht, mit Städten vom Typ K und Städten des K-Typs so einigermaßen über die Runden zu kommen, aber heute musste ich eine weitere Klassifizierung vornehmen. Arbeitstitel: Städte der Kategorie K ("Kornisch"). Erstes und bisher einziges Mitglied: Polperro.

Wie der informierte Englandkenner eventuell bereits gemerkt hat, sind wir heute in Cornwall gelandet, der südwestlichsten Ecke des Landes. Hier ist es schon irgendwie ein bisschen anders als im Rest Englands. Die Landschaft ist noch ein bisschen hügeliger, die Küste ist nicht aus Kreide, sondern aus Schiefer (und sooo krass, aber dazu später noch mehr), es scheint noch mehr Schafe und noch engere Straßen zu geben, man schmiert auf die Scones zuerst die Marmelade und dann die Clotted Cream, es gibt hier sogar doppelte Kreisverkehre und man scheint allgemein sehr lokalpatriotisch zu sein. So wie es aussieht, kann sich Cornwall komplett selbst versorgen, es gibt cornish Ice Cream, cornish Clotted Cream, cornish Fudge, cornish Ale, cornish Cider, cornish Corny (das war gelogen, aber auch ein tolles Wortspiel oder?) und alle Orts- und Straßen haben neben ihrem normalen auch noch einen unaussprechlichen cornischen Namen. Aber es ist auch schön. Sehr schön.

Unser erster wirklicher Kontakt mit Cornwall war wie schon erwähnt die Stadt (naja, sagen wir das Dörfchen) Polperro. Wahrscheinlich das engste Dorf der Welt. Wie die Leute, die hier leben (es scheinen nicht sehr viele zu sein) einen größeren Einkauf in ihre Häuser bekommen, wird für mich auf ewig ein Rätsel sein. Aber gut für uns, denn die beiden Straßen wirken so natürlich viel uriger. Es gibt außerdem einen kleinen Hafen, in dem wegen Ebbe fast alle Schiffe auf dem Trockenen lagen und einen tollen Abschnitt Küste. Wir mochten Polperro und liefen eine ganze Weile von links nach rechts (obwohl es immer noch regnete, wohlgemerkt!).

Im Anschluss kam die Sonne endlich wieder raus und wir fuhren nach Lizard. Hier gab es zwei krasse Sachen zu bestaunen. Erstens: Lizard Point, den südlichsten Punkt Englands. Ein hammerhartes Küstenspektakel mit schroffen Felsen, tosender Brandung und dem hässlichsten Leuchtturm aller Zeiten. Zweitens: Kynance Cove, eine der spektakulärsten Buchten, die ich bisher gesehen habe. Hier gab es noch schroffere Felsen und eine noch tosendere Brandung. Ich hätte stundenlang einfach rumsitzen und gucken können.

Jetzt wohnen wir in Penzance, fast am Ende Englands, bei Carol, der Künstlerin. Aus unserem Fenster sehen wir das Meer und beim Pullern St Michael's Mount - hierzu wahrscheinlich morgen mehr, aber ihr könnt ja schon mal googlen, wenn ihr eine offene Kinnlade braucht. Es könnte schlimmer sein.

Dienstag, 16. Mai 2017

Tag 10: Gimme Moor!

Freunde der Sonne! Um unseren heutigen Tag emotional nachverfolgen zu können, müsst ihr erstmal das Licht aus- und die Nebelmaschine anmachen. Dann legt ihr die Schallplatte mit dem Wolfsheulen auf, lasst den Wind durch euer Fenster pusten und bittet euren Nachbarn, die Kettensäge anzuwerfen und irre zu lachen. Wir waren nämlich heute im Dartmoor, uiuiuiuiui!

Kurzer Abriss für bisher Unwissende: Das Dartmoor ist die Lüneburger Heide in groß. In sehr groß. Einer der größten Nationalparks Europas und im Grunde nur aus Gras, Baum, Moor, Heidepflanzen, Felsen, Tieren und ein paar Straßen bestehend. Engen Straßen. Ein paar Dörfer gibt es auch und diverse Cafés und Pubs mitten im Niemandsland. Berühmte Krimiautoren wie z.B. Alfred Hitchcock haben sich hier schon Inspiration geholt und wir werden vermutlich demnächst auch einen Horrorroman zu Papier bringen (Arbeitstitel: Schampus mit Lachsfisch), denn passend zu unserem Besuch hat es heute den ganzen Tag durchgeregnet und -genebelt. Genau die richtige Stimmung also für unseren Besuch.

