Donnerstag, 29. November 2007

Honking Antilope

Dienstag war Serj Tankian, der olle Schreihals von System Of A Down, das erste und bisher einzige Mal alleine in Köln bzw. sogar in Deutschland. Auf Tour. Dienstag war außerdem Turbomartin, der juvenile Leisetreter von Monheim, das 548923. Mal zusammen mit Stuessy und dem fraggomat in Köln. Und zufällig haben alle 4 sich getroffen und voll gerockt.

"Voll" ist in diesem Zusammenhang übrigens ein ganz brauchbares Stichwort. Denn ganz genau in diesem Zustand befand sich die Live Music Hall. Und wenn ich hier "voll" sage, dann meine ich in Wahrheit "richtig voll". Also "richtig, richtig voll". Beziehungsweise "so voll, wie die LMH noch nie voll gewesen ist". Circa. Und außerdem war's auch höllisch warm und stickig, sodass man entweder kaum Luft kriegte oder schwitzte wie deine Mutter beim Kacken oder beides.

Von dem Serj seiner Performance war ich dann allerdings ehrlich gesagt trotz Atemnot ein ganz kleines bisschen enttäuscht. Obwohl, musikalisch gab's da überhaupt nix zu meckern, das war ganz großes Tennis! Da hauen einen ja allein schon Stimme und Mimik aus den Socken. Nur: Der Jung ist kein Entertainer! Wirkliche Kommunikation mit dem Publikum gab's erst ganz am Ende, als er 3240x sagte, dass wir really amazing gewesen wären (waren wir natürlich auch). Zwischen den Liedern gab's kein "Thank you" (glaub ich) und erst recht keine vernünftigen Ansagen. Stattdessen fühlte ich mich wie auf ner Wahlkampfveranstaltung, da der Herr Tankian unbedingt irgendwelche auswendig gelernte und völlig zusammenhanglose politische Statements abgeben musste. Ich mein, dass sowas in der Richtung kommen würde, konnte man sich ja auch schon im Vorfeld an allen 3 verkrumpelten Fingern abzählen und Serjs politisches Engagement ist auch mit Sicherheit nicht verkehrt, aber man darf doch trotzdem ruhig auch mal ein bisschen aufs Publikum eingehen und muss nicht nur stur sein Ding durchziehen. Oder? Dann kann ich auch die CD hören, das ist halt nur nicht so laut. Mal ganz davon abgesehen, dass das Konzert mit knapp 70 min natürlich viel zu kurz war (was allerdings auch verständlich ist, wenn man erst 1 Album am Start hat). Also sowas muss ich echt nicht nochmal haben. Auch wenn die musikalische Seite wirklich brillant war.

Gerade läuft: Ska-P - Tío Sam (Album: Planeta Eskoria)

3 Kommentar/e:

Herr Vorragend hat gesagt…

Wer sagt denn, dass CD hören nicht genauso laut ist wie ein Konzert? ^^

sdiwi@toxictears.de hat gesagt…

Ich war auch in Köln am Start und muss sagen, Dein Report ist wirklich gut! Ich fand den Gig ziemlich geil, es standen wirklich außergewöhnliche Musiker auf der Bühne, Serj war der Hammer und der Sound war echt genial - aber wie Du sagst, leider vieel zu kurz und - ähem - etwas zu voll. Ich war zwar noch nie in der LMH, aber es war definitiv VOLL.
Hab ich bis jetzt erst einmal erlebt, als ein Surge Konzert das bereits ausverkauft war in ne kleinere Halle verlegt werden musste.
Kurz vor Beginn hab ich für die Strecke vom Eingang bis etwas weiter als zur Mitte (20-30 Meter) etwa 20 minuten gebrauchtgebraucht, nachdem Serj loslegte nur noch 20 Sekunden bis ganz nach vorne. Das spricht für mich für Qualität ;).
Und es WAR stickig! Zwischenzeitlich war es auch meine Hauptbeschäftigung genügend Luft zu bekommen damit ich vor Anstrengung nicht zusammenklappe (am Besten beim nach oben-springen einatmen - dort ist der Sauerstoffgehalt weitaus höher ;) ).
Den Ticketpreis fand ich für die Show etwas zu hoch und auch den Merch Stuff (z.B. 2 popelige kleine Aufkleber und 2 Buttons für 5€ - haha...) sollte man billiger machen, wenn man schon Reden über die "Tyranny of Money", "Music Belongs To Universe" und "Record Companies" schwingt...
Da fehlte mir ein wenig die "Realness" von SOAD.

Erwähnenswert ist aber auch die Vorgruppe "Fair To Midland", die auch ziemlich gut abrockte und auch musikalisch auf hohem Level gespielt hat. Als Ausgleich für Serj hätten die imo ruhig länger spielen dürfen ;).

jojo...
sdiwi - www.toxictears.de -

Martin hat gesagt…

Den Ticketpreis fand ich für das, was man bekommen hat, auch etwas zu hoch. Wenn ich schon >30€ bezahle, dann möchte ich nicht nur tolle Musik hören, sondern auch ein bisschen unterhalten werden. Naja, machste nix. Wenigstens kann ich jetzt sagen, dass ich den Serj mal live gesehen hab :)

"Fair To Midland" haben wir uns übrigens geklemmt. Kannte keiner von uns und hatte auch keiner so richtig Lust drauf. Wir haben die letzten Takte vom letzten Lied mitbekommen und gesehen, wie der Sänger das Schlagzeug abgebaut hat ;) Hatte da jetzt aber ehrlich gesagt auch nicht das Gefühl, was Großes verpasst zu haben.

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