Dienstag, 19. September 2006

Dr. Martin erklärt die Welt, Part IX - Waidpinkler

Vor einem halben Jahr informierte ich den Rest der Welt über Frauen. Letzte Woche informierte ein Kollege den Rest meiner Abteilung über den Beruf des Waidpinklers. Dieses Wissen werde ich nun weitergeben.

Mein Kollege erzählte, dass Angehörige jener Berufsgruppe den ganzen Tag Bier trinken, um dann Pflanzen anzupinkeln, die durch die Bierpisse eine besondere Färbung erhalten. Da sich das zu gut anhört, um wahr zu sein, forschte ich ein wenig nach. Und fand nichts. Mir war klar, dass nun weitaus größere Such-Skillz gefragt sind, also wandte ich die patentierte Turboogle-Technik™ an, die mich alsbald zu dem Wikipedia-Eintrag über Natursekt führte. Nachdem ich dort einem weiteren Link folgte, musste ich doch tatsächlich folgendes lesen:
"Der wichtigste Farbstoff zum Färben war der [...] einheimische Färberwaid. Zur Herstellung des Farbstoffes wurden die Blätter des Färberwaids in Kübeln mit menschlichem Urin vergärt. Durch die Zugabe von Alkohol wurde der Gärungsprozess verstärkt. Da Alkohol aber teuer war, tranken die Färber viel Alkohol, der dann im Urin angereichert war. Zum Färben der Stoffe wurden diese meist sonntags für mindestens 12 Stunden in das Färbebad eingetaucht. Die blaue Farbe auf den Textilstücken ergab sich jedoch erst, wenn diese längere Zeit an die Luft gehängt wurden. Immer wenn die Färbergesellen am Montag betrunken daneben lagen, um auf das Ergebnis zu warten, wusste jeder, dass blau gefärbt wurde, die Färber waren "blau" und machten "blau"."
Ist das nicht der Knaller? Da hab ich nicht nur den Waidpinkler entmystifiziert, sondern noch quasi im Vorbeigehen die Herkunft der Redewendungen "blau sein" und "blau machen" erklärt. Grandios!

Übrigens: Gut, dass es heutzutage keine Waidpinkler mehr gibt. Die Welt wär wahrscheinlich um einige Stars ärmer.

Gerade läuft: Biffy Clyro - The Weapons Are Concealed (Album: Infinity Land)

1 Kommentar/e:

Sebastian hat gesagt…

Also ich hab auf Malle einen gesehen. Guck dir mal die Fotos an, die ich im studiVZ reingestellt habe. Es sind ganz scheue Gesellen, die sich der Umgebung anpassen können.

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