Wir waren heute ziemlich motiviert und hatten vor, mit Gandolf von Ort zu Ort zu fahren, dort jeweils auszusteigen und ein paar kleine bis mittlere Moorspaziergänge zu unternehmen. Wir hatten sogar extra für dieses Ereignis unsere guten Wanderschuhe angezogen. Nachdem wir beim ersten Halt ca. 50 Meter hinter uns gebracht haben, ist uns aber leider aufgefallen, dass wir aus Zucker sind, also haben wir uns schnell wieder ins Auto gesetzt. Es hat aber auch wirklich fies geregnet und der Wind stand natürlich so, dass er einem den Regen direkt ins Gesicht blies. Immer. Wir haben uns dann darauf beschränkt, kreuz und quer durchs Moor zu fahren, ab und zu anzuhalten, das Fenster runter zu lassen und aus dem Auto hinaus zu fotografieren.

Trotz (vielleicht auch wegen) des bescheidenen Wetters war es ein tolles Moor. Sehr einsam, nur links und rechts kleine vermooste Steinmäuerchen mit Heidezeugs und ansonsten endlose Felder und Hügel mit Bäumen und ab und zu mal ein verlassen scheinendes Haus. Und immer wieder Schafe, Ponys oder Rinder, die auch mal einfach auf der Straße abhängen. Und wenn einem dann doch mal ein Auto entgegen kam, musste man sich nach allen Regeln der Kunst aneinander vorbei schlängeln, ohne die Spiegel zu verlieren. Ich mochte es und es war mal wieder eine tolle Abwechslung zu der ganzen Zivilisation.

Montag, 15. Mai 2017

Tag 9: Very british

Seit heute gelten wir für meine Begriffe offiziell als Engländer. Wir haben englisch gefrühstückt. Wir hatten Afternoon Tea mit Croi... äh, Scones. Wir haben Ale und Cider getrunken. Wir sind durch den Regen gefahren. Wir haben bei grauestem Wetter eine Stadt mit Kathedrale erkundet. Wir waren in einem Cath Kidston Store. Wir haben ganz oft die Worte "excellent" und "brilliant" benutzt. Wir waren bei Aldi einkaufen.

Unsere Reise hat uns heute nach Exeter geführt, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen werden. Wie schon kurz erwähnt, ist Exeter (wie auch Canterbury, Salisbury und Winchester) eine Stadt vom Typ K (d.h. "mit Kathedrale"). Den anderen Stadttyp, zu dem Brighton, Portsmouth und Bournemouth zählen, bezeichne ich als K-Typ ("mit Küste"). Die beiden Typen (evtl. gibt es noch mehr, aber mir sind bisher nur diese beiden untergekommen) unterscheiden sich nicht nur in der Position des Ks, sondern auch in ihrer Architektur und ihrem Gefühl. Städte desselben Typs sind aber untereinander durchaus vergleichbar (bzw. um mal zu pauschalisieren: gleich). Von daher überrascht es mich nicht, dass uns auch Exeter mit seinem Fluss, seiner Kathedrale und seinen alten Gemäuern gut gefällt. Eigenschaften, in denen sich Exeter von anderen Städten des Typs K abhebt, sind die deutlich häufiger vertretenen Penner (wie mir heute bewusst wurde, sind mir in den anderen Städten nie Obdachlose aufgefallen, nicht mal in Brighton (wobei man sie da wegen der ganzen anderen schrägen Gestalten wohl nur schlecht erkennt)), sowie die Tatsache, dass die Innenstadt eigentlich recht modern gestaltet ist, aber ab und zu einfach mal wieder ein total uriges altes englisches Gebäude zwischen 2 "normalen" Häusern auftaucht.

