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Donnerstag, 23. September 2021

Expeditionen ins Tierreich

Schon Albert Einstein wusste: Aller guten Dinge sind Zwei. Deswegen hat er das ² in seine Formel eingebaut, glaub ich. Auf jeden Fall wissen wir das auch und dachten uns, wir geben dem Format "Städtetrip" nach der Trierer Enttäuschung eine zweite Chance, indem wir heute in die zweite große Moselstadt fahren - Koblenz. Und - Tadah! - war auch gleich viel schöner. Erstmal hat Koblenz ja schon die Power von zwei Flüssen und nicht nur von einem und dann haben sie auch wirklich was aus ihrer Stadt und den Sehenswürdigkeiten gemacht. Eine Seilbahn (mit der wir nicht gefahren sind) installiert, zum Beispiel, oder eine wirklich schöne Altstadt mit vielen netten kleinen Gassen drumrum gebaut. So macht man das, dann gefällt's auch den knallharten Urlaubstestern von PedersenTV.

Joa, viel mehr gibt es dann auch schon gar nicht zu berichten, außer vielleicht von unseren jüngsten Stellplatz-"Erfolgen". Unser ursprünglicher Plan sah nämlich vor, die letzte und die kommende Nacht an einem weiteren gemütlichen Campingplatz mit Moselblick zu verbringen. Leider war unsere Wahl "Camping Burgen" keine besonders gute. Wir waren nicht von Weinbergen und der Mosel eingerahmt, sondern von einer Bundesstraße und einer Güterzugstrecke (na gut, und der Mosel, aber die hat man nicht gehört). Außerdem war uns der Platz zu groß und die Holländer neben uns haben uns komisch angeguckt, weil unsere Campingstühle quietschen. Deswegen haben wir für heute mal wieder unsere Landvergnügen-Karte gespielt und stehen nun in Kleinmaischeid auf dem Hof eines Haustechnik-Betriebs... mit angeschlossener Alpaka-Zucht, juchu! In diesem Sinne: Möööp - IIIhhhiiihhiiihh!


Mittwoch, 22. September 2021

Mut zur Lücke bei Burg und Brücke

Als glühende Fans von Turbomartins minderwertigem Reiseblog wisst ihr wahrscheinlich noch als wäre es gestern gewesen, dass ich im letzten Jahr, als wir schon einmal einen Abstecher an die Mosel gemacht hatten, geschrieben hatte, dass wir uns hier drei potentielle Ziele herausgesucht hatten, von denen wir dann genau null besucht haben. Diese Scharte hatten wir nach der jetzt schon nahezu legendären Zerwanderung des Klüsserather Sagenwegs zu einem Drittel ausgewetzt. Und soll ich euch was sagen?! Drei Drittel, boom! 🚀🔥

Dazu haben wir und Roadie Ron heute unsere nicht vorhandenen Zelte in Trittenheim abgebrochen und sind ganz gemütlich ein Stückchen weiter moselabwärts, wie der Fachmann (und das ist mindestens Anne nach ihrem mit Auszeichnung bestandenen Segel-Extremkurs) zu sagen pflegt (der Etwas-weniger-Fachmann sagt "nach Osten"), gecruised. Dabei war die Fahrt schon ein Erlebnis für sich, weil wir keine Autobahn genutzt, sondern stattdessen die volle Dröhnung Mosel bekommen haben. Mal ging es bergauf und mal bergab, mal waren die Serpentinen enger und mal weiter, mal fuhren wir direkt neben der Mosel her und mal durch Weinberge, mal sahen wir die Dörfer von oben und mal fuhren wir mittendurch. Kann man durchaus mal machen.

Zwei Zwischenstopps haben wir aber doch eingelegt und eigentlich hat keiner davon irgendwas mit der Mosel zu tun, aber egal. Als erstes steuerten wir Mörsdorf an, ein Dorf im Hunsrück, dessen einzige Daseinsberechtigung zu sein scheint, Einfallstor für wanderwillige Touris zu sein, was man an den zahlreichen Verpflegungsstationen (meistens Getränkeautomaten), die wirklich an jeder zweiten Ecke zu finden waren, erkennen konnte. Wir ließen sie jedenfalls links liegen und wanderten so schnurstracks, wie es ging, auf unser Ziel zu: die mit 360 m zweitlängste Hängeseilbrücke Deutschlands, die "Geierlay" (übrigens, auf der längsten Hängeseilbrücke "Titan RT" waren wir alten Hängeseilbrückennerds auch schon 🤓). Und ich sag euch, das ist schon ein imposanter Aparillo! Und ich verstehe jeden, der sich ein bisschen komisch dabei fühlt, 100 m über nem riesigen Wald über eine schwankende Brücke zu spazieren. Aber es macht auch irgendwie Spaß und ist beeindruckend und meiner Meinung nach ist die Geierlay auch sowohl von der Konstruktion als auch von der Landschaft her schöner als die Titan RT. Wer die Brücke will, muss übrigens die Wanderung mögen, denn mindestens 4-5 km Fußmarsch muss man in Summe schon einplanen (10 km und mehr gingen aber auch problemlos). Die sind allerdings auch wieder sehr schön, mit den ortstypischen Steigungen, vorbei an Bächen, durch Wälder und zur Beruhigung aller Navigationsspezis wie ich es einer bin (...nicht) auch ausgezeichnet ausgeschildert. 


