Mittwoch, 22. Juni 2016

Projekt Elbe 2016, Teil 3: Von Hitzacker bis Wittenberge

Liebes Tagebuch,

heute war der Tag der Rekorde. Die meisten Kilometer, die höchste Geschwindigkeit, die ödeste Strecke, die meisten Viecher, die meisten Schafe, die wenigsten Seeungeheuer und und und.

Fangen wir doch einfach von vorne an. Wir verließen unsere Villa Romantika und frühstückten beim Bäcker. Lecker. Dann fuhren wir los. Groß. Wir fuhren über eine Brücke und waren in Dömitz. Dort gab es eine Festung und wir waren auch wirklich motiviert, sie uns anzugucken, aber als wir den Eintrittspreis sahen, siegte relativ schnell unser Kulturbanauserismus und wir fuhren weiter. Aufm Deich. Links und rechts: Nix. Ab und zu passierten wir Schafe. Oder einen mal mehr, mal weniger abgeranzten Bauernhof. Oder Schwärme winziger Arschloch-Fliegen, die sich zu Tausenden auf arme Radfahrer stürzten, um ihnen an sämtlichen Extremitäten kleben zu bleiben. Oder den Hof eines Schafhirten mit eigenem Friedhof. Oder Bäume. Aber alles in allem war es schon ziemlich öde. Man muss allerdings dazu sagen (das auch noch als Ergänzung zu gestern), dass wir so ziemlich die ganze Zeit durch ehemaliges Grenzgebiet gefahren sind, also ist die Ödnis nicht ganz so verwunderlich. Langweilig war sie aber trotzdem.

Eigentlich war unser Plan, irgendwo wieder die Elbe zu überqueren und dann in Gartow (da, wo der Oberst wohnt...) zu übernachten. Als wir an der Fähre ankamen, fühlten wir uns aber noch frisch wie der junge Morgen und schmiedeten Plan B: Bis zur nächsten Fähre fahren und dann in Schnackenburg übernachten. Als wir an der Fähre ankamen, fühlten wir uns aber noch frisch wie der junge Morgen und schmiedeten Plan C: Nicht ans andere Ufer und durchziehen bis Wittenberge. Unterwegs noch in ein schönes Café setzen, Latte Macchiato schlürfen und unseren allmächtigen Radwegführer nach einer Übernachtungsmöglichkeit durchsuchen. Ein famoser Plan! Einziger Haken: Wo nix ist, ist auch kein Café. Und wo nix ist, macht es auch keinen Spaß, einfach so anzuhalten. Und wenn die Sonne ballert und man wo ist, wo sonst nix ist und man nur von fiesen kleinen Fliegen attackiert wird, durch Schaafscheiße fährt, einem das Knie schmerzt und man den größten blauen Fleck der Welt am Bein hat, dann sind auch 5 km schon mal länger als sonst. Aber die gute Nachricht ist, auch wenn es sich nicht danach anhören mag: Ich habe die Strecke tatsächlich überlebt!

Nach gefühlten 374 km waren wir dann endlich in Wittenberge (weder zu verwechseln mit Wittenberg noch mit Wittenburg) und stürzten uns auf die erste Pension, die wir sahen - Zur Möwe. Und hier sind wir jetzt. Und es ist das bisher schönste Zimmer und das bisher schönste Haus des Urlaubs. Und da es morgen richtig heiß werden soll und wir kleine Schnuffis sind und eigentlich erst morgen hier sein wollten, bleiben wir einfach 2 Nächte und gehen morgen annen See. So.

Heute Abend haben wir übrigens auch schon einen Rundgang durch fast ganz Wittenberge gemacht. Wir haben die Herde Hunde, die hier begraben sein muss, aber leider nicht gefunden.

Der Tag in Zahlen:
Strecke: 80 km
Fahrzeit: 4,5 h
Pause: 1 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h
Arsch-o-Meter: 7/10
Wetter: anfangs schwül, zwischendurch perfekt, am Ende wieder sehr warm
Passierte Bundesländer: Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg

Fahrradhosen-Qualitätscheck:
Frau (Tchibo): doof
Mann (Penny): okay

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