Wie schon gesagt, waren wir auch heute beim Essen sehr englisch unterwegs. Ich habe endlich meinen Cream Tea bekommen (dieses mal sogar echten) und es war großartig. Das Café war auch so ein typisch englisches Oma-Café, unser Kellner hat uns jedes Mal, wenn er an unseren Tisch kam, mit "Good afternoon" begrüßt und wir hatten einen schönen Blick auf Exeters Kathedrale. Excellent! Heute morgen hatten wir uns ja in Bournemouth auch schon mit typisch englischem Frühstück eingegroovt. Anne hatte Eggs Benedict, das sind pochierte Eier und Schinken auf "Muffin" (also Toast-Brötchen) mit Sauce Hollandaise... das muss man sich mal vorstellen, Sauce Hollandaise zum Frühstück! Ich hatte ein "full english breakfast", also Bacon, fiese englische Bratwurst, Pilze, Tomate, Bohnen mit Soße und Toast (wobei ich glaube, eigentlich müssten das eher so Röstis sein) - alles gebraten. Auch nicht so viel besser. Aber es war beides lecker, also bleiben wir auch morgen noch hier im Land der Kreisverkehre, Castles und Kathedralen.

Sonntag, 14. Mai 2017

Tag 8: Das Bourne-Erlebnis

Hallo, liebes anonymes Internetgesicht! Hattest du einen schönen Sonntag? Wir auch. Wir sind nämlich heute nach Bournemouth weitergezogen und haben ihr nach intensiver Begutachtung den "Coolste Stadt des Urlaubs"-Award 2017 verliehen. Auf Awards scheinen die Leute hier ja abzugehen. Es gibt nicht nur Awards für das Parkhaus des Jahres und das Klo des Jahres, sondern auch für das Eis des Jahres, die Architektur des Jahres, den Garten des Jahres und bestimmt auch für den Kreisverkehr des Jahres, den Käsefuß des Jahres, den Straßenbelag des Jahres undundund.

Aber jetzt Bournemouth. Großartige Stadt. Sie kann einiges. Sie hat Strand (sogar Sandstrand, was hier nicht der Normalfall ist), kilometerlang. Sie hat einen Pier (okay, der ist im Gegensatz zu Brighton oder San Francisco schäbig und kostet zu allem Überfluss auch noch ne Mark Eintritt, aber es geht ja hier ums Flair). Sie hat bunte Strandhütten. Sie hat Shopping. Sie hat tolle Parks und Gärten (im Gegensatz zu dem Gartenfiasko gestern sogar umsonst und mindestens 8x so schön). Sie hat Straßenmusiker (hat zugegebenermaßen hier aber so ziemlich jede Innenstadt, was es natürlich nicht weniger toll macht). Sie hat Palmen. Sie hat einen Haufen Wassersportler. Sie ist im Allgemeinen sehr sehr angenehm und wirkt außerordentlich lebenswert. Die erste Stadt dieses Urlaubs, in der ich mir vorstellen kann, auch mal für länger als 1-2 Tage Urlaub zu machen. Wenn das Wetter so super ist wie heute.

Weil wir es konnten, haben wir hier so eine tourimäßige Hop on Hop off-Tour in einem roten Cabrio-Doppeldeckerbus gemacht, der nicht nur durch Bournemouth, sondern auch durch die Nachbarstadt Poole fuhr. Die war ebenfalls sehr schön, eine nette kleine Hafenstadt, aber auch deutlich verschlafener als Bournemouth. Im Busticket war sogar auch ein Bootsticket mit inbegriffen und so düsten wir halt auch noch kurz nach Swanage auf der Isle of Purbeck, die gar keine richtige Insel ist, aber trotzdem mit einer fetten Steilküste Eindruck schinden kann.

Also alles wieder im Lack hier und endlich sind wir auch mal in einer Unterkunft untergekommen, bei der im Bad nicht nur der Lichtschalter von der Decke baumelt (das kann uns schon lange nicht mehr verwirren), sondern wo die Klobrille aus Holz ist, man zum Spülen in den Spülkasten hineingreifen muss und die Erfindung des Einhebelmischers tatsächlich noch nicht angekommen ist und wo es demzufolge noch einen Wasserhahn für kaltes und einen Wasserhahn für heißes Wasser gibt. Bäm Bombe!