Zum zweiten Zwischenstopp mussten wir ein bisschen weiter nach Norden fahren, genauer gesagt in die Weltstadt Wierschem. Hier gibt es viele Parkplätze, von denen man auch bergauf und bergab durch Wald wandern kann, yay! Aber dann, nach mind. 15 min, steht man direkt vor der ebenfalls sehr famosen Burg Eltz, die da einfach so ziemlich exponiert im Wald herumsteht und wirklich gut aussieht. Wer möchte, kann die Burg dann auch besichtigen, mit Führung und allem Pipapo, aber ihr kennt ja Turbomartin und Turboanne, die größten Kulturbanausen des Planeten - uns reicht es vollkommen aus, eine schöne Burg von außen anschauen und uns über andere Menschen lustigmachen zu können. Deswegen gingen wir nach ner halben Stunde gucken auch einfach wieder zurück.

Dienstag, 21. September 2021

Kein Bier für Trier

Nach unserer kleinen Wandereskalation gestern wollten wir es heute mal wieder etwas ruhiger angehen lassen. Erholung und Entspannung darf schließlich nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Urlaub mal sein. Deswegen sind wir heute nach Trier gefahren, um etwas zu machen, was wir auch schon sehr lange nicht mehr gemacht haben - durch eine Innenstadt bummeln und ne kleine Stadterkundung machen.

Da mir jetzt leider kein guter Fülltext mehr einfällt, mache ich es kurz: Hat uns nicht so gefallen. Die Innenstadt (zumindest die Ecken, die wir gesehen haben) machte einen relativ heruntergekommenen Eindruck, die Geschäfte waren nicht wirklich doll und die ganze Stadt als solche hat uns einfach nicht begeistern können. Ja, es gibt ganz nette alte Marktplätze und Brunnen und die Porta Nigra als großes Highlight, aber mal ehrlich: Wenn man schon mal so ein Tausend Trizillionen Jahre altes, top erhaltenes Bauwerk in seiner Stadt hat, warum baut man dann ringsrum alles zu, und dann auch noch mit 1€-Shop, Ranz-Casino und Bus-Knotenpunkt? Wirkt auf mich fast so, als würden sich die Trierer dafür schämen und es unter einem großen Haufen Hässlichkeit verstecken wollen. Und dann reden die auch noch alle komisch. Nee, aber nee. 

Wenigstens haben wir endlich mal wieder Burger essen können. Und morgen gucken wir uns lieber wieder schöne Sachen in der Natur und Umgebung an.

Montag, 20. September 2021

Von den Bergen in die Berge

Gestern war ja bekanntermaßen unser letzter Tag in Kochel a. See am Kochelsee in Oberbayern unten in Bayern. Unsere darüber hinaus gehende Urlaubsplanung war bis ungefähr vorgestern Abend noch recht diffus und reichte von der Sächsischen Schweiz über den Bayerischen Wald bis hin zum Berchtesgardener Land, Salzburg und den Gardasee. Leider hatten fast alle dieser Ziele einen entscheidenden Makel: Eine hohe Regenwahrscheinlichkeit ☔ Das kam für uns Schönwettercamper natürlich nicht infrage, von daher musste ein Alternativplan her. Und da wir ja im letzten Jahr schon festgestellt hatten, dass es in dieser Region super schön ist und man dort definitiv mehr als einen Tag braucht, um sich ein paar Sachen anzugucken und zu erleben, sind wir kurzerhand noch einmal... an die Mosel gefahren 🤷 Die Fahrt hat zwar so ziemlich den ganzen Tag gedauert und dank diverser Baustellen und Staus durften wir auch so schöne Orte wie das Industriegebiet von Augsburg kennenlernen, aber irgendwann gegen Abend sind wir dann tatsächlich auf einem netten Platz in Trittenheim angekommen, wo wir nun eingerahmt von sehr vielen Holländern, der Mosel und Weinbergen die nächsten 2-3 Tage verbringen werden.


Heute stand dann auch gleich eine der Aktivitäten auf dem Programm, die wir letztes Jahr schon geplant und aus Zeitgründen wieder abgewählt hatten. Wir wollten nämlich den Wanderweg mit dem tollen offiziellen Namen "Moselsteig Seitensprung Klüsserather Sagenweg" abwandern. Er ist 12 km lang, hat einige schöne Aussichtspunkte zu bieten und las sich schön und abwechslungsreich. Jetzt mussten wir nur noch irgendwie von unserem Campingplatz hin kommen. Mit dem Auto wollten wir nicht, weil es uns zu aufwändig war und sich irgendwie auch nicht gelohnt hätte. Mit dem Fahrrad durften wir nicht, weil unsere Chefcamperin uns davon abgeraten hatte - wäre zu steil, sagte sie (oh oh...). Also gingen wir zu Fuß, hatten am Ende schlappe 17,5 km auf der Uhr, latschten Weinberge und Wälder hoch und runter und waren hinterher platt wie überfahrene Hamster.

Es war aber trotzdem ein toller Weg. Erstmal ist Trittenheim ein wirklich niedliches kleines Moseldorf mit mehr Weingütern und Straußwirtschaften als Wohnhäusern. Dann bietet der Sagenweg tatsächlich einige sagenhafte Ausblicke auf andere niedliche kleine Moseldörfer und auf Weinberge. Dann geht es nicht nur schnurgeradeaus, sondern auch mal kleine Trampelpfade entlang, durch Wälder, durch Weinberge und durch Felder. Dann ist der Weg der am besten ausgeschildertste Wanderweg aller Zeiten - da kann sogar ein Orientierungslegastheniker wie ich sich nicht verlaufen! Und dann kann man, wenn man Glück hat, auch noch an einer Stelle Gleitschirmflieger rumfliegen sehen. Nur leider hatten wir kein Glück. Aber egal, es hat uns trotzdem Spaß gemacht und unsere qualmenden Füße konnten wir in der Zwischenzeit auch schon mit Wein- und Traubenschorle löschen.