Sonntag, 11. Februar 2007

Büchertag: A Long Way Down

Nach ziemlich langer Zeit werde ich heute mal die angestaubte und meistens zurecht ignorierte Rubrik des Büchertags wiederbeleben. Und zwar aus gutem Grund. Nämlich um das empfehlenswerte Buch "A Long Way Down" von Nick Hornby zu empfehlen. Denn das ist äußerst empfehlenswert. Sollte ich darüber hinaus in Zukunft über ähnlich empfehlenswerte Bücher stolpern, so werde ich zwar Kosten, aber keine Mühen scheuen und die Büchertag-Rubrik erneut für eine Leseempfehlung nutzen. Allerdings werd ich nicht mehr wie früher vor Büchergurken, die eh keiner kennt, warnen. Ist ja auch vollkommen sinnlos. Aber jetzt mal zum langen Weg runter.

Das Buch handelt von 4 Personen, die aus gutem Grund in unterschiedlichen Körpern stecken. Sie sind nämlich grundverschieden. Da wäre zum einen der ehemalige Frühstücksfernsehen-Moderator Martin Sharp, der vor allem durch seinen Seitensprung mit einer 15-jährigen und dem anschließenden Gefängnisaufenthalt von sich reden gemacht hat. Die Zweite im Bunde ist die biedere Hausfrau Maureen, deren einziger Lebensinhalt aus Kirchgängen und der Pflege ihres schwerbehinderten Sohns Matty besteht. Jess Crichton, respektlose Ministertochter und fleischgewordener Zankapfel, ist die dritte Protagonistin und das Quartett komplett macht der Musiker JJ, der einst in einer unerfolgreichen Rockband spielte und eine Freundin hatte. Doch trotz der enormen charakterlichen Unterschiede haben die 4 eines gemeinsam: Den Plan, sich in der Silvesternacht vom Hochhaus zu schmeißen. Zufällig haben sich aber dazu alle dasselbe Hochhaus ausgesucht, was dazu führt, dass letztlich keiner springt. Stattdessen beschließen sie, sich ein paar Wochen gemeinsam durch's Leben zu schlagen und dann zu gucken, ob sie sich immer noch umbringen wollen.

Neben der doch recht... unkonventionellen Story von "A Long Way Down" fällt vor allem Nick Hornbys ebenfalls unkonventioneller Erzählstil auf. Die Geschichte wird nämlich immer abwechselnd von einer der 4 Hauptfiguren weitererzählt, von denen natürlich jede ihre ganz eigene Ausdrucksweise hat. Ist Martin an der Reihe, kann man sich eigentlich immer auf beißenden Zynismus gefasst machen, Maureen schildert die Ereignisse eher vernünftig bis naiv, JJ wälzt sich gerne in Selbstmitleid und Jess ist einfach nur total banane. Kein Wunder also, dass "A Long Way Down" unglaublich abwechslungsreich ist. Mal liegt man lachend am Boden, mal wird man wirklich nachdenklich, aber langweilen tut man sich garantiert nicht! Glücklicherweise verzichtet Nick Hornby dabei auf die große Moralkeule und lässt seine Hauptfiguren stattdessen angenehm locker über ihre Selbstmordabsichten plaudern. So ist das Buch auch meiner Meinung nach nicht als "Anleitung zum Glücklichsein" mit 284 km Tiefgang oder ähnlichem Quatsch zu sehen, sondern in erster Linie als stinknormaler Unterhaltungsroman. Allerdings als ein verdammt unterhaltsamer!

Gerade läuft: Höhner - Pizza wunderbar

5 Kommentar/e:

Nachbarin hat gesagt…

Klingt gut! Kannst du mir das bei Zeiten mal ausborgen?

Martin hat gesagt…

Na klar. Ich tausche gegen "One Hour Photo" ;)

Nachbarin hat gesagt…

Klaro!

Aber hattest du den nicht schonmal?!

Martin hat gesagt…

Nee. Du wolltest mir den mal ausleihen, aber da hatte der René den noch. So ist das nämlich!

Nachbarin hat gesagt…

Achso ist das! Ja das stimmt wohl!

Dann ist der Tausch ja perfekt!
Hab nur noch 2 Bücher vorher zu lesen!

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