Mittwoch, 18. Mai 2011

Gestatten, Tim Taylor! (Teil 1)

Letzten Freitag passierte hier im beschaulichen Brödermannsweg, in dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen würden, wenn es sie mal hierher verschlagen würde, einer meiner persönlichen GAUs: Wohnung kaputt! Genauer gesagt hielt ich plötzlich, als ich nach der morgendlichen Dusche meine Badewanne säubern wollte, den Wasserumschaltpinöppel (also das Gerät, mit dem man das Wasser dazu bringt, in den Duschkopf zu analysieren anstatt in den Badewannenhahn) in der Hand und jeder Versuch, ihn wieder zu seiner angestammten Aufgabe zu überreden, scheiterte.

Man muss dazu wissen, dass ich wahrscheinlich zu den handwerklich untalentiertesten Menschen der Welt gehöre - ich befinde mich in dieser Hinsicht etwa auf einer Stufe mit einem einäugigen beinamputierten Pinguin. Dass hier alle Bilder, Rollos und Vorhänge halbwegs gerade hängen, grenzt schon an ein mittleres Wunder. Einmal als ich versuchte, einen verstopften Abfluss zu reinigen, steckte ich mehrere Stunden mit den Zehen im Waschbecken fest. Okay, das letzte war gelogen, aber wirklich handwerklich begabt kann man mich tatsächlich nicht nennen.

Nachdem das Dilemma nun mal passiert war, entschied ich mich als erstes zu meiner mehrfach bewährten Selbstregulierungstaktik. Bedeutet, ich blendete das Problem aus, ging erstmal ins Wochenende (da war ich eh nicht zuhause) und hoffte, dass der Nupsi anschließend einfach wieder von alleine funktionierte. War ja immerhin auch von alleine kaputtgegangen. Die Scheiße war nur: Sonntag abend war der Kack immer noch im Arsch.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als Stufe 2 zu zünden: Ich rief beim Hausmeister an, schilderte mein Problem und skandalöserweise antwortete er nicht mit "Kein Problem, Turbomartin, derbster Blogger des uns bekannten Universums! Ich komm einfach mal heute abend gegen 19 Uhr bei dir vorbei, bring 17 Liter Bier mit, dann werd ich dem Drecksstück erstmal zeigen, wo der Frosch die Locken hat und anschließend zocken wir noch ne Runde Mario Kart 64!" Stattdessen faselte er was von wegen Armatur müsse ausgetauscht werden, er könne nem Klempner Bescheid sagen, aber er wüsste nicht, ob mein Mietvertrag das hergäbe, dass die Kosten von mind. 100€ vom Vermieter getragen werden würden. Ich dachte: "Leckmichamarsch, ich bezahl doch keine 100 Taler, damit ich noch 3 Tage auf nen Klempner warten und dann wieder um 13 Uhr Feierabend machen muss, nur damit der Vogel mir ne neue Armatur ranhämmert." Ich sagte: "Alles klar, dankeschön. Ich glaub, dann mach ich's mir doch lieber selber." Ich sagte wirklich: "Alles klar, dankeschön. Ich schau mal im Mietvertrag nach und meld mich dann ggf. nochmal, wenn ich nen Klempner hier haben will."

Und damit hatte ich den Salat. Aber wie der Salat genau aussah, erzähle ich heute nicht mehr, sondern später. Vielleicht morgen.

5 Kommentar/e:

fraggy hat gesagt…

Oho, was für eine spannende Geschichte. Ich kann es ja kaum abwarten wie jemand der mit einem ähnlich ausgeprägten handwerklichen Geschick wie ich aus dieser verzwickten Lage rauskommt!
In dem vorherigen Satz fehlen bestimmt Kommata. Denk sie dir einfach dahin wo sie hin gehören.

Stuessy hat gesagt…

Hakuna Matata! Gute Taktik das mit dem warten und gucken was passiert. Das hätte ich ganz genauso gemacht. Zur Not kann man ja auch immer noch baden. Soll ja schließlich sehr entspannend sein.

Mareike hat gesagt…

Aber das Baden kostet doch 10xmehr und der Martin ist doch ein Sparfuchs ;)Glaub ich wenigstens.
Kannst ja auch behaupten Anne war das und ihr regelt das über die Versicherung.
Klappt mit kaputten Waschbecken sehr gut!

Stuessy hat gesagt…

Aber Baden kostet doch nur dann mehr, wenn man das Wasser nach ein-zwei-dreimal benutzen schon wieder ablässt. ;)

Martin hat gesagt…

Ein Fuchs, dieser Stuessy! :-D In Wahrheit ging alles ganz anders. Bin grad fleißig am Tippen und zuversichtlich, heute noch die Geschichte zu ihrem würdigen Abschluss zu bringen.

Ach so: Gebadet habe ich tatsächlich Montag morgen. Aber wenn man nicht richtig Zeit dazu hat, ist's auch irgendwie blöd. Vor allem das Haare waschen